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Poxdorf

Biber beschäftigt Poxdorf weiter

Die Probleme mit dem Nagetier halten an. Jetzt wurde der Kreuzbachdurchlass unter dem Bahndamm verstopft. Das Gremium drängt nun auf Umsiedlung oder Abschuss. Losgehen kann der Kita-Umbau.
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Der Kreuzbach-Durchlass ist infolge der Aktivitäten des Bibers verstopft. Foto: privat
Der Kreuzbach-Durchlass ist infolge der Aktivitäten des Bibers verstopft. Foto: privat

Der noch amtierende Gemeinderat hat sich mit dem Breitbandausbau, der Einrichtung einer zweiten Krippengruppe und der Anschaffung eines Bürgerbusses befasst. Zunächst aber ging es wieder einmal um das immer noch ungelöste Problem mit dem Biber.

Wie Bürgermeister Paul Steins berichtete, hat sich dieser emsige Bewohner des Kreuzbaches inzwischen bis in die Ortsmitte vorgearbeitet: Im Garten hinter der Bäckerei Werner in der Hauptstraße hat er zahlreiche Bäume der Streuobstwiese umgelegt. Vor Weihnachten hatte der Bauhof der Gemeinde elf seiner frisch gebauten Dämme abgeräumt; im Laufe des Januars hat er wieder neue errichtet. Am 10. Februar entfernte der Bauhof u.a. einen Damm nahe der ICE-Strecke - und auch den errichtete der Biber wieder neu.

Durch die starke Strömung des Kreuzbaches, der infolge der dauernden Regenfälle viel Wasser führte, wurde dieser Damm jedoch weggespült und verstopfte daraufhin den Kreuzbachdurchlass unter dem Bahndamm, der nach Meinung einiger fachkundiger Poxdorfer ohnehin zu klein dimensioniert ist.

Bürgermeister Steins wandte sich nun direkt an den Landrat. Mit Hinweis auf die bisherige finanzielle und personelle Belastung der Gemeinde (im Jahre 2019 mehr als 10 000 Euro und viele Bauhof-Stunden) sowie auf die Gefahr möglicher Schadenersatzansprüche der DB Netz AG stellte er den Antrag auf Umsiedlung oder Abschuss des Bibers. Eine Antwort steht noch aus.

Glasfaser wird forciert

Die Gemeinde Poxdorf möchte den Breitbandausbau vorantreiben, weil die Glasfaserverkabelung gerade im ländlichen Raum zu einem Standortfaktor geworden ist, wenn man für kleine Unternehmen oder neue Bürger attraktiv sein möchte. Aktuell ging es um die Entscheidung, ob bei Straßenausbauten oder Erschließungsarbeiten eine Versorgung mit Leerrohren inklusive Glasfaser bis zur jeweiligen Grundstücksgrenze mit ausgeschrieben werden soll. Für die Weiterführung der Leerrohre mit Glasfaser bis zu den Hausanschlüssen sollen dann die Hauseigentümer zuständig sein.

Andreas Hofmann von der Verwaltung der VG führte aus, dass demnächst mit einem neuen Förderprogramm der Staatsregierung für einen vollen Glasfaserausbau gerechnet werden könne. Er empfahl, darauf hinzuarbeiten, dass alle 537 Gebäude in Poxdorf an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Die zu erwartenden Förderquoten würden einen großen Teil der Kosten abdecken; außerdem könne man die Leerrohre an die Telekom vermieten oder verkaufen. Lediglich für die Zwischenfinanzierung müsse die Gemeinde eventuell einen Kredit aufnehmen. Die Beschlussvorlage wurde vom Gemeinderat einstimmig gebilligt.

In der neuen Kindertagesstätte, die im September 2021 ihren Betrieb aufnehmen soll, wird es zwei (später drei) Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen geben. Zurzeit besteht bereits ein großer Bedarf an Krippenplätzen: Die Voranmeldungen aus Poxdorf und aus der Umgebung und die Übergänge aus der Krippe 1 ergeben insgesamt, dass mit 27 neuen Krippenkindern zu rechnen sein wird. Da bisher nur zwölf Krippenplätze vorhanden sind, wurde erwogen, bereits ab September 2020 eine zweite Krippengruppe einzurichten. Dafür wären in der jetzigen Kita eine Umwidmung einiger Räume und etliche Umbauarbeiten erforderlich.

Anhand zahlreicher Fotos erläuterte Bürgermeister Paul Steins, wie man vorgehen wolle. Die Kosten sollen im Rahmen gehalten werden, vieles könne vom Bauhof erledigt werden. Zu beauftragen sei lediglich ein professioneller Installateur. Und die für die neue Kita ohnehin vorgesehene Aufstockung des Personals um zwei weitere Fachkräfte werde lediglich vorgezogen.

Die Frage von Gemeinderätin Gisela Marquardt (SPD), wie man mit den Kosten zurechtkomme, da der Haushalt ja schon verabschiedet worden sei, beantwortete der Bürgermeister dahingehend, dass schlimmstenfalls auch ein Nachtragshaushalt möglich sei. Alle Räte stimmten der Einrichtung einer zweiten Krippengruppe zum September 2020 zu, so dass die Umbauarbeiten sofort in Angriff genommen werden können.

Mit im Boot beim Bürgerbus

Die Räte waren schon im Vorfeld über einen Beschluss des Effeltricher Gemeinderates informiert worden, der sich im Januar 2020 für die Anschaffung eines Bürgerbusses für die Beförderung älterer Mitbürger ausgesprochen hatte. Genauso wie ihre Effeltricher Kollegen meinten die Poxdorfer Räte, dass dieses Projekt besser vorangebracht werden könne, wenn man interkommunal zusammenarbeite.

Allerdings gab es etliche Einwände und Verbesserungsvorschläge: Der Fahrdienst müsse individueller gestaltet werden, d. h. die Fahrgäste müssten von zu Hause abgeholt werden; der Bus solle nicht nur an zwei Tagen pro Woche fahren, sondern häufiger; es solle versucht werden, auch noch Langensendelbach ins Boot zu holen, denn bei vergrößertem Einzugsgebiet wäre eventuell eine Förderung möglich; ein kleiner Kostenbeitrag der Fahrgäste solle erwogen werden.

Vorbehaltlich des zu ermittelnden Bedarfs befürwortete der Gemeinderat die Beteiligung am Projekt "Bürgerbus" einstimmig.