Erlangen

Bierexperten tauschen sich aus

Beim Bockbier-Martini-Treffen in Erlangen stellten die Brauer aus der Region ihre Erzeugnisse vor.
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Experten unter sich: das Bockbier-Martini-'Treffen auf dem Bergkirchweihgelände in Erlangen Foto: Manfred Welker
Experten unter sich: das Bockbier-Martini-'Treffen auf dem Bergkirchweihgelände in Erlangen Foto: Manfred Welker

Bereits zum 14. Mal fand in Erlangen das Bockbier-Martini-Treffen statt. Neben der Brauerei Steinbach waren auch zahlreiche Hobby-Brauer anwesend, um ihre Erzeugnisse verkosten zu lassen.

Der Martinstag, der 11. November, ist in Erlangen ein besonderer Termin, trägt doch die Kirche auf dem Martinsbühl ein Martinspatrozinium. Für Jochen Buchelt vom Heimatverein ist das Datum auch Anlass, mit Unterstützung zahlreicher Brauer das erste Bockbier der Saison 2019/2020 am Freitag vor Martini auf dem Bergkirchweihgelände zu kredenzen.

Glücklicherweise war das Wetter nicht zu kalt, auch der Regen war nicht zu stark, so dass sich die Anwesenden die mitgebrachten Brauereierzeugnisse munden lassen konnten.

Zwischen den beiden Weltkriegen existierte schon die Erste Erlanger Weizenbierbrauerei unter dem Dach der Henninger-Reifbräu in Erlangen und schenkte das Produkt damals in einem kleinen Zelt auf der Erlanger Bergkirchweih aus. Wenn ein 14. Erlanger Martini-Treffen zu Ehren der in Erlangen gebrauten hellen Weizenböcke, der "Königssorte" der Obergärung, stattfinden soll, dann sollte es eigentlich auf dem Henninger-Reifbräu-Keller sein. Allerdings war auch in diesem Jahr die durstige Gesellschaft auf ein Areal unterhalb des Hofbräu-Kellers, "Links vom T", ausgewichen, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

"Es ist eine ruhige Bierkulturveranstaltung in die Dunkelheit des Novemberabends hinein, ohne musikalische Umrahmung, aber mit guten, vernetzenden Gesprächen einer bierig-besinnlichen Stimmung und natürlich auch mit einer nicht zu verachtenden Brotzeit. Jeder bringt was mit, ein Verkauf findet nicht statt", meint Jochen Buchelt, Bierkundler und im Heimat- und Geschichtsverein für die Abteilung Brauereigeschichte zuständig.

Über dem Ganzen thronte ein Plakat, das Martin mit einem bierseligen älteren Herren auf einem Bock zeigt, in dem die Erlanger unschwer den inzwischen verstorbenen König der Bergkirchweih, nämlich ihren "Pinsl", erkennen können. Den Entwurf für das Plakat lieferte Jürgen Hippe.

Die einzelnen Sude sollten gemeinsam probiert und ausgetauscht werden, genauso, wie der Heilige Martin seinen Mantel mit dem Bettler geteilt hatte.

Die Mitbringsel

Senior-Brauereichef Dieter Gewalt von Steinbach-Bräu war natürlich mit dem "Ladykiller" vor Ort. Peter Oberle von Kosbach hatte mit seinem Kollegen Stefan Pickert ein 30er Fäßchen mit hellem Weizenbock vorbeigebracht.

Glücklicherweise hatten sich aufmerksame Bierliebhaber frühzeitig einige Gebinde hellen Weizenbocks der Brauerei Kitzmann gesichert, verwahrt und zum Treffen mitgebracht. Nicht weniger Süffiges hatten die zahlreichen Hobbybrauer dabei.

Die Ranch Bräu von Sepp Koblischek und Erich Pauer hatte einen Weizenbock Hell mitgebracht, der mit dem von Koblischek angebauten Hopfen gebraut war. Der Buckenhofer Chilli-Weizenbock reifte dagegen noch zu Hause.

Rene Ermler vom Braukontor Erlangen hatte mit seinen Kollegen den Sud für den Weizenbock am Herzogenauracher Mittelalterfest aus 60 Prozent Weizen- und 40 Prozent Gerstenmalz eingesotten und bis jetzt gelagert. Vierbräu aus Frauenaurach von Petra Paulsen und Andreas Sperr war mit dem Catanus Weizenbock und besonderer Erlanger Hopfennote vertreten, Stefan Bauer von der "Brauerey" aus der Bayreuther Straße in Erlangen hatte Amarillo-Weizenbock mit 16,5 Prozent Stammwürze dabei. Mit einem Martinsbock "Wachenator" aus Gleisenhof bei Hetzles konnte Wache Bräu von Horst Behr und Heinz Reis aufwarten.

Süffiges lieferten auch Nicola Wagner aus Büchenbach mit einem Rumpelstilzchen-Weizenbock, Sandberg-Bräu aus Bubenreuth von Stefan Götz von Glatz und Rainer Schmitz mit ihrem "Minus-Zehn-Grad-Winterbock".

Wichtig war beim Treffen auf dem Bergkirchweihgelände auch die Unterlage für die Brauer. Sabine Ismaier hatte einen Bierobatzt'n, außerdem waren Straubinger Gurken und Martini-Trefferle von Susanne Uano aus Erlangen begehrt.

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