Weisendorf

Blick in vergangene Zeiten

Das Weisendorfer Heimatmuseum beherbergt zahlreiche Exponate aus dem kirchlichen, häuslichen, handwerklichen und landwirtschaftlichen Bereich.
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Adam Mayer bei der Vorführung eines Seilergeschirrs Fotos: Manfred Welker
Adam Mayer bei der Vorführung eines Seilergeschirrs Fotos: Manfred Welker
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Im Jahr 2010 wurde das Museum des Heimatvereins Weisendorf am Reuther Weg 16 eröffnet. Darin sind hauptsächlich Exponate aus dem Seebachgrund zu finden, die das nächste Mal am Sonntag, 15. September, von 14 bis 17 Uhr bewundert werden können. Der Grundstock für die Sammlung wurde anlässlich der Weisendorfer 700-Jahr-Feier 1988 gelegt. Zu finden sind hier vor allem Exponate aus dem kirchlichen, dem häuslichen und dem Schlossbereich, ergänzt um Geräte aus der Landwirtschaft, aber auch des Handwerks.

Seile wurden früher aus Hanf hergestellt, inzwischen bestehen sie meist aus Kunststoffen wie Nylon oder Perlon. Beim Verseilen werden mehrere Fäden entgegengesetzt ihrer eigenen Fadendrehung zusammengedreht, wobei aber die Fäden eine Drehung um ihre Achse im gleichen Sinne erhalten, wie sie zusammengedreht werden, so dass sie mit der ihnen gegebenen Drehung in die Schnur kommen.

Handwerksmäßig werden sie in der Seilerei auf der Seilerbahn mit einem Seilergeschirr hergestellt. Handgesponnene Garne werden auf der Bahn, an Haken aufgeteilt, aufgespannt ("angeschert"). Mit dem Drehen dieser Haken drehen sich die am anderen Ende in einen gemeinsamen Haken laufenden Litzen wie Zwirn auf. Dabei wird eine kegelförmige Lehre (Höft) eingesetzt, sodass man die Litzen hinter der langsam vorwärts bewegten Lehre zum Seil zusammendreht.

Das Weisendorfer Museum besitzt ein Seilergeschirr aus der Zeit um 1870. Adam Mayer, der gelegentlich bei der Museumskerwa die Arbeitsweise mit einem Seilergeschirr demonstriert, kennt sich damit aus und erklärt bei einer Führung dessen Funktion. maw

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