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Bamberg

Bilder, die Geschichten erzählen

Der Fränkische Tag präsentiert die Bamberger Gewinner des Fotowettbewerbs "Blende".
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Das Gewinnerfoto von Thomas Mayer in der Kategorie "In Bewegung": "Dynamische Trägheit"  Foto: Thomas Mayer
Das Gewinnerfoto von Thomas Mayer in der Kategorie "In Bewegung": "Dynamische Trägheit" Foto: Thomas Mayer
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Eine junge Frau schaut durch das Fenster der alten Straßenbahn auf das bunte Treiben in den Abendstunden. Und sie scheint den Betrachter des Bildes in den Blick zu nehmen. Die Szene auf der Istiklal-Straße unweit des Taksim-Platzes in Istanbul verschwimmt an den Rändern zusehends.

"Ich habe mit einem Froschaugen-Objektiv gearbeitet und den Effekt im Nachgang nochmals am PC bearbeitet", erzählt Hobby-Fotograf Thomas Mayer aus Ramsberg am Brombachsee, wie dieses Bild entstanden ist. "Dynamische Trägheit" hat er sein Werk getauft. Es ist sein Lieblingsbild aus der türkischen Metropole, in welcher er für sieben Jahre gelebt und gearbeitet hat. Mit diesem Foto gewann er den ersten Preis in der Kategorie "In Bewegung" im Rahmen des Fotowettbewerbs "Blende", zu dem der Fränkische Tag Bamberg bereits zum fünften Mal seine Leser eingeladen hat.

Veranstaltung mit Tradition

200 Fotos wurden in drei Kategorien eingereicht, über die Sieger entschied eine fünfköpfige Jury. Die drei Erstplatzierten durften sich jeweils über Sachpreise vom Werbepartner Mediamarkt Hallstadt mit einem Gesamtwert von 4000 Euro freuen. Der bundesweite Fotowettbewerb, bei dem die jeweils zehn besten Bamberger Fotos nun auch Chancen auf weitere hochwertige Preise haben, wird bereits seit 45 Jahren ausgelobt.

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", meinte Michael Memmel, Leiter der Lokalredaktion Bamberg des Fränkischen Tags, bei der Preisverleihung. Dabei unterschlage dieses Sprichwort die Arbeit des Fotografen.

Damit Bilder wirken können, brauche es zwei wichtige Zutaten: "Es muss technisch sauber gearbeitet werden, um Menschen, Gegenstände und Landschaften abzubilden." Zum anderen können die Werke nur dann zum Sprechen gebracht werden, ja ihre eigene Geschichte erzählen, wenn die Zusammensetzung stimmt. Also: Welche Perspektive und welcher Ausschnitt wird gewählt? Welche Belichtung kommt zum Einsatz?

"Ich musste ein bisschen mit der Perspektive arbeiten, aber dann war schnell klar, dass ich das Bild einschicken werde", erzählt Julia Dorsch. Die Neuntklässlerin aus Kemmern hat in der Jugendkategorie "Schöne analoge Welt" den ersten Platz abgesahnt. Mit ihrem Werk "Rezession und Rauschen" geht's auf Zeitreise in die frühen Jahre der Bundesrepublik: An einem alten Transistorradio aus den 50er Jahren lehnt ein moderner Bluetooth-Lautsprecher. Der Vater hat es aus dem Keller seiner Eltern gefischt und zur Reinigung gegeben. "Und es funktioniert tatsächlich wieder", freut sich die Gymnasiastin, die gerne mit Licht und Perspektive in ihren Bildern spielt.

Nochmal auf dem Treppchen

Gleich mehrere fotobegeisterte Teilnehmer wurden mehr als einmal geehrt. Thomas Mayer hat es in der dritten Kategorie "Nightlife" sogar ein zweites Mal aufs Treppchen geschafft. "Das war ein echter Zufallstreffer", meint Mayer, der in Wien einen Würstelstand samt Kundschaft abgelichtet hat. Oder wie er es nennt: "Vienna calling". Ein Fahrradfahrer verschwimmt vor der erleuchteten Bude. "Ich musste mit der Kamera gegen eine Laterne gestützt fotografieren", erinnert er sich. Die Nachtschwärmer und die Stadt gehörten einfach zusammen. "Ohne die Menschen auf dem Bild, wär's nicht so interessant", findet Mayer, der gern im Urlaub nach schönen Motiven sucht. Auch die Familie habe sich an seine Leidenschaft gewöhnt, meint er und lacht.

Öffentliche Ausstellung

Die zehn besten Fotos der drei Kategorien sind noch bis zum 8. November im Foyer der Mediengruppe Oberfranken in der der Gutenbergstraße 1 zu sehen.

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