Bischberg

Bischbergs Haushalt "sehr sportlich"

Mehr als sechs Millionen Euro investiert die Gemeinde in den nächsten Jahren allein in Mittelschule, Kinderhort und Kindergarten.
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Bürgermeister Johann Pfister
Bürgermeister Johann Pfister

Einen Rekordhaushalt präsentierte der Bischberger Bürgermeister Johann Pfister (CSU) jetzt seinem Gemeinderat. Dieser schließt für das Haushaltsjahr 2019 im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von 11 395 000 Euro und im Vermögenshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von 7 278 600 Euro. Dies ergibt einen Gesamthaushalt von 18 673 600 Euro. Als "sehr sportlich" bezeichnete das Gemeindeoberhaupt den Haushalt, der ausführlich von Kämmerin Renate Heinz präsentiert wurde.

Mehr als sechs Millionen investiert die Gemeinde so in den nächsten Jahren alleine in die Sanierung der Mittelschule und den Neubau eines Kinderhortes und des Kindergartens "Am Klingenberg". Noch mehr gibt der Finanzplan für die nächsten Jahre her. Hauptprojekte sind die Sanierung der Leithe, die Vorbereitung der Generalsanierung des Hallenbades, der Spielplatz "Gartenstraße", die Dorferneuerung Tütschengereuth, der Abschluss des Projektes Eigenwasserversorgung mit dem Bau des Hochbehälters und der Anbindung ans Netz sowie diverse Straßen-, Kanal- und Wasserbauprojekte. Positiv dabei ist, dass Kredite zur Finanzierung von Investitionen nicht vorgesehen sind.

Geringe Pro-Kopf-Verschuldung

Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Grundsteuer A und B mit 495 500 Euro, die Gewerbesteuer mit einer Million Euro, die Einkommensteuer mit 3,9 Millionen Euro und die Schlüsselzuweisung vom Land mit 1,82 Millionen Euro, selbst die Hundesteuer trägt mit 21 000 Euro zum Gemeindeeinkommen bei.

Besser als viele Gemeinden im Landkreis steht Bischberg bei der Verschuldung da. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug bei 6080 Einwohnern zum Jahresbeginn 55,58 Euro und wird zum Jahresende auf 50,82 Euro sinken. Der Schuldenstand wird dann 308 966 Euro betragen. Dennoch mahnte Pfister an, die Umsetzung von Maßnahmen nach Dringlichkeit zu ordnen, zumal auch die Verwaltung an ihre Kapazitäten bei der Projektabwicklung gelange. Für die Gemeinde habe ein genehmigungsfreier Haushalt immer oberste Priorität. So stimmte am Ende der Gemeinderat sowohl dem Finanzplan als auch dem Haushaltsplan mit 18:1 Stimmen zu.

Teure Dachsanierung

Rund ums Geld ging es auch bei der sonstigen umfangreichen Tagesordnung. Dringlich ist die Teilsanierung der Mittelschule Bischberg. Rund drei Millionen Euro sollen hier bis Ende 2020 investiert werden - so schnell deshalb, weil gegenwärtig die Preise im Baugewerbe jährlich um zehn Prozent steigen und die Kosten sonst aus dem Ruder laufen würden. Dickster Brocken ist die Dacherneuerung, wo 2500 Quadratmeter Dachfläche teilweise massive Schäden aufweisen und alleine der Abbruch mit 470 000 Euro veranschlagt ist. Erneuert werden sollen ferner Innentüren, die Sanitäranlagen, Teile der Haustechnik und Lüftung, die Neumöblierung des Pausenverkaufes, die Barrierefreiheit, der Unfall- und der Brandschutz.

Der Gemeinderat mochte sich dem Sachvortrag des Architekten Christian Eichler nicht verschließen und stimmte dem Maßnahmenkatalog einstimmig zu. Begonnen werden soll in den Pfingstferien 2020 und Ende 2020 abgeschlossen sein.

Eine vierte Kindertageseinrichtung soll in Bischberg entstehen. Nachdem sich der Gemeinderat in seinen zwei letzten Sitzungen für eine Trägerschaft durch die Diakonie ausgesprochen hat, stellte nun das Architekturbüro Jungkunst die Planungen der Einrichtung vor, die "Am Klingenberg" entstehen soll. Die Verwaltung wurde beauftragt, in Zusammenhang mit dem Bauantrag die notwendigen Förderanträge zu stellen, Haushaltsmittel wurden im Haushalt 2019 und im Finanzplan bereitgestellt, der Gemeinderat stimmte einstimmig zu. Zusätzlich soll auf dem Mittelschulgrundstück ein Kinderhort in Holzmodulbauweise errichtet werden. Dieser soll, so hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung im Februar beschlossen, zunächst als Provisorium für die Unterbringung zweier Kinderkrippen und einer Kindergartengruppe dienen. Den Zuschlag erhielt eine Firma aus Lauenburg /Schweiz, die dieses Holzmodulbauwerk für 1,4 Millionen Euro erstellen will.

Weiter voran geht es auch mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Tütschengereuth. Hier wurden die Elektroinstallationsarbeiten für 62 970 Euro vergeben, die Fenstereinbauarbeiten und die Heizungs- und Sanitärarbeiten sollen neu ausgeschrieben werden.

Zuschuss für Glasfaser

Abschließend beschloss der Gemeinderat den Auftrag für den Bau eines durchgängigen Glasfaseranschlusses für die Grundschule und die Mittelschule an die Stadtnetz Bamberg Gesellschaft für 43 911 Euro zu vergeben. Bei einer 90-prozentigen Förderung würde der Eigenanteil der Gemeinde Bischberg noch 4391 Euro betragen.

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