Kronach
kronach.inFranken.de  In seiner Konferenz mit Vorstandsneuwahlen im Hotel Antla konnte sich der SPD-Stadtverband Kronach weiter personell verstärken.

Bezahlbarer Wohnbau wird benötigt

Die Kronacher Rechtsanwältin Sabine Gross und der ehemalige Stadtrat Fred Wittmann, der sich wieder aktiv in die Politik einbringt, wurden als neue stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands g...
Artikel drucken Artikel einbetten
Der SPD-Stadtverband wählte bei seiner Konferenz einen neuen Vorstand. Im Bild (von links) Stadtrat Hans Simon, Edith Marr, Stadtrat Klaus Simon, Fred Wittmann, Stadtrat Edgar Dunst, Petra Kastner, Karl H. Fick, Michael Seegenschmiedt, Kreisrätin Heidi Hansen, Alexander Gröger, Vorsitzender Dr. Ralf Völkl, Hans Rebhan, Sabine Gross, SPD-Kreisvorsitzender Dr. Ralf Pohl, Stadträtin Marina Schmitt und Stadtrat Thilo Moosmann. Foto: privat
Der SPD-Stadtverband wählte bei seiner Konferenz einen neuen Vorstand. Im Bild (von links) Stadtrat Hans Simon, Edith Marr, Stadtrat Klaus Simon, Fred Wittmann, Stadtrat Edgar Dunst, Petra Kastner, Karl H. Fick, Michael Seegenschmiedt, Kreisrätin Heidi Hansen, Alexander Gröger, Vorsitzender Dr. Ralf Völkl, Hans Rebhan, Sabine Gross, SPD-Kreisvorsitzender Dr. Ralf Pohl, Stadträtin Marina Schmitt und Stadtrat Thilo Moosmann. Foto: privat

Die Kronacher Rechtsanwältin Sabine Gross und der ehemalige Stadtrat Fred Wittmann, der sich wieder aktiv in die Politik einbringt, wurden als neue stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands gewählt. Vorsitzender Ralf Völkl wurde einstimmig bestätigt, ebenso seine weiteren Stellvertreter Marina Schmitt und Jochen Günnel. Mit Hans Rebhan und Michael Seegenschmiedt wurden zudem neben Stadtrat Edgar Dunst und Markus Welsch zwei neue, jüngere Mitglieder als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Nach mehr als 20 Jahren gab Michael Hennings nach seinem Umzug nach Marktrodach das Amt des Kassiers an Stadtrat Thilo Moosmann ab. Ihm dankte Ralf Völkl für die zuverlässige und immer korrekte Kassenführung. Schriftführerin ist Kreisrätin Heidi Hansen. Als Revisoren wurde Petra Kastner bestätigt und Klaus Bächer neu gewählt.

Als Vertreter der Arbeitsgemeinschaften wurden für die Jusos Stefanie Gröger und Thomas Wirkner gewählt, Ingrid Heinisch für die AG Arbeitnehmerfragen, Karl H. Fick für die Selbstständigen, Eleonore Schneider für die AsF Frauen sowie Edith Marr und Edgar Dunst für die AG60plus Senioren. Michael Seegenschmiedt ist Beauftragter für Bildung und Alexander Gröger für Energiepolitik.

Kommunalpolitisch zeigt sich der SPD-Stadtverband engagiert, wichtige Themen in der Stadt voranzubringen. So wurden bei der Versammlung die Schaffung zusätzlicher, bezahlbarer Wohnungen gefordert, um den Wohnungsmarkt zu entlasten und den Anstieg der Mieten zu bremsen. Sabine Gross, die auch Justiziarin des Mietervereins ist, berichtete, was die Mieter der KWG in den vergangenen Jahren alles durchgemacht hätten.

Die Kosten für energetische Sanierungen sind laut Gross vollständig auf die Mieten umgelegt worden, weitere Mieterhöhungen seien gefolgt sowie die Nebenkosten deutlich gestiegen. Das Fass zum Überlaufen gebracht habe jetzt die mangelhafte Besetzung des Büros in Kronach letzten Jahres, die dazu geführt habe, dass es keine Ansprechpartner gegeben habe.

Stadtrat Klaus Simon erklärte, dass rund 40 KWG-Wohnungen nicht saniert seien und leer ständen. Dies sei für den Wohnungsmarkt und die Stadtentwicklung eine Katastrophe. Die SPD erwarte, dass der neue Eigentümer stärker in die Sanierung der Wohnungen investiere, zumal die Nachfrage nach Wohnraum in Kronach vorhanden und das Geld damit langfristig gut angelegt sei. Weiterhin sprach sich Klaus Simon dafür aus, dass die Stadt Kronach wieder in den sozialen Wohnungsbau einsteige und hierfür freie Flächen wie das ehemalige THW-Gelände am Kreuzberg nutze. Dieses solle zeitnah vom Bund erworben werden. Unterstützt wird von der SPD auch die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels für Kronach, um das Mietniveau besser überwachen und Preissteigerungen erkennen und bekämpfen zu können.

Spital: Kombinationsmodell

Stadträtin Marina Schmitt ging näher auf die Nutzung des seit Anfang 2018 leerstehenden Bürgerspitals ein. Die SPD habe sich dabei von Anfang an für eine schnelle und finanzierbare Lösung ausgesprochen, die auch die Rahmenbedingungen des Denkmalschutzes berücksichtige. Dieses Konzept habe vorgesehen, dass der denkmalpflegerisch wertvolle Altbereich ohne gravierende Umbauten für die Kreisjugendpflege genutzt werde. Mit den Mieteinnahmen hätte die Stiftung, die zwar über einen großen Grundbesitz, aber nur wenige liquide Mittel verfüge, den Umbau des weiteren Gebäudes zum Beispiel für Seniorenwohnungen finanzieren können. Nachdem sich jetzt Verzögerungen bei der Beauftragung einer Machbarkeitsstudie ergeben hätten und auch die nicht gerade rosige finanzielle Situation der Stiftung klarer werde, erhalte dieses Kombinationsmodell für Jugend und Senioren wieder mehr Zuspruch - wie jüngst von den Grünen, die sich jetzt der Meinung der SPD angeschlossen hätten. SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Völkl zeigte sich verwundert über die Diskussionen zum Parkplatzangebot in Kronach, wo sich Freie Wähler und CSU streiten, wer das Thema entdeckt habe. Fakt sei, dass Parkplätze nicht von alleine entstehen, sondern aktiv geschaffen werden müssen, wie dies unter Bürgermeister Manfred Raum und der SPD der Fall gewesen sei. In seiner Amtszeit seien viele der wichtigen Parkplätze für die Innenstadt gebaut worden, so der Parkplatz Europabrücke, das Parkhaus, der Parkplatz Krahenberg, der Parkplatz am Friesener Torweg, der in der Zwischenzeit bebaut und damit weggefallen sei, oder der Parkplatz am Busbahnhof. Auch bei städtischen Sanierungsmaßnahmen wie in der Rosenau habe man damals die Schaffung von Tiefgaragen mit vorgesehen. Weitere Parkplätze seien bereits damals im Gespräch gewesen oder konzipiert worden, zum Beispiel die Nutzung des Geländes der Güterhalle oder am Stellwerk in Kronach sowie eine zweite Parkebene am Krahenberg. In den letzten Jahren habe sich bei diesem Thema jedoch nichts mehr getan.

Grundbedürfnis

SPD-Kreisvorsitzender Ralf Pohl bedankte sich beim SPD-Stadtverband für die aktive politische Arbeit, besonders auch in wichtigen sozialen Bereichen wie dem Thema Wohnen, das ein Grundbedürfnis der Menschen sei. Dies dürfe die Politik nicht vollständig dem freien Markt überlassen, damit Wohnraum auch für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar bleibe. vz

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren