Oerlenbach
Schule

Betroffenes Schweigen im Angesicht der Gräueltaten

Um das im GSE (Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde) - Unterricht vermittelte Wissen über die Gräueltaten des NS -Regimes anschaulich zu erleben, fuhren die Schü...
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Die 9. Klasse der Mittelschule Oerlenbach besuchte die KZ-Gedenkstätte in Dachau.  Foto/Selfie: Werner Vierheilig
Die 9. Klasse der Mittelschule Oerlenbach besuchte die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Foto/Selfie: Werner Vierheilig
Um das im GSE (Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde) - Unterricht vermittelte Wissen über die Gräueltaten des NS -Regimes anschaulich zu erleben, fuhren die Schülerinnen und Schüler der 9.Klasse der Mittelschule Oerlenbach zusammen mit ihrem Klassenlehrer, Werner Vierheilig, und Lehrerin Margit Hofmann zur KZ-Gedenkstätte in Dachau.
Schon beim Betreten der Anlage durch das Jourhaus, dem einzigen Zugang zum Konzentrationslager, wurde den meisten angesichts der perfektionierten Absicherung mulmig im Magen. Schon hier empfanden viele die Aufschrift "Arbeit macht frei" an der Eingangstür besonders arrogant und grausam.


Erschütterung über "Brausebad"

Auf der Pappelallee erfuhren die Heranwachsenden zwischen den rechts und links erhaltenen Fundamenten der insgesamt 30 Notunterkünfte Informatives über die Anzahl der Inhaftierten und Verstorbenen. Spätestens der Eintritt in die als "Brausebad" getarnte Gaskammer und das angegliederte Krematorium löste in den meisten tiefe Erschütterung aus.
Anschließend erläuterte Werner Vierheilig auf dem Appellplatz dessen Funktion und den Aufbau des ganzen Internierungslagers. Beim Rundgang durch eine originalgetreu nachgebaute Baracke, in denen ab 1944 bis zu 1600 Häftlinge auf engstem Raum unter menschenunwürdigen Bedingungen mehr oder weniger eingesperrt waren, stockte vielen der Atem.


Augen verschlossen

Wie menschenverachtend sich das NS-Regime den jüdischen Mitbürgern gegenüber verhielt, konnten die Jugendlichen im Museum mit seinem zahlreichen Bild- und Textmaterial anschaulich nachvollziehen.
Die abschließende zwanzigminütige Filmvorführung fasste noch einmal konkret das Terrorregime dieser gnadenlosen Gewaltherrschaft, die mit Hitlers Machtergreifung am 30.Januar 1933 begann, zusammen. Erlöst wurden die Gepeinigten aus ihrer Situation erst am 29. April 1945 durch die Amerikaner. Diese Dokumentation originalgetreuer Filmdokumente veranlasste viele, erschreckt die Augen zu schließen. Sie konnten einfach nicht nachempfinden, was in Menschen vorgeht, die solche Einrichtungen zur Vernichtung von Menschen schaffen, nur weil sie einem anderen Stamm angehören.
Den Rest des Tages verbrachten die Teenies in unserer Landeshauptstadt mit Bummeln oder Shoppen, andere streiften durch die Fußgängerzone, beobachteten das rege Treiben dort und sogen die Atmosphäre einer Großstadt ein. Wenige Mutige fuhren per Aufzug in sieben Metern pro Sekunde 185 Meter hoch zur Aussichtsplattform des Olympiaturms und genossen dort über den Dächern der Stadt bei böigen Windstößen einen grandiosen Ausblick. red
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