Neunkirchen am Brand
neunkirchen.inFranken.de 

Biber gestaltet die Bachaue

Im Ebersbach und in seinem Mündungsbereich in den Brandbach ist der Biber heimisch geworden. Die Ortsgruppe Neunkirchen und Umgebung des Bundes Naturschutz (BN) hatte bereits vor mehr als zwei Jahren ...
Artikel drucken Artikel einbetten

Im Ebersbach und in seinem Mündungsbereich in den Brandbach ist der Biber heimisch geworden. Die Ortsgruppe Neunkirchen und Umgebung des Bundes Naturschutz (BN) hatte bereits vor mehr als zwei Jahren bei einem Vortragsabend ausgiebig darüber informiert. Dieses Jahr lud sie zu einer Biber-Exkursion am Gewässer im Rahmen der "Bayern-Tour Natur" ein.

Der Biberbeauftragte des Landkreises Forchheim, Wilfried Schwarz, führte eine zehnköpfige interessierte Gruppe entlang des Ebersbaches auf der Suche nach Spuren des Bibers. Zunächst ging es im Südteil bis ans Regenrückhaltebecken Brand-/Ebersbach zur dortigen Biberfamilie. Diese gestaltet die Auen-Natur nun bereits seit fünf Jahren. Fleißig sind die Tiere dabei, den ganzjährig wasserführenden Ebersbach aufzustauen, und schaffen so den gewünschten Biotopverbund. Mehrere Wassergräben und Biber-Rutschen haben die beiden Bäche miteinander verkoppelt.

Neben der Erledigung dieses "Regierungsauftrags" leistet der Wasserbaumeister aber auch kostenlosen Hochwasserschutz. Denn er hat zwischen Auen-Biotop und Ortseingang von Dormitz fünf Dämme gebaut, die bei Starkregen helfen, Hochwasser zurückzuhalten.

Anschließend ging es Richtung Norden zur zweiten Biberfamilie, die seit circa vier Jahren im Feuchtbiotop "Lange Wiesen" am Ebersbach zu Hause ist. Viele Jahre hat der BN das Biotop gepflegt und nun rege Unterstützung durch den Biber bekommen. Dieser werkelt inzwischen wassertechnisch so genial, dass ihm bis auf die Pflege einer kleinen eingebetteten Orchideenwiese nun die Gestaltung der Bachaue überlassen werden kann. Mehrere Dämme und eine Biberburg sind im Feuchtbiotop angelegt. Auch hier hat sich die Landschaft im Sinne des Regierungsauftrags gewandelt.

Vom Biber initiierte Feuchtgebiete sind nicht nur artenreicher als jedes vom Menschen angelegte Biotop, sondern auch wesentlich kostengünstiger. In Auen sind sie Lebensraumschwerpunkte für bis zu 90 Vogel-, 29 Libellen- und eine große Anzahl von Pflanzenarten. Überdies herrscht hier eine bis zu 80-fach höhere Fischdichte, ein Baustein der Nahrungskette, von dem nicht nur der Biber profitiert.

Der Wolf als natürlicher Feind

Offensichtlich fühlen sich die beiden Biberfamilien in den Bachauen sehr wohl, wie das exzellente Gestaltungsergebnis zeigt. Eine Biberfamilie besteht in der Regel aus den zwei Alttieren, ein bis drei Jungtieren aus dem Vorjahr und der gleichen Anzahl diesjähriger junger Biber. Die Jungen leben bei ihren Eltern, bis sie mit ungefähr zwei bis vier Jahren geschlechtsreif werden. Natürliche Feinde haben erwachsene Biber nur durch den Wolf, Jungtiere allerdings werden von Altfüchsen gejagt.

Dem Biberbeauftragten Wilfried Schwarz fällt hier die wichtige Aufgabe als Vermittler zwischen den Ansprüchen des Bibers und denen des Menschen zu. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren