Wiesenttal

Birkenreuth entfällt

Im Markt Wiesenttal wird es künftig nur noch drei Stimmlokale geben. Denn die Zahl der Briefwähler steigt.
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In der kommenden Kommunalwahl wird es in Wiesenttal nur mehr drei Stimmlokale geben (bisher vier). Dafür werden drei Briefwahlvorstände eingerichtet. Der Grund: Bei den letzten Kommunalwahlen gaben 550 Personen ihre Stimme im Wahllokal ab, 985 dagegen bevorzugten das Briefwahlverfahren.

"Wir fördern die Briefwahl nicht, aber wir reagieren auf das veränderte Wählerverhalten", erläuterte Bürgermeister Helmut Taut (FWW) die Vorschläge der Verwaltung. Das Wahllokal in Birkenreuth entfällt.

Das hat eine besondere Ursache: Nur 64 der rund 200 dort Wahlberechtigten gingen 2014 zur Urne. Setzt sich der Trend zur Briefwahl fort, könnte es sein, dass weniger als 50 Personen den direkten Weg wählen. Dann aber, so Geschäftsleiterin Kerstin Hohe, die zur Wahlleiterin bestimmt wurde, dürfte in Birkenreuth nicht ausgezählt werden. Die Stimmzettel müssten während der laufenden Auszählvorgänge in einen anderen Stimmbezirk gebracht werden. Diese Vorschrift dient der Wahrung des Wahlgeheimnisses. Diese Unwägbarkeit und der Aufwand dazu bestimmte die Ratsmitglieder in ihrer Entscheidung.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, auch auf ein Stimmlokal in Wüstenstein zu verzichten, weil das frühere Schulhaus nach dem Verkauf nicht mehr zur Verfügung steht. Man wollte aber der Gepflogenheit Rechnung tragen, den Kirchgang mit dem Wahlakt zu verbinden. Zudem, so Marco Trautner (FWW), sei der Weg von den südlichen Ortsteilen nach Muggendorf kürzer als aus Wüstenstein und den umliegenden Ortschaften. Das Wahllokal für Wiesenttals Norden wird in Gößmannsberg sein. Da über 100 Menschen den Gang zur Urne der Briefwahl vorzogen, besteht hier das Problem, nicht direkt auszählen zu dürfen, nicht.

Selten gibt es in Wiesenttal bei Ratsabstimmungen Gegenstimmen. Doch beim Thema Grundgebühr beim Abwasser blieben die Meinungen geteilt. Insbesondere Hans Heißenstein (WU) wollte eine stringente Abrechnung nach Verbrauch, während eine Mehrheit die Verteilung der jeden gleichermaßen treffenden Vorhaltekosten für die Abwassereinrichtung nach Anschlüssen den Vorzug gab.

Ab 1. Januar wird es eine gestaffelte Grundgebühr geben - von 120 Euro für durchschnittliche Verbraucher bis zu 180 beziehungsweise 240 Euro für Großverbraucher. Man erwartet, dass sich der Kubikmeterpreis dadurch auf höchstens 2,60 Euro belaufen wird. Er muss auf der Basis der Abstimmung für eine Grundgebühr noch von einem Fachbüro exakt berechnet werden, damit insgesamt die Abwasserbeseitigung kostendeckend ist. Taut geht davon aus, dass eine vierköpfige Familie künftig im Jahr 80 Euro mehr zahlen muss.

Schulhaus wird Vereinsheim

Das ehemalige Schulhaus in Birkenreuth wurde zu einem Vereinsheim umgewidmet, damit "die genehmigte Nutzung dem tatsächlichen Zustand entspricht" (Taut). Das historische Gebäude hat eine barrierefreie Toilettenanlage erhalten und wurde außen saniert.

Zur Festsetzung der Überschwemmungsgebiete der Wiesent zwischen Doos und Behringersmühle durch das Wasserwirtschaftsamt gibt die Kommune Wiesenttal derzeit keine Stellungnahme ab. Denn auf der Wiesenttaler Seite des Talgrunds plant das staatliche Bauamt einen Lückenschluss im Radwegenetz. Da der Überschwemmungsraum bis an den Straßenkörper und die Böschungen reiche, will man "nichts riskieren" (Taut), damit dadurch nicht Probleme für den Radwegbau entstehen.

Verwundert stellte man fest, dass die Daten der Überflutungsräume "schon seit eineinhalb Jahren in den Ämtern herumschwirren"(Trautner), das planende Bauamt aber nicht involviert wurde. Man regt einen Ortstermin mit Wasserwirtschaftsamt und staatlichem Bauamt an.

Dem Landschaftspflegeverband meldet Wiesenttal seine Linden zu Pflegemaßnahmen an. Lindengruppen gibt es in Rauhenberg und auf dem Schmieds-, dem Kloster- und dem Lindenberg in Muggendorf. Weiter meldet man den Guckhüllweiher und die gemischte Allee zur Muschelquelle dafür an.

Zwangsweise Dienstschluss schon am frühen Nachmittag gab es vergangene Woche in der Verwaltung. Der Grund: der Ausfall der Breitbandversorgung über mehr als 24 Stunden. Aber die Verwaltung hätte keine Rückmeldung seitens der Telekom bekommen, woran es lag.

Bürgermeister Taut informierte über die Beratungen des Kreistags zum seniorenpolitischen Gesamtkonzept. Dabei wies er auf die Problematik der östlichen Kreisgemeinden hin. Das durchschnittliche Familieneinkommen in Wiesenttal liegt nach Taut um 1000 Euro niedriger als in den Speckgürtelgemeinden an der Regnitz. Ein Wechsel in ein Heim werde deshalb oft hinausgeschoben, weil die Zuzahlung nicht gestemmt werden könne.

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