Bamberg
90. Geburtstag

Bis heute ein engagierter Zeitgenosse

Der Altbürgermeister der einst selbstständigen Gemeinde Gaustadt, Andreas Stenglein (SPD), feiert am morgigen Sonntag, 20. Januar, seinen 90. Geburtstag. Der betagte Jubilar ist bis zum heutigen Tag e...
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Andreas Stenglein Foto: p
Andreas Stenglein Foto: p

Der Altbürgermeister der einst selbstständigen Gemeinde Gaustadt, Andreas Stenglein (SPD), feiert am morgigen Sonntag, 20. Januar, seinen 90. Geburtstag.

Der betagte Jubilar ist bis zum heutigen Tag ein äußerst engagierter Zeitgenosse. Nach seiner Schulausbildung an der Volksschule Gaustadt und am damaligen Alten Gymnasium kam Andreas Stenglein zum Bamberger Arbeitsamt, wo er Ende 1950 die Prüfung für den gehobenen Verwaltungsdienst erfolgreich ablegte. Später studierte der Gaustadter an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Nürnberg. Gewerkschaftlich war er bereits als junger Mann von Anfang an in der damaligen ÖTV organisiert.

Am 1. Januar 1955 trat Andreas Stenglein der SPD bei. Zwei Jahre später ist der engagierte Politiker zum Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Bamberg Land gewählt worden und übte diese Funktion bis 1969 aus. Daneben war der Jubilar eine Zeit lang Landesvorsitzender der Jungsozialisten und Mitglied der Jusos im Bundesvorstand sowie langjähriger Kreisrat und Vorsitzender seiner Fraktion.

Als Abgeordneter saß Stenglein von 1958 bis 1966 für seine Partei im Landtag und hatte stets ein offenes Ohr für die Belange der Bevölkerung aus allen Schichten. Dies war zugleich ein erster Höhepunkt seiner politischen Karriere. Im Jahr 1966 hat der aus einer kinderreichen Familie stammende Jubilar die Gaustadter Bürgermeisterwahl mit 51,2 Prozent gegen seinen Gegenkandidaten und Amtsvorgänger Kilian Krug (CSU) gewonnen. Zu seinem Stellvertreter wurde in der konstituierenden Gemeinderatsitzung am 5. Mai 1966 der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende Ferdinand Köhlein gewählt.

Das neue Ortsoberhaupt von Gaustadt war stets bemüht, seine Amtsgeschäfte loyal und ohne Rücksicht auf die politischen und religiösen Einstellungen oder die persönlichen Befindlichkeiten der Bürger auszuüben, und setzte sich hierfür leidenschaftlich und mit ganzer Kraft ein.

Als "erster Mann" viel bewegt

Mit etwas Wehmut gegenüber dieser Zeitung erinnert sich der Ur-Gaustadter und bekennende Oberfranke an das Jahr 1972, in dem die einst selbstständige und finanziell gesunde Industriegemeinde Gaustadt nach Bamberg eingegliedert wurde. "Dies ist ohne den Willen seiner Bewohner geschehen", so Stenglein heute.

Während der Dauer seiner Amtszeit als "erster Mann" von Gaustadt konnte er viel bewegen. Man denke, nur um ein Beispiel zu nennen, an den Bau des Sportzentrums am Michaelsberger Wald. Diese Sportstätte ist mittlerweile in die Jahre gekommen und wird, einschließlich des großen Kabinentraktes, seit Monaten aufgrund eines mehrheitlichen Beschlusses des Bamberger Stadtrates gründlich renoviert und erneuert.

Eng verbunden ist der "Andres", wie er von seinen Freunden genannt wird, von seiner Kindheit an mit dem mittlerweile 109-jährigen Traditionsverein ASV Gaustadt. Der Verein ist bis zum heutigen Tag "seine große sportliche Liebe" geblieben. Bereits im Juli 1972 wurde er mit der goldenen Verdienstnadel des ASV, den er weiterhin finanziell großzügig unterstützt, ausgezeichnet. An den sportlichen und kulturellen Veranstaltungen des Vereins nimmt er noch immer rege teil und ist dort ein gern gesehener Gast. Seine Tochter Ingeborg Eichhorn trägt das Erbe ihres Vaters als SPD-Stadträtin und Ausschussmitglied des ASV mit voller Kraft erfolgreich weiter.

Fundiertes Geschichtswissen

In den letzten 35 Jahren legte Stenglein sein Schwergewicht auf heimat- und zeitgeschichtliche Forschungen und veröffentlichte hiervon über 30 Abhandlungen. Der FT, auf dessen Leserbriefseiten der geistig bewundernswert vitale Senior mit seinem großen Geschichtswissen regelmäßig glänzt und zu aktuellen kommunalpolitischen Themen dezidierte Meinungen vertritt, schließt sich den zahlreichen Gratulanten an. Der 90-jährige ist im Besitz zahlreicher hoher Ehrungen. Unter anderem ist er Träger der Willy-Brandt-Medaille, der höchsten Auszeichnung der SPD. Hierauf ist Andres Stenglein besonders stolz.

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