Bad Kissingen
Konzert

Besonderes Musikerlebnis im Regentenbau

Ein besonderes Musikerlebnis verspricht der Liederabend von Radka Loudova-Remmler und Fridolin Remmler am Montag, 2. Oktober, um 19. 30 Uhr im Weißen Saal d...
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Radka Loudová-Remmler  Foto: Fridolin Remmler
Radka Loudová-Remmler Foto: Fridolin Remmler
Ein besonderes Musikerlebnis verspricht der Liederabend von Radka Loudova-Remmler und Fridolin Remmler am Montag, 2. Oktober, um 19. 30 Uhr im Weißen Saal des Regentenbaus im Rahmen der Jüdischen Kulturtage.
Die Künstler haben speziell für die Jüdischen Kulturtage ein Programm mit Werken jüdischer Komponisten und Autoren aus der Zeit zwischen 1870 und 1930 zusammengestellt. Diese Zeit war für die jüdische Bevölkerung in Deutschland und Österreich von besonderer Bedeutung. Im Spannungsfeld zwischen Emanzipation und Antisemitismus, Assimilation und Ausgrenzung bewegten sich auch die Komponisten und Autoren des Liederabends.
Im ersten Teil des Konzerts erklingen eingängige Lieder und Songs von Kurt Weill und Kurt Tucholsky. Von Weill, der in Dessau in einem orthodoxen jüdischen Elternhaus groß wurde, sich als Student von dieser jüdischen Sozialisation befreite, im Exil aber wieder auf neue Weise zu seinen jüdischen Wurzeln zurückfand, erklingen Vertonungen von Gedichten Bertolt Brechts, Erich Kästners und Walter Mehrings. Im Anschluss ist Kurt Tucholsky nicht nur als Textdichter, sondern auch als Komponist zu erleben. Unter dem Einfluss von Max Reinhardt und Friedrich Hollaender hatte Tucholsky in der Weimarer Republik damit begonnen, für einige seiner Gedichte auch die Musik zu liefern. Radka Loudova-Remmler hat als Beispiel die berührende "Ballade von der Fischersfrau" ausgewählt, die Tucholsky unter dem Pseudonym Theobald Tiger komponierte.


Ganz andere Welt

Der zweite Teil des Konzerts führt dann mit spätromantischer Musik in eine ganz andere Welt. Zunächst stehen drei frühe Lieder von Arnold Schönberg nach Texten von Paul Heyse und Richard Dehmel auf dem Programm, in denen sich der spätere Zwölfton-Komponist noch ganz in harmonischen Bahnen bewegt und eine große Nähe zu Johannes Brahms und Richard Wagner aufweist. Den Höhepunkt bilden dann mit Sicherheit die großartigen Liedvertonungen Gustav Mahlers nach Texten von Friedrich Rückert und aus der Volksliedersammlung "Des Knaben Wunderhorn". Mit Mahler erreichte das spätromantische Musikschaffen einen einsamen Gipfel, andererseits weist seine Musik mit ihren vielen modernen Kompositionselementen und ihrer tiefen Melancholie und Zerrissenheit weit in die Moderne hinein.
Die beiden Künstler des Liederabends dürften für das Kissinger Publikum keine Unbekannten sein. Radka Loudová-Remmler wurde in Stod in Tschechien geboren. Bereits mit acht Jahren erhielt sie Gesangsunterricht an der Musikschule in Pilsen. Von 1979 bis 1985 studierte sie bei Olga Jiráková am Konservatorium in Prag Gesang und Gesangspädagogik. Während ihres Studiums und nach dem Staatsexamen sang sie als Sopranistin im Prager Rundfunkchor und im Prager Philharmonischen Chor. 1986 wurde sie nach ihrem Debüt als "Rusalka" von GMD Wolfgang Hocke als lyrischer - jugendlich dramatischer Sopran an das Theater Meiningen engagiert, wo sie 13 Jahre lang ein breit gefächertes Repertoire sang. 1999 beendete sie nach der Geburt ihres zweiten Kindes auf eigenen Wunsch ihre Tätigkeit am Meininger Theater. Seitdem ist sie als Konzertsängerin tätig. Begleitet wird Radka Loudová-Remmler am Klavier von ihrem Mann Fridolin Remmler. Karten sind im Vorverkauf (Kissingen Ticket, Tel.: 0971/804 84 44, Arkadenbau) und der Abendkasse erhältlich. red
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