KOMMENTAR von Klaus Schmitt

Bis in die Wahlkabine?

Ein bisschen fragt man sich schon: Was passiert da eigentlich? Bleibt es wirklich bei der Fusion der beiden Sparkassen Ostunterfranken und Schweinfurt zur Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, die seit dem ...
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Ein bisschen fragt man sich schon: Was passiert da eigentlich? Bleibt es wirklich bei der Fusion der beiden Sparkassen Ostunterfranken und Schweinfurt zur Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, die seit dem 1. Januar besteht? Oder schafft es ein Rentner aus Landsberg am Lech tatsächlich, die Verbindung zu beenden? Gibt es am Ende wirklich einen Bürgerentscheid - wird in der Wahlkabine entschieden?
Als vor knapp einem Jahr die Fusion verkündet worden ist, gab es fast keine Reaktion. Kein Aufschrei, keine Leserbriefe, keine Proteste.
Als der Rentner aus Landsberg bei einer Informationsveranstaltung in Knetzgau erstmals auftrat, hieß es erst einmal: Naja, es darf auch andere Meinungen geben.
Es ging weiter: Der Begriff Bürgerbegehren machte die Runde. Fusionskritiker Rainer Gottwald lud zu eigenen Informationsveranstaltungen ein. Allesamt mäßig besucht. Das wird nichts mit dem Bürgerbegehren, konnte man aus der geringen Resonanz schlussfolgern.
Aber: Die Unterschriften für ein Bürgerbegehren kamen in Königsberg doch zusammen. Allerdings müssen sie erst noch im Rathaus überprüft werden und dann wird sich zeigen, ob das Quorum geschafft wird. Die Unterschriften machen aber deutlich, dass es Widerstand gegen die Fusion gibt. Unzufriedene, Protestler, Überzeugte von der Eigenständigkeit der bisherigen Sparkasse. Und ein gefährliches Argument gegen die Fusion schwebt im Raum: Mit der größeren Einheit erhöhen sich die Vorstände und die Verwaltungsräte die eigenen Bezüge. Das kommt gar nicht gut an.
Erstaunlicherweise war dieses Thema am Dienstagabend bei der Veranstaltung der neuen Sparkasse überhaupt kein Thema. Aber das Unternehmen hat dort erstmals klar gemacht, dass es sich mit den Bedenken auseinandersetzen will und muss. Das hätte schon längst passieren sollen. Selbst die Sparkasse ist nicht glücklich mit der eigenen Informationspolitik. Das geht besser.
Was allerdings - auf der anderen Seite - auch zu denken geben und gesagt werden sollte, wenn man an das Argument mit den höheren Bezügen denkt: Als der Kreistag Haßberge mit einstimmigem Beschluss für die Fusion votierte, haben auch einige Kreisräte den Zusammenschluss befürwortet, die davon ausgehen müssen, dass sie ihren Sitz im Verwaltungsrat der Sparkasse verlieren. Sie haben sich ihre eigenen Bezüge genommen. Wenn das kein starkes Argument für die Fusion ist...


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