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Blasmusik trifft Rock und Pop

Musikanten verstehen es zu feiern. Sie unterhalten Menschen und bereiten Freude. Der Kapelle des Musikvereins Ebersdorf-Grub geht das leicht von der Hand, mit ihrem mitreißenden Big-Band-Sound, der di...
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Der Musikverein Ebersdorf-Grub hat jetzt sein 150. Gründungsjubiläum begangen. Bei der musikalisch gestalteten Feier wurden treue Mitglieder geehrt.  Fotos: Christoph Winter
Der Musikverein Ebersdorf-Grub hat jetzt sein 150. Gründungsjubiläum begangen. Bei der musikalisch gestalteten Feier wurden treue Mitglieder geehrt. Fotos: Christoph Winter
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Musikanten verstehen es zu feiern. Sie unterhalten Menschen und bereiten Freude. Der Kapelle des Musikvereins Ebersdorf-Grub geht das leicht von der Hand, mit ihrem mitreißenden Big-Band-Sound, der die Blas- und Volksmusik nicht vernachlässigt. Anlass zum Feiern jetzt war die Gründung vor 150 Jahren: 1869 fanden sich in Grub am Forst die ersten Musiker zusammen. 1897 gründete sich in Ebersdorf der Musikverein, seit 1958 "machen nun die traditionsreichen Musiker aus Grub mit den Ebersdorfern gemeinsame Sache", hieß es in der Festschrift zur 700-Jahrfeier der Gemeinde Ebersdorf.

"Mahatma Ghandi, Rasputin, die Schreibmaschine und der Musikverein Ebersdorf-Grub vereint die Tatsache, dass sie alle 150 Jahre alt sind", sagte Vorsitzender Andreas Anschütz am Samstagabend in der Sonnefelder Domäne. Freunde, Angehörige und Unterstützer waren zu der musikalischen Geburtstagsfeier gekommen.

Die Hauptrolle spielten - im übertragenen wie im wörtlichen Sinn - die 27 Musikerinnen und Musiker um Dirigent Thomas Schwesinger. Mit "The Way Old Friends Do" (Wie es alte Freunde tun) von der legendären schwedischen Popgruppe Abba, 1980 veröffentlicht auf dem Album "Super Trouper", arrangiert für Blasorchester, nahm der Musikverein Ebersdorf-Grub Fahrt und Stimmung auf. "Hallelujah" von Leonard Cohen, seit der Veröffentlichung 1984 zu einem Stück Popkultur geworden und von Thomas Schwesinger arrangiert, leitete zur Harmonie von Hardrock und Volksmusik über. "ACDC trifft Volksmusik" bringt es auf den Punkt, und Melodien von US-Fernsehserien sind tauglich für eine moderne und jung gebliebene Blaskapelle.

In den 150 Jahren ihres Bestehens hat sich die Kapelle des Musikvereins Ebersdorf-Grub nicht nur nach zwei Weltkriegen wieder formieren müssen, sagte Zweiter Vorsitzender Thomas Basedow in seinem Blick in die Vereinschronik. Auch dem gesellschaftlichen Wandel musste sich der Verein stellen. Am Anfang waren es Auftritte in den Nachbargemeinden, 1934 und 1935 war die Kapelle zu Rundfunkaufnahmen in Berlin, während des Krieges wurde in Lazaretten gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg formierten sich in Ebersdorf wie in Grub die Blaskapellen wieder, 1962 folgte die Wiedergründung des Musikvereins Ebersdorf-Grub.

"Wir haben uns seit 2008 musikalisch weiterentwickelt", so Vorsitzender Andreas Anschütz. "Das ist wesentlich unserem musikalischen Leiter und Dirigenten Thomas Schwesinger zu verdanken, der die Kapelle immer wieder fordert." Daneben gebe es ein vielfältiges geselliges Leben im Verein.

Der stellvertretende Landrat Rainer Mattern erinnerte in seinem Grußwort daran, dass eine Vereinsgründung vor 150 Jahren von der Obrigkeit nicht gern gesehen und daher ein Wagnis für Demokratie gewesen sei. Ebersdorfs Bürgermeister Bernd Reisenweber hatte der Chronik entnommen, dass der Genehmigungsbescheid 1897 für die Gründung des Musikvereins Ebersdorf schon nach zwei Tagen erteilt war. "Daran sollten wir uns heute ein Beispiel nehmen." Amtskollege Jürgen Wittmann aus Grub am Forst sagte, der Musikverein zeige mit seinem Repertoire eindrucksvoll, dass es "die" Volksmusik nicht gebe.

Zwei Ehrungen hatte Ronald Friedrich. Der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes überreichte dem Verein eine Goldmedaille zur Würdigung der Verdienste in der Gesellschaft und an Saxofonistin Kathrin Greim eine Urkunde für 30 Jahre Musizieren.

Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Stefan Buron, Hartmut Winkel, Erika Schwesinger, Adelheid Stößlein und Beate Geiger und für 40 Jahre Thomas Schwesinger geehrt. cw

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