Kronach
Morbus Bechterew

"Bewegung" lautet die wichtigste Botschaft für die Patienten

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) Kronach existiert seit 20 Jahren. Sie nimmt den Welt-Rheuma-Tag 2019 zum Anlass, auf die entzündliche und chronische Krankheit, die vor allem die Wirbe...
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Eberhard Dunst
Eberhard Dunst

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) Kronach existiert seit 20 Jahren. Sie nimmt den Welt-Rheuma-Tag 2019 zum Anlass, auf die entzündliche und chronische Krankheit, die vor allem die Wirbelsäule betrifft, aufmerksam zu machen.

Der russische Neurologe Wladimir Bechterew hat die Krankheit Ende des vorletzten Jahrhunderts zwar nicht entdeckt, aber eine im deutschen Sprachraum besonders beachtete Beschreibung geliefert. Sie betrifft vor allem das Bewegungssystem und kann über entzündliche Prozesse zu einer Einsteifung der Wirbelsäule führen. Aber auch andere Gelenke und Organe können befallen werden.

"Morbus Bechterew gilt bis heute als unheilbar, lässt sich aber in seinem Verlauf ganz entscheidend beeinflussen", betonen die beiden Gruppensprecher der Kronacher Gruppe, Eberhard Dunst und Beate Rebhan. Die DVMB-Gruppe Kronach führt deshalb wöchentlich unter fachkundiger Anleitung der beiden eigens für Morbus Bechterew ausgebildeten Therapeutinnen Sabrina Kraus und Katrin Fritzsche Funktionstraining im Rahmen von Trocken- und Warmwassergymnastik durch und hilft Patienten, die an Morbus Bechterew oder einer artverwandten Erkrankung (zum Beispiel Fibromyalgie, Osteoporose, Morbus Chron usw.) erkrankt sind, mit Rat und Tat weiter. Ihre wichtigste Botschaft für die Patienten lautet: "Bewegung - Bewegung - Bewegung".

Die örtliche Gruppe Kronach trifft sich jeden Donnerstagabend um 18.30 Uhr in der Sporthalle in Neuses oder im Bewegungsbad der Lebenshilfe Kronach.

"Die Patienten können sich selbst am besten helfen, indem sie für häufige und intensive Bewegung sorgen. Wir bieten ein offenes, solidarisches Miteinander. Wir machen Mut und geben Hilfestellung, um die Krankheit zu bewältigen und damit verbundene Ängste abzubauen. Wir zeigen auf, wie die Lebensqualität der Morbus-Bechterew-Patienten erhalten oder wieder hergestellt werden kann. Wir unterstützen unsere Mitglieder, vertreten ihre Interessen und betreiben Aufklärung der Öffentlichkeit. Wir haben es mit einer Krankheit mit erheblicher Dimension für die Betroffenen zu tun. Weil nach dem Stand der Wissenschaft Morbus Bechterew nicht heilbar ist, wirbt die DVMB bei Betroffenen, die Teilnahme an den vorbeugenden und lindernden Therapien lebenslang fortzuführen", betonen die beiden Kronacher Gruppensprecher.

Oft fehlgedeutete Beschwerden

Wie sie erläutern, sind im Anfangsstadium der Krankheit die Beschwerden meist unspezifisch und werden daher oft fehlgedeutet. Erfahrene Rheumatologen seien heute jedoch in der Lage, eine zuverlässige Diagnose zu stellen. Häufige Symptome sind wechselnde Gesäßschmerzen mit Einschränkungen an der Lendenwirbelsäule und Ausstrahlungen auf die Oberschenkel. Zahlreiche Patienten klagen über sogenannte Morgensteifigkeit, die über Monate hinweg andauert und zu sich verschlimmernden Schmerzen führt.

Die regelmäßige Bewegungstherapie der Kronacher Gruppe wird in der Regel von den Krankenkassen unterstützt. Weiterhin ist es sinnvoll, die erlernten Übungen auch zu Hause durchzuführen. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade die Teilnahme an einer Gymnastik in der Gruppe dazu führt, Übungen richtig durchzuführen, dass Fehlbelastungen vermieden werden und die Motivation steigt, diese Übungen zu Hause täglich durchzuführen", sagen Eberhard Dunst und Beate Rebhan. Nähere Auskünfte erteilen die Gruppensprecher der DVMB-Gruppe Kronach telefonisch unter 09261/94848, mobil 0152/57108959, E-Mail: dunst@dvmb-kronach.de oder auf der Homepage unter www.dvmb-kronach.de. hs

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