Forchheim
Wiedereingliederung

Berufsförderungswerk beim Forum für Behinderte der OBA

Dass Menschen, die unter einem Handicap zu leiden haben, keineswegs alleine gelassen sind und auf verschiedenste Art Unterstützung und Informationen erhalte...
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Dass Menschen, die unter einem Handicap zu leiden haben, keineswegs alleine gelassen sind und auf verschiedenste Art Unterstützung und Informationen erhalten, dafür steht einmal die Offene Behindertenarbeit (OBA) in Stadt- und Landkreis Forchheim und das von ihr organisierte "Forum für Menschen mit Behinderung".
Zum anderen erhalten in dieser Runde auch Kommunalverwaltungen, Ämter, Bildungswerke, Versicherer etcetera die Möglichkeit, hautnah mit den Betroffenen oder ihren Angehörigen zu diskutieren, und ihre Dienste und Angebote zu präsentieren.
Beim 21. Forum im Mehrgenerationenhaus Forchheim Nord taten das zwei Vertreterinnen des Berufsförderungswerks, Psychologin Julia Maria Tiede und Diplom-Pädagogin Dagmar Franz. Das Berufsförderungswerk mit Hauptsitz in Nürnberg und weiteren 17 Standorten in Nordbayern sorge mit einer flächendeckenden, wohnortnahen und regional guten Versorgung für Menschen, die ihren bisherigen Beruf wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben können.
Es trage Sorge, dass die Betroffenen eine systematische, zukunftsorientierte und praxisgerechte Qualifizierung erhalten, die auf ihre Individualität hin ausgerichtet ist.
Als oberstes Ziel, so die Referentinnen, stehe die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und deren Einbindung in das Arbeitsleben im Vordergrund. Die notwendigen Umschulungsmaßnahmen können im Reha-Zentrum sowohl stationär mit Übernachtung, oder aber auch ambulant angeboten werden. Von der Häufigkeit her seien die beiden Hauptgruppen der psychischen Erkrankung mit 45 Prozent und die der Einschränkung des Stütz- und Bewegungsapparates mit 37 Prozent zu erwähnen.
Die Hauptarbeitsfelder umfassen Aufgaben mit den differenzierten Zielen der Integration, Wiedereingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben mit einem finalen Arbeitsvertrag.
Ein Arbeitsbereich bietet Maßnahmen über zehn Monate und befasst sich mit der beruflichen Integration durch Kooperation für psychisch vorerkrankte Personen. Dabei geht es um ein umfassende und individuelle Betreuung und Begleitung in Qualifizierungsblöcken sowie betriebliche Praktikumsphasen mit der Zielsetzung Arbeitsvertrag und - soweit nötig - gibt es Nachbetreuung.
Im nächsten Arbeitsbereich geht es um berufliche Integration in den regionalen Arbeitsmarkt, wo es gilt, innerhalb von neun Monaten neue berufliche Möglichkeiten und Ziele zu entdecken. Die wechselweisen Aufenthaltsphasen im BFW und in den Betrieben haben eine erfolgreiche Vermittlung in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis zum Ziel, gegebenenfalls auch mit Nachbetreuung durch das Förderungswerk.
Die Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitanden soll neue berufliche Perspektiven zeigen, wenn aus gesundheitlichen Gründen die bisherige Berufstätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann.
Ein gesundheitsangepasster Arbeitsplatz wird angestrebt. Bei dieser beruflichen Neuorientierung sind sehr viel Fingerspitzengefühl und individuelle Betreuung vonnöten. Eine halbjährige Nachbetreuung ist dabei grundsätzlich vorgesehen.
Die Erfolgsquote einer angepassten und durch unermüdlichen Einsatz begleiteten Betreuung ist mit 85 Prozent sehr hoch, teilten die beiden Referentinnen in der Diskussion mit.
Der Mensch in seiner Individualität mit all seinen körperlichen oder psychischen Besonderheiten erfahre beim BFW Hilfe und Begleitung, um in der Arbeitswelt wieder Fuß fassen zu können. Die Bandbreite reiche von mentalen Training bis hin zum Erlernen handwerklicher Fähigkeiten, um den geeigneten Weg zu finden, sich im heutigen Arbeitsleben zu behaupten.
Die beiden Stadträte Udo Schönfelder und Ludwig Preusch verwiesen auf die Wirtschaftsförderer von Stadt und Landkreis, die durch ihre Kontakte zu den Firmen und Betrieben mit dazu beitragen könnten, deren Bereitschaft zur Schaffung von Reha-Arbeitsplätzen zu steigern.
Bernhard Leisgang von VdK-Kreisverband, selbst Rollstuhlfahrer, erfragte die Zuständigkeiten und Fördermaßnahmen der Leistungsträger in Kooperation mit dem BFW, da hier für die Betroffenen noch Informationsbedarf bestehe. red
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