Erlangen

Bewegende Bewegt-Bilder

Das Erlanger Stadtmuseum zeigt einen historischen Film über Behindertenhilfe.
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Der Stummfilm erzählt die Geschichte des fiktiven "Heinerle von Lindenbronn". Foto: privat
Der Stummfilm erzählt die Geschichte des fiktiven "Heinerle von Lindenbronn". Foto: privat

Anno 1927 machte Altdorf in ganz Deutschland Furore: Die evangelische Bildkammer Nürnberg ließ im damals neu gegründeten Wichernhaus den Film "... und hätte der Liebe nicht" drehen und zeigte ihn im ganzen Deutschen Reich. Hunderttausende strömten in die Kirchen und Gaststätten, um die Filmaufführungen des Wanderkinobetriebs der Evangelischen Bildkammer zu besuchen. Der Streifen, der zu den ältesten Sozialdokus der deutschen Filmgeschichte gehört, ist am Donnerstag, 16. Januar, um 19 Uhr im Stadtmuseum Erlangen zu sehen. Der Komponist und Pianist Ulrich Nehls (Erlangen) sorgt für Live-Improvisation am Klavier. Der Eintritt ist frei.

Passend zur Sonderausstellung

Thomas Greif, Leiter des Diakoniemuseums Rummelsberg, führt in die Thematik ein. Das Diakoniemuseum Rummelsberg hat den Film für die Ausstellung "Feldlazarett und Wanderkino" gesichtet und technisch verfügbar gemacht. Auch stellte es dem Stadtmuseum Erlangen Ausschnitte aus dem Film für die Sonderausstellung "Barrieresprung" zur Verfügung.

Das Wichernhaus in Altdorf galt damals wegen seiner Modernität in der pädagogischen Arbeit als Vorzeigeeinrichtung im Bereich Behindertenhilfe. Daher wurde es als Drehort für diesen Film über die Behindertenhilfe in Deutschland ausgewählt, heißt es in einer Pressemitteilung des Stadtmuseums.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen ohne Ton geben Einblicke in die Stadt- und Sozialgeschichte der 1920er-Jahre. Der Stummfilm erzählt die Geschichte des fiktiven "Heinerle von Lindenbronn". Heinerle litt an Kinderlähmung und erhielt im Wichernhaus eine Prothese, mit der er laufen lernte. Zu sehen sind auch die Wichernhaus-Werkstätten, der einstige botanische Garten, eine Ausflugsfahrt der Heimkinder nach Burgthann und Rummelsberg und zahlreiche andere Impressionen aus der längst untergegangenen Kleinstadt-Welt. red

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