Kronach

Bewegender Abschied aus Kronach

Der Rektor des Klosters, Pater Werner Pieper, wurde verabschiedet und sein Nachfolger P. Rudolf Welscher begrüßt.
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Provinzial Pater Felix Rehbock OMI (links) ernennt Pater Rudolf Welscher zum neuen Rektor im Oblatenkloster Kronach. Rechts im Bild Pater Werner Pieper, der Rektor im Oblatenkloster Gelsenkirchen wird.  Fotos: K. H. Hofmann
Provinzial Pater Felix Rehbock OMI (links) ernennt Pater Rudolf Welscher zum neuen Rektor im Oblatenkloster Kronach. Rechts im Bild Pater Werner Pieper, der Rektor im Oblatenkloster Gelsenkirchen wird. Fotos: K. H. Hofmann
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Karl-Heinz Hofmann Kronach —  In einem beeindruckenden Festgottesdienst in der Klosterkirche Kronach wurde Rektor Pater Werner Pieper OMI vom Oblatenkloster St. Heinrich in Kronach verabschiedet. Pater Pieper verlässt das Oblatenkloster Kronach und geht als Rektor ans Oblatenkloster Gelsenkirchen.

Die Ordensleitung hatte ihn gebeten, die Leitung des Oblatenklosters in Gelsenkirchen zu übernehmen. Er wird dort in einer Kommunität mit sieben Mitbrüdern in der Pfarrei und im Kloster tätig sein.

Aber das Oblatenkloster Kronach sei kein sinkendes Schiff, stellt er klar, sondern er konnte auch gleich seinen Nachfolger am Steuer des Oblatenklosters Kronach vorstellen. Pater Rudolf Welscher OMI wurde im Festgottesdienst in der Klosterkirche in Kronach am Sonntag als neuer Rektor am Oblatenkloster Kronach durch Provinzial Pater Felix Rehbock OMI in sein Amt in Kronach eingeführt.

In Presseck geboren

Pater Rudolf Welscher OMI ist 1950 in Presseck geboren. Viele Jahre war er in der Volksmission tätig. Seit zwölf Jahren ist er Pfarrer der St.-Johann-Nepomuk-Gemeinde in Zwickau und war Rektor des Oblatenklosters.

Der sehr fröhliche Gottesdienst wurde musikalisch vom Chor "Con brio" umrahmt und durch eine Mut machende, herzerfrischende Predigt von Provinzial Felix Rehbock bereichert. Der Provinzial zelebrierte auch die Messfeier.

Seine Predigt orientierte Pater Rehbock an zwei bekannten Sprichwörtern. "Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und siehe, die Pflicht war Freude!" Das zweite Sprichwort, welches durch die Predigt führte, besagt: "Binde deinen Karren an einen Stern!" Leben sei Freude, wenn man seine Pflicht und seinen Dienst gerne tut. So könnten auch die beiden Geistlichen Rudolf Welscher und Werner Pieper im Alter von 69 Jahren beziehungsweise 75 Jahren noch ihren Dienst tun. Wenn man seine Fähigkeiten und Talente, die von Gott gegeben sind, für andere Menschen einsetze, dann mache das Freude. Der Karren sei zwar gefüllt mit Alltagsarbeit, sorgen, Aufgaben, Verantwortung und stoße manchmal an Grenzen. Dabei komme der Karren manchmal zu schwer vor. Deshalb solle man ihn an einen Stern binden, der sich an Jesus von Nazareth, orientiere und immer an eurer Seite steht.

Die Abschieds- und Willkommensgrüße waren voller Emotionen. Vor allem Pater Pieper hatte öfter mit den Tränen zu kämpfen. Er hat die Frankenwälder in sein Herz geschlossen. Obwohl er in seine Heimat zurückkehre, falle ihm der Abschied schwer.

Vom Frankenwald in die "Wüste"

Von der Melancholie konnte Pater Helmut Haagen etwas ablenken. Wieder einmal war es ihm gelungen, die Kirchenbesucher zu erheitern und ihnen Beifall zu entlocken. Als Geschenk für Pater Pieper hatte er einen aus Lebkuchenteig gebackenen Vater Abraham mitgebracht. Nach biblischer Überlieferung zog dieser mit 75 Jahren aus in die Wüste. Weil Pater Pieper als 75-Jähriger ins Ruhrgebiet zieht, bekam er auch einige Flaschen Frankenwein mit auf den Weg, um nicht wie Abraham in der Wüste dürsten zu müssen.

Anders ergehe es Bruder Rudolf Welscher, der von Sachsen in die Genussregion Oberfranken zurückkehre. Er kenne sich gut aus im Frankenwald und mit Bier, Bratwürsten und Blasmusik. Sein Credo laute daher eher statt beten und arbeiten "beten und feiern".

Landrat Klaus Löffler freute sich über den nahtlosen Übergang am Oblatenkloster und dankte Pater Pieper für sein segensreiches Wirken in sechs Jahren im Frankenwald. Er ging auf die Predigt von Pater Provinzial Rehbock ein. Mut, Optimismus und Miteinander seien Werte, die für Staat und Kirche gleichermaßen gelten. Pater Pieper haben in den sechs Jahres seelsorgerlichen Wirkens Spuren in den Herzen der Frankenwälder hinterlassen.

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann entbot Dank und Wertschätzung Pater Werner Pieper gegenüber und ein herzliches Willkommen der Stadt Kronach an Pater Rudolf Welscher. Sie hob die Bedeutung des Klosters für die katholischen Christen in Kronach und darüber hinaus hervor.

Dankbar für die Zuneigung

Für die Pfarrei St. Johannes der Täufer Kronach entbot Pastoralreferentin Birgitta Staufer die Dankes- und Grußworte. Betriebsseelsorger Eckhard Joe Schneider dankte auch im Namen der Katholischen Erwachsenenbildung, und der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung für sechs Jahre gute Zusammenarbeit in Untermiete. Pater Pieper s habe immer für gute Atmosphäre und gutes Betriebsklima in den Einrichtungen des Klosters gesorgt.

Der neue Rektor Pater Rudolf Welscher freute sich nach zwölf Jahren in Sachsen, wo der Mitgliederschwund katholischer Christen enorm ist, wieder in einer katholisch geprägten Region wirken zu dürfen. Geboren ist er in Presseck, seine Mutter kommt aus Erlangen, sei also echt fränkisch, schmunzelte er.

Pater Pieper gehörte das Schlusswort. Er fühle sich reichlich beschenkt, nicht nur wegen der Geschenke, sondern wegen der Zuneigung der Christen im Frankenwald zum Glauben. eh

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