Kronach
Symposium

Blick in eine leuchtende Zukunft für die Städte

Wie können oder vielleicht besser sogar sollen unsere Städte in nicht allzu ferner Zukunft nächtens aussehen? Der Mensch und seine Bedürfnisse werden im Mittelpunkt stehen, der technische Fortschritt ...
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Jörg Schrepfer
Jörg Schrepfer
Wie können oder vielleicht besser sogar sollen unsere Städte in nicht allzu ferner Zukunft nächtens aussehen? Der Mensch und seine Bedürfnisse werden im Mittelpunkt stehen, der technische Fortschritt wird dies ermöglichen. Spannend war die Zusammenkunft von Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis beim von "Kronach leuchtet" ausgerichteten Symposium im Pavillon der Stadtsparkasse: Fünf Vorträge näherten sich dem künftigen nächtlichen Stadtbild.
Einleitend zeigte die Kunsthistorikerin Helena Horn Beispiele festinstallierter Lichtkunstwerke auf, die in Saarbrücken, Berlin oder Rom das Nachtstadtbild bereichern. Die Herausgeberin der Zeitschrift "ArtLight" zog Parallelen zu Kronach: Die Drei-Flüsse-Stadt biete Brücken genug für die Lichtreflexionen einer Installation wie "Flusslicht" von Martin Fell. Auf erstauntes Interesse stieß die kunstvolle Beleuchtung eines Industriebaus durch Nabo Gass: Die Glasfront gibt nachts den Blick frei auf in Leuchtfarben bemalte und autonom arbeitende Roboter eines Versandzentrums.
Autonom fahrende Autos standen im Mittelpunkt des Vortrags von Dipl. Ing. Jörg Schrepfer, der das entsprechende Entwicklungszentrums bei Valeo in Neuses aufgebaut hat und leitet. Im Test sind die Zukunftsautos längst unterwegs, sie benötigen keine Fahrer, keine Straßenbeleuchtung und keine Parkplätze in der Innenstadt. Ohne Frage wird das autonome Fahren das künftige Stadtbild prägen und verändern! Der Automobil-Zulieferer Valeo ist Weltmarktführer bei den für automatisiertes Fahren benötigten Sensoren. Schrepfer betonte, dass Kronach sich gerade zu dem bedeutendsten Forschungszentrum dieser Zukunftstechnologie entwickelt. Über 70 Mitarbeiter aus aller Welt hat er dafür nach Neuses gelockt, ständig werden es mehr. Die "Kronacher Autobahn" ist eine der ersten offiziellen Teststrecken.


Einfluss auf den Biorhythmus

Der Humanbiologe Johannes Zauner zeigte in seinem Vortrag "Licht und Gesundheit" die vom natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus hervorgerufenen Abläufe im Körper und ihre Veränderungen durch künstliches Licht auf. Bereits das nächtliche Zähneputzen vor dem hell erleuchteten Spiegel führe zu einer nicht korrigierbaren Störung der Schlafhormone. Besonders krass beeinflusse den biologischen Rhythmus die Schichtarbeit. Aber man könne durch gezielte und sich am natürlichen Ablauf orientierende Beleuchtung gesundheitliche Spätfolgen minimieren, ist sich Zauner sicher.
Einen Abstecher in die Lichtphilosophie unternahm Dr. Ing. Georgios Paissidis mit seinem Vortrag "Architekturbeleuchtung im Zeitalter der Lichtkulturutopien". Der Vorsitzende des griechischen Nationalkomitees für Beleuchtung verwies darauf, dass Lichtsprache je nach Kultur anders verstanden werde. Alle Fäden des Symposiums zusammenführend, sprach Markus Stirn über "Licht für Menschen. Neue Ansätze der Lichtmasterplanung". Der Projektleiter von "Kronach leuchtet" plädierte dafür, die nächtliche Beleuchtung ganz den Bedürfnissen der Bewohner unterzuordnen. Statt auf das allzu oft praktizierte "viel hilft viel" setze Stirn auf präzise und durchdachte Konzepte. Hotspots mit punktuellem grellem Licht müssten beseitigt werden. red
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