Meeder

Bitten, beten, singen um Frieden

Festpredigt und Grußworte anlässlich des 368. Friedensdankfestes in der St.-Laurentiuskirche in Meeder mussten erste Worte gesprochen werden; denn die weltweite Lage sei beängstigend, sagten einige Redner.
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Das Konzert des Laurentiuschors bildete den Abschluss des Friedensfestes in Meeder.
Das Konzert des Laurentiuschors bildete den Abschluss des Friedensfestes in Meeder.
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Das 368. Friedensdankfest am vergangenen Sonntag begann zeitig. Um vier Uhr läuteten die Glocken, um sechs Uhr blies der Posaunenchor einige Choräle und um 9.30 Uhr begann mit dem Einzug der Choradstanten, der Kirchenvorstandsmitglieder und der neuen Pfarrerin Krisztina Kollei sowie des ehemaligen Pfarrers von Meeder, Karl-Eberhard Sperl, der Festgottesdienst in der St. Laurentiuskirche.

Pfarrerin Kollei hatte ihrer Festpredigt das Matthäus-Evangelium mit der Bergpredigt zugrundegelegt. Und sie erinnerte an die Jahreslosung, die da heißt: "Suche den Frieden und jage ihm nach." Rund um den Erdball gebe es Unruhen, Frieden stiften sei dringend erforderlich, sagte Kollei. Bei Liturgie und Abendmahl wurde sie von Karl-Eberhard Sperl unterstützt. Der Posaunenchor mit Chorleiter und Kantor Hartmut Korndörfer begleitete den Gesang.

In dem würdigen Rahmen wurden drei Chormitglieder geehrt. Für zehn Jahre Ottmar Schad und Gerhard Ritter und für 40 Jahre Hartmut Eckardt. Sie erhielten eine Erinnerungsurkunde von der Kirchengemeinde. Für das seltene 40. Jubiläum übergab Hartmut Korndörfer an Hartmut Eckardt eine weitere Urkunde vom Verband evangelischer Chöre Bayern als Dank und Anerkennung für den Chorgesang.

Nach dem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen fand die Hauptversammlung der Choradstanten in der Alten Schule statt. Dazu hieß Sprecher Hartmut Korndörfer die Sänger, den Posaunenchor und die Ehrengäste willkommen. Er bedankte sich beim Mesnerehepaar Scheler sowie bei der Pfarramtssekretärin Heidi Sollmann; sie hätten in der dreijährigen Vakanzzeit das kirchliche Leben mit viel Organisation aufrechterhalten. Korndörfer ging auf die Unruhen auf der ganzen Welt ein. "Seit zehn Jahren bin ich Sprecher der Choradstanten und in dieser Zeit hat sich kaum etwas zum Frieden hin bewegt. Alte Verträge sind durch US-Präsident Donald Trump zu Schall und Rauch geworden. Junge Leute machen mit ihren Demonstrationen auf die Lebensgrundlagen aufmerksam. Wirtschaftswachstum sichert nicht den Frieden. Weltweit muss für das Leben etwas beigetragen werden. Sollte das gelingen, so wäre Frieden zu schaffen", lautete Korndörfers Plädoyer.

Chronist Gerhard Motschmann berichtete vom vergangenen Friedensfest im Jahr 2018 und über den Jahresablauf der Choradstanten. Bürgermeister Bernd Höfer sprach ebenfalls das weltpolitische Geschehen an. Die Entwicklung berge große Gefahren und so sei es kein Wunder, wenn Menschen aufstünden und sich wehrten. Er bedankte sich bei den Sängern für die Aufrechterhaltung des Friedensdankfestes. Vertrauensmann Martin Albrecht bedankte sich ebenfalls bei allen Musikern und Sängern. Er sprach kurz die Fertigstellung des Pfarrhauses an. Die Endabrechnung mit 463 000 Euro sei im "grünen Bereich". Die Landeskirche gewähre einen Zuschuss von 263 000 Euro, sagte Albrecht. Die Hähne auf den Kirchentürmen seien noch nicht angebracht. Der verfaulte Holzsockel müsse zuerst erneuert werden und dazu seien die Türme einzurüsten, was viel Geld koste. "Ich hoffe, dass bis zum großen Friedensfest die Hähne wieder auf der Kirchturmspitze angebracht sind", sagte Albrecht.

Das Motto des nächsten großen Friedensfest 2021 lautet "Auf Frieden bauen". Mit den Vorarbeiten wurde bereits begonnen. Es steht schon fest, dass das Heimatspiel "Frieden auf Erden" wieder gezeigt wird.

Hartmut Korndörfer ließ anklingen, dass er ein großes Konzert zum 370. Friedensdankfest nicht mehr übernehmen könne. Von den sechs Bläsern berichtete Michael Taubmann. Das Schlusswort der Versammlung sprach Karl-Eberhard Sperl. Er wünschte der Pfarrfamilie Kollei alles Gute im renovierten Pfarrhaus. Die Zusammenarbeit mit dem Friedensmuseum gehe weiter, sagte er und beendete mit "Shalom" sein Grußwort.

Zum Ausklang des 368. Friedensdankfestes gab der Laurentiuschor unter dem Motto "Alle Dinge dieser Welt" unter Leitung von Gary O'Connell ein Konzert. Sie sangen unter anderen mehrere anspruchsvolle Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy, zum Beispiel den Choral "Verleih uns Frieden gnädiglich". Gary O'Connell begleitete die Sänger am Klavier und Arno Seifert spielte zwischen den einzelnen Gesangsbeiträgen Stücke auf der Orgel. Es war ein gelungener Abschluss des Friedensdankfestes.

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