Burgkunstadt
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Birnbäume sollen die Artenvielfalt fördern

Wenn man durch die Aula der Realschule Burgkunstadt läuft, trifft man auf Urkunden. Diese sind als Auszeichnung für das Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulwelt vergeben worden. Schülern...
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Kreisgartenfachberater Michael Strohmer zeigt Julian Schrüffer und Simon Müller, wie der Pflanzschnitt gemacht wird. Foto: R. Dietz
Kreisgartenfachberater Michael Strohmer zeigt Julian Schrüffer und Simon Müller, wie der Pflanzschnitt gemacht wird. Foto: R. Dietz

Wenn man durch die Aula der Realschule Burgkunstadt läuft, trifft man auf Urkunden. Diese sind als Auszeichnung für das Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulwelt vergeben worden. Schülern wie Lehrern ist das so wichtig, dass auch eine Umwelt AG gegründet wurde.

Legte man vor nicht allzu langer Zeit Hochbeete an, so wurden nun drei Birnbäume alter Sorten gepflanzt. Und hier packten alle mit an. Die Schüler Philipp Krapp, Tim Wolfrum, Julian Schrüffer und Simon Müller wurden von Schulleiterin Monika Geiger, Lehrerin Heike Schnödt und Hausmeister Karl-Heinz Kremer unterstützt. Und man hatte sich auch einen echten Fachmann geholt: Kreisgartenfachberater Michael Strohmer. Förderer der Aktion ist dabei das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das vertreten war durch Gudrun Möckl.

Streuobstwiesen, erklärte Möckl, stehen für die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Es gab einmal in Bayern 20 Millionen Bäume, mittlerweile seien es nur noch sechs Millionen. Leider sei auch die Zahl der Streuobstwiesen durch fehlende Pflege oder Bebauungen zurückgegangen. 2000 Streuobstsorten gibt es den Angaben der Expertin zufolge in Deutschland noch.

Typische Streuobstarten sind Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und Walnuss. Im Landkreis Lichtenfels gibt es noch vergleichsweise viele Streuobstwiesen. Aber nicht nur die Masse an Bäumen ist wichtig, so Möckl. Auch die Sortenvielfalt der Bäume selbst sei von Bedeutung, stelle sie doch ein Reservoir an vielseitigen Erbanlagen dar, die für die Zukunft wertvoll sind. Streuobstwiesen gehören demnach zu den artenreichsten Lebensräumen in Bayern - Grund für das Ministerium, die Neupflanzung von Streuobstbäumen auf öffentlichen Flächen zu fördern. Und hier ist einmal mehr die Realschule Burgkunstadt dabei.

Doch was muss man beim Pflanzen solcher Bäume beachten? Michael Strohmer half den Jungs, die mit Spaten, Pickel und Schaufel bewaffnet zum Pflanzplatz angerückt waren. Im Nu hatten sie drei kleine Gruben für die Birnbäume ausgehoben. In denen wurden die Bäume mit lockerem Humus eingegraben und gewässert. Dann an einen eingeschlagenen Stab angebunden, der Halt bei Wind und Sturm gibt. Zum Ende erhielt jeder Baum einen Verbissschutz angelegt.

Und nach dieser Pflanzung steht schon die nächste Aktion der Realschule an. So wurden Himbeersträucher gepflanzt, die mit weiteren Beerensträuchern mit den Birnbäumen eine Obstnaschhecke bilden sollen, erklärte die Lehrerin der Projektgruppe Garten, Heike Schnödt. rdi

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