Tiefenlauter

Betlehem auf dem Bahndamm

Die Waldweihnacht von Tiefenlauter stimmte die Besucher in besonderer Weise auf das Fest ein. Die Kinder des Krippensüiels waren so begeistert bei der Sache wie die vielen Familien, die trotz Regen gekommen waren.
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Elise Schneider und Ben Bößl übernahmen bei der traditionellen Waldweihnacht die Rollen von Maria und Josef und transferierten die Geschehnisse von vor 2019 Jahren aus dem Stall von Bethlehem auf den Bahndamm nach Tiefenlauter.  Fotos: Martin Rebhan
Elise Schneider und Ben Bößl übernahmen bei der traditionellen Waldweihnacht die Rollen von Maria und Josef und transferierten die Geschehnisse von vor 2019 Jahren aus dem Stall von Bethlehem auf den Bahndamm nach Tiefenlauter. Fotos: Martin Rebhan
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Den Heiligen Abend unter freiem Himmel zu feiern ist in Tiefenlauter zur Tradition geworden. Zum 49. Mal fanden sich Menschen im Lautertaler Ortsteil ein, um die besondere Ausstrahlung der Waldweihnacht auf sich wirken zu lassen.

Auch wenn die äußeren Bedingungen nicht unbedingt weihnachtlich anmuteten, die etwa 300 Besucher ließen sich die Stimmung nicht verdrießen, sondern genossen das besondere Flair, das vom Stall auf dem Bahndamm der ehemaligen Werrabahn ausging.

Premiere feierte Pfarrer Ronald Henke, der zum ersten Mal den theologischen Teil der Waldweihnacht übernahm. Dass eine Andacht auch mit Humor gespickt sein kann, bewies Henke als er meinte: "Jesus war ein besonderes Kind, kaum auf der Welt, schon hatte er einen Krippenplatz".

Das Kindliche stellte er weiter in den Focus seiner Betrachtungen. "Gott verzichtet auf Größe, sondern kommt vorsichtig und ganz klein zu uns", interpretierte Pfarrer Henke die Geschehnisse in Bethlehem. Henke weiter: "Gott kommt uns lachend und fröhlich entgegen. Kinder lachen mehr als Erwachsene". Für ihn steht fest, dass die Welt eine andere sein könnte, wenn man sie aus Kinderaugen betrachten würde. Einen bemerkenswerten Schlusspunkt seiner Andacht setzte er, als er das Grönemeyer Lied "Kinder an die Macht", mit leicht verändertem Text erklingen ließ.

Applaus für die Predigt

Dass eine Predigt mit Applaus bedacht wurden, ist nicht alltäglich und zeigte, dass Pfarrer Henke die Menschen auf dem Bahndamm mit seinen Worten auf kurzem Weg erreicht hat.

Wie das Amen in der Kirche gehört das Krippenspiel zur Waldweihnacht. Mit viel Hingabe setzten Elise Schneider, Ben Bößl, Tom Bößl, Lukas Winkler, Leonie Scheler, Nelly Leipold, Marlene Leipold, Lena Leipold, Dana Graf, Marie Graf, Mia Kirstner, Jule Kirstner, Samuel Meyer, Nele Heusinger, Dana Heusinger, Oliver Burlyaev, Heidi und Thees Körner die Geschehnisse rund um den Stall in Bethlehem in Szene.

Hinter den Kulissen hielten Kathrin Schneider, Katja Meyer und Sabrina Kristner die Fäden in der Hand. Was wäre eine Andacht ohne musikalische Umrahmung? Luis Flurschütz gelang es, ein zehnköpfiges Bläserensemble zusammenzustellen, das der Waldweihnacht eine besondere Note verlieh. Mit dem Gedicht "Helles Licht", stimmte Marlene Leipold die Gäste auf den Heiligen Abend ein.

Feuerwehr für die Waldweihnacht

Dass die Waldweihnacht durchgeführt werden konnte, ist der Löschgruppe Tiefenlauter der Feuerwehr Lautertal zu verdanken. Vom ersten Tag an zeichnen die Aktiven für das Ereignis verantwortlich. Deren Leiter, Norbert Seitz, dankte allen, die dazu beigetragen haben, dass die Waldweihnacht wieder stattfinden konnte. Seitz meinte, dass es schwierig sei, auf Kommando in Weihnachtsstimmung zu kommen. Die Waldweihnacht leistete hierfür einen wichtigen Beitrag.Norbert Seitz stellte klar, dass nicht die Geschenke im Mittelpunkt der Weihnacht stehen dürfen. "Herzlichkeit und Liebe sind das Wesentliche", betonte er. Dass bis kurz vor der Feierstunde Regen statt Schnee fiel, bat Seitz zu entschuldigen. "Mit dem Regen ist das so eine Sache, jeder braucht ihn, keiner will ihn", meinte er mit einem Augenzwinkern.

Der Löschzug hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den Spenden die anlässlich der Waldweihnacht gegeben werden, Menschen, die unverschuldet in Not gekommen sind, schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Auch in diesem Jahr füllten die Besucher wieder gern die Spendenkörbe. Mit der "Stillen Nacht" wurde das dankbare Auditorium in einen feierlichen Heiligen Abend verabschiedet.

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