Kronach

Beschäftigungsdaten sind offenzulegen

Die jährliche Überprüfung der Erfüllung der Pflicht zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen läuft. Arbeitgeber haben bis 31. März Zeit.
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Private und öffentliche Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen (beschäfti-gungspflichtige Arbeitgeber) sind gesetzlich (SGB IX) verpflichtet, auf wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die dieser Vorgabe nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der Beschäftigungsquote.

Zur Überwachung der Erfüllung der Beschäftigungspflicht im Kalenderjahr 2018 müssen die beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber bis spätestens 31. März 2019 der für ihren Firmensitz zuständigen Agentur für Arbeit ihre Beschäftigungsdaten anzeigen.

Um die Ausgleichsabgabe zu berechnen und die entsprechende Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik "Download" zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik "Service" bestellt werden. Die Meldung kann auf elektronischem Wege schnell und unbürokratisch vorgenommen werden.

Einstellung besser als Ausgleich

"Behinderte Menschen bei der Suche nach einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle zu unterstützen, ist für uns selbstverständlich", sagt Brigitte Glos, die Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. "Speziell geschulte Mitarbeiter informieren einstellungsbereite Firmen und arbeitsuchende Schwerbehinderte zu allen Fragen rund um die Integration in das Arbeitsleben oder in ein Lehrverhältnis. Oftmals ist die Behinderung keine Beeinträchtigung für die berufliche Leistungsfähigkeit eines Menschen. Sie sind ein Gewinn für den Betrieb. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg sind aktuell rund 1000 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Zwei Drittel von ihnen haben einen Ausbildungs- oder Studienabschluss - eine Chance zur Fachkräftesicherung für jeden Betrieb mit vorausschauender Personalpolitik."

Die Arbeitsvermittler des gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcentern beraten über Fördermöglichkeiten und beantworten Fragen zum Schwerbehindertenrecht. Unter anderem können Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, für Probebeschäftigungen und für berufliche Eingliederungen gezahlt werden. Selbst für die behindertengerechte Ausgestaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist finanzielle Unterstützung möglich.

Firmen, die sich über Einstellungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung informieren lassen möchten, erreichen den Arbeitgeberservice kostenlos über Telefon 0800/4555520.

Arbeitgeber, die der Pflicht zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe bezahlen. Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ihre Höhe ist gestaffelt und hängt von der jeweiligen Beschäftigungsquote ab. So müssen Arbeitgeber monatlich für jeden unbesetzten Arbeitsplatz bei einer Beschäftigungsquote von drei bis unter fünf Prozent 125 Euro bezahlen , bei einer Beschäftigungsquote von zwei bis unter drei Prozent 220 Euro und bei einer Beschäftigungsquote von unter zwei Prozent 320 Euro.

Regelungen für kleinere Betriebe

Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.

Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. red

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