Haundorf

Biber, Fische und andere Probleme

Begehung Zur Fachexkursion am Bimbach in Haundorf lud Monika Preinl vom Amt für Planung, Natur und Umwelt. Beim Gewässer-Nachbarschaftstag schauten Nachbarschaftsberater, wie Theorie in die Praxis umgesetzt werden kann.
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Gunther Haas erläutert Fachleuten und Nachbarn die Vorrichtung, die den Biber dazu bringt, dass er nicht weiterbaut.  Foto: Michael Busch
Gunther Haas erläutert Fachleuten und Nachbarn die Vorrichtung, die den Biber dazu bringt, dass er nicht weiterbaut. Foto: Michael Busch

Michael Busch Bereits bei der ersten Station gingen die Meinungen auseinander. Biber oder Fisch, das war hier die Frage? Auf dem Gewässer-Nachbarschaftstag in Haundorf ging es um genau diese Frage. Unter anderem.

Von einer guten Gewässerunterhaltung profitieren Mensch und Natur gleichermaßen. Auf dem Gewässer-Nachbarschaftstag diskutierten Gemeinden und Behördenvertreter über den optimalen Umgang mit den Bächen in den Landkreisen Fürth und Erlangen-Höchstadt. Im theoretischen Teil ging es zunächst um den optimalen Umgang mit den Bächen und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch im Gelände. Zum Thema "Gewässerunterhaltung und Naturschutz" war Gunther Haas vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg eingeladen. Er ist Gewässer-Nachbarschaftsberater für die Landkreise Fürth und Erlangen-Höchstadt.

Die regelmäßigen Arbeiten für die Unterhaltung der Gewässer haben einen großen Einfluss auf den Naturschutz: Egal, ob die Uferböschung gemäht, die Gewässersohle räumt oder das Ufer befestigt wird, immer bewegt man sich im Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen. "Es finden sich Hunderte von Arten in und an unseren Bächen", erläuterte der Experte Haas. So sind unter anderem Fische, Libellen, Eintagsfliegen, Wasserkäfer, Mollusken und Amphibien auf naturnahe Gewässer anwesend.

Praxis trifft auf Theorie

Wesentlicher Bestandteil dieses Tages war dann der Gang ins Gelände. Am Bimbach in Haundorf wurden die durchgeführten Arbeiten begutachtet und über deren Auswirkungen gesprochen.

So zum Beispiel über den Damm eines Bibers. Fragen, die durch die Experten schnell beantwortet waren. So zum Beispiel die Sorge, dass Fische an dem Bauwerk nicht mehr vorbei kämen. Diese hätten laut Haas aber durchaus eine Chance, weil bei Hochwasser ein Weiterkommen für die Fische unproblematisch sei. Da sich das Gelände aber auch weiter entwickeln soll, wurde ebenso darüber diskutiert, ob der Bau von dem Biber überhaupt noch betrieben respektive beachtet werde. Es spiele dann in Folge aber auch die Wasserhöhe eine Rolle, die sich durch den jetzigen Damm und den Staueffekt ergeben habe.

Im weiteren Verlauf wurden weitere Stellen des Bimbachs angeschaut und über den Verlauf, die Renaturierung, die Lebensbedingungen für Tiere und vieles mehr gesprochen. In Bayern sind rund 90 000 Kilometer Bäche und Gräben in der Unterhaltung der Gemeinden, in Herzogenaurach sind es rund 40 Kilometer. Erster Bürgermeister German Hacker betonte bei der Begrüßung der Veranstaltungsteilnehmer: "Wir nehmen die Verantwortung für den Schutz, die Pflege und die Entwicklung der Bäche und Gräben sehr ernst."

Nächstes Mal nach Möhrendorf

Der Gewässerentwicklung komme gerade im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel eine große Bedeutung zu. Durch die Schaffung von Retentionsräumen werde der Hochwasserschutz verbessert und die Auswirkungen des Klimawandels abgemildert. Hacker ergänzte: "Bereits im Jahr 2008 hat die Stadt ein Gewässerentwicklungskonzept für ihre Gewässer dritter Ordnung erstellen lassen, dass, wo immer Grundstücksverhältnisse dies zulassen, konsequent umgesetzt wird."

Eine gute Vorgabe für Thomas Fischer, Bürgermeister von Möhrendorf, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm. Bereits jetzt sicherte er zu, dass der nächste Gewässer-Nachbarschaftstag in Möhrendorf stattfinden könne. Gesprächsbedarf sei sicher noch lange Zeit vorhanden.

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