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Kulmbach

Bewährung unmöglich

Stephan Herbert Fuchs Rekordverdächtige 27 Vorstrafen hatte ein 53 Jahre alter Angeklagter aus dem Landkreis auf seinem Konto. Mit einer neuen Verurteilung wegen Betrugs zu sieben ...
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Stephan Herbert Fuchs

Rekordverdächtige 27 Vorstrafen hatte ein 53 Jahre alter Angeklagter aus dem Landkreis auf seinem Konto. Mit einer neuen Verurteilung wegen Betrugs zu sieben Monaten Gefängnis ohne Bewährung fügte das Amtsgericht jetzt einen weiteren Eintrag hinzu. Für den gelernten Metzger und Koch nichts Neues, denn wegen verschiedener Betrügereien, Unterschlagungen, Diebstählen und zahlreicher weiterer Straftaten war er schon mehrfach eingesessen, zuletzt eineinhalb Jahre wegen Betrugs in 16 Fällen.
Der Mann hatte im Juni 2015 bei einer Elektrofirma im Landkreis einen Laptop, ein PC-Lautsprecherset, einen Drucker und eine Laptop-Tasche im Gesamtwert von über 920 Euro bestellt und geliefert bekommen. Die Rechnung dafür blieb er bis heute schuldig. Im Gegenteil: Um seine wahre Identität zu verschleiern, hatte er eine falsche Anschrift angegeben. Der Trick funktionierte zunächst. Nach langem Hin und Her machte ihn der Firmeninhaber aber ausfindig, Drucker, Lautsprecher und Tasche tauchten wieder auf, nur der Laptop ist verschwunden.


Einsamkeit und Geldmangel

Vor Gericht räumte der Mann den Betrug ein. Er sei einsam gewesen, habe keinen Halt mehr gehabt und vor allem auch kein Geld, denn er müsse von Hartz IV leben. Mit Gelegenheitsjobs habe es nie richtig geklappt. Trotzdem sei er bereit, seine Schulden abzustottern.
Der Angeklagte habe ihm abenteuerliche Geschichten erzählt, sagte der Geschäftsführer der Elektronikfirma. Der Mann habe sich als Krankenpfleger ausgegeben und immer wieder versichert, dass er sein Geld schon bekomme. Schließlich warte er auf einen größeren Betrag aus einer Versicherung. Natürlich ist bis heute kein einziger Euro bezahlt worden - und der Computer ist verschwunden.


"Erhebliche kriminelle Energie"

Eine Haftstrafe von acht Monaten forderte Staatsanwalt Roland Köhler. Der Angeklagte habe zwar gestanden und einen Teil des Schadens wieder gutgemacht, dennoch habe er eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag gelegt, indem er dem Firmeninhaber eine falsche Adresse genannt habe. Besonders schwer sollten allerdings die vielen Vorstrafen wiegen.
Das beurteilte Richterin Sieglinde Tettmann genauso, auch wenn sie einen Monat nachließ und auf sieben Monate urteilte. Der Angeklagte habe nicht nur den Geschäftsführer und die Mitarbeiter der Elektrofirma um den Finger gewickelt, er sei auch erst 2012 aus der Haft entlassen worden und nur eineinhalb Jahre später schon wieder straffällig geworden. Da sei einfach keine Bewährung möglich, sagte die Richterin.

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