Ebern

"Bleiben Sie stets menschlich!"

Das Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern verabschiedete 72 Abiturienten. In den Reden ging es weniger um den Leistungsanspruch, als vielmehr um soziale Verantwortung. Schüler werden wichtige und wertvolle Teile einer Gesellschaft.
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72 Abiturienten auf der Schultreppe (mit im Bild die Oberstufenkoordinatorin Christine Bördlein, der Schulleiter Martin Pöhner und Eberns Zweiter Bürgermeister Harald Pascher)
72 Abiturienten auf der Schultreppe (mit im Bild die Oberstufenkoordinatorin Christine Bördlein, der Schulleiter Martin Pöhner und Eberns Zweiter Bürgermeister Harald Pascher)
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Rudolf hein Am gestrigen Freitag wurden am Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern 72 Abiturienten aus der Schule entlassen. Der 73. Abiturient muss wegen einer Verletzung während der Abiturzeit noch einen Prüfungs-teil nachholen. Ausgezeichnet wurden die besten Schüler.

Der stellvertretende Schulleiter Steffen Schlüter empfing in der voll besetzten Aula die "jungen, talentierten und gut ausgebildeten Menschen", die an diesem Tag einen der wohl wichtigsten Leistungsnachweise ihres Lebens in Empfang nehmen durften.

Landrat Wilhelm Schneider lobte Ausdauer und Durchhaltevermögen sowohl der ehemaligen Schüler als auch ihrer Familienmitglieder und der beteiligten Lehrer. Es liege nun an den jungen Menschen, selbst herauszufinden, welcher der richtige Weg im weiteren Leben ist. Diesen gelte es, hartnäckig zu verfolgen und vielleicht auch später wieder in den Heimatlandkreis zurückzukehren - und zwar "nicht nur zu Weihnachten und zum Altstadtfest".

Der Zweite Bürgermeister von Ebern, Harald Pascher, versuchte sich als Zauberkünstler und verglich sehr amüsant die Wege zum Abitur und zum Führerschein. Beide könnten unter Umständen etwas länger sein, mit beiden erweitere man seinen Freiraum erheblich. Allerdings sei die Durchfallquote beim Führerschein fast 15 Mal so hoch, sagte der Kommunalpolitiker, der Fahrlehrer ist.

Der Vorsitzende des Elternbeirates, Eckart Roeß, rief dazu auf, Architekt der Welt der Zukunft zu sein, kreativ, unangepasst, kritisch zu bleiben, bereit dazu, auch Fehler zu machen.

Martin Pöhner zitierte in seiner Rede die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, in der für jeden Staatsbürger das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit und auf Streben nach Glück festgeschrieben ist. Alle drei Rechte seien nicht selbstverständlich. Während ihrer Schulzeit hatten die Abiturienten, wie der Schulleiter erinnerte, durch Teilnahme an vielerlei Veranstaltungen und Projekten schon soziale Verantwortung bewiesen, die es lebenslang weiter zu leben und zu zeigen gelte.

Kurz nach dem Abitur durchlebe man eine kurze Zeit großer Freiheit, auch der Freiheit, Entscheidungen für das künftige Leben treffen zu dürfen und sich neue Ziele zu setzen. Eines dieser Ziele sei es auch, nach Glück zu streben. Das habe allerdings mit Anstrengung zu tun. Glück komme selten von allein. Bei allem, was geschehe, sollten alle immer den einfachen Rat befolgen: "Bleiben Sie stets menschlich", bat er.

Die Abiturrede der Q12 trugen Lena Lang, Jana Schmitt und Felix Dümig vor. Sehr amüsant und mit Insiderkenntnissen zogen sie Resümee ihrer acht oder neun Jahre Schulzeit, die, wenn auch mit gewissen Verlusten und unter teilweise "rauen Umständen", eine gute Vorbereitung auf die Härten des Erwachsenenlebens gewesen seien.

Ausgezeichnet wurden die besten Absolventen: Felix Dümig (Notendurchschnitt 1,1), Janina und Ricarda Bühler (beide 1,2) sowie Julian Bätz (1,4).

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