Kronach
Prozess

Bewährung für Betrüger

Am Kronacher Amtsgericht wurde am gestrigen Mittwoch ein 33-jähriger Angeklagter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Grund dafür waren zahlreiche Kontobew...
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Am Kronacher Amtsgericht wurde am gestrigen Mittwoch ein 33-jähriger Angeklagter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Grund dafür waren zahlreiche Kontobewegungen, die er unter dem falschen Namen seiner damaligen Freundin durchgeführt hatte. Es ging um eine Geldsumme von ungefähr 20 000 Euro, die der Beschuldigte in einem Zeitraum von über eineinhalb Jahren regelmäßig und in Beträgen unterschiedlichster Höhe vom Konto seiner Partnerin abgebucht haben soll.
Nachdem Staatsanwalt Johannes Tränkle die Anklageschrift verlesen hatte, forderte Richterin Claudia Weilmünster den jungen Mann auf, zu seinen Taten Stellung zu beziehen, woraufhin dieser sofort ein Geständnis ablegte und seine Taten zu rechtfertigen versuchte.
Um seine Spielsucht zu finanzieren und die Unterhaltszahlungen für eine Tochter aus einer vorherigen Partnerschaft zu leisten, habe er aus Verzweiflung gehandelt und das Geld vom Konto seiner Freundin abgehoben. Zusätzlich wurden vom Angeklagten mehrere Überweisungen abgewickelt, die dazu dienten, zuvor getätigte Kontobewegungen zu verschleiern. Das Problem hierbei war allerdings, dass auch jene Überweisungen hinter dem Rücken seiner Freundin stattfanden und es sich ebenfalls nicht um das Geld des Angeklagten handelte, sondern um das seiner Geliebten.
Sobald der Angeklagte sein Geständnis abgelegt hatte, wurde von Richterin Weilmünster die besagte Freundin in den Zeugenstand gerufen. Diese offenbarte ihre Sicht der Ereignisse, welche sich größtenteils mit den Angaben des Beschuldigten deckte.
Sachlich erklärte die 28-Jährige, wie ihr Freund sämtliche Informationen seitens der Bank systematisch abgefangen hatte und damit seine Vergehen über den langen Zeitraum hinweg erfolgreich verschleiern konnte. Erst nach dem Diebstahl einer dreistelligen Geldsumme aus ihrem Schreibtisch und einem Anruf bei der Bank wurde die Dame stutzig und stellte den Freund zur Rede.
Aufgrund der hohen Anzahl an Abbuchungen und dem Diebstahl des Geldes sah sich Staatsanwalt Tränkle gezwungen, auf eine zweijährige Freiheitsstrafe ausgesetzt auf Bewährung zu plädieren. Jedoch verwies er auch auf den guten Willen des Beschuldigten, den dieser durch sein Geständnis gezeigt hatte. Rechtsanwalt Uwe Gebhardt schloss sich Tränkle an, er erinnerte außerdem an eine Lebensversicherung, die sein Mandant zugunsten der Freundin abgeschlossen hat.
Nach zehnminütiger Bedenkzeit verkündete Richterin Claudia Weilmünster das Urteil, eine zweijährige Freiheitsstrafe ausgesetzt zur Bewährung, wobei die Bewährungsauflagen nicht nur das Einhalten aller Gesetze, sondern vor allem wöchentliche Therapiestunden bei einem Psychologen enthielten, mit dem Ziel, die Spielsucht des Angeklagten ein für alle Mal zu beenden.
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