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Loffeld

Berühmt fürs Bier und den Blick auf den Berg

Sommerserie  In unserer Serie "inFranken.de trifft" besuchen wir Orte am Obermain. Wir befragen dieses Mal die Bewohner von Loffeld, warum sie gerne hier wohnen.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Loffeld — Der Lautergrund ist ein besonders schönes Fleckchen Erde. Die Dörfer hier zeichnen sich auch durch ihre Lage am Fuß des Staffelbergs aus. Sie sind umgeben von einem besonders dichten Netz an Wanderwegen. Außerdem ist die Verkehrsanbindung in die nahe gelegene Stadt Bad Staffelstein sehr gut. Der Anschluss des Lautergrunds an die A 73 ist ein weiterer Vorteil für die Menschen, die hier leben. Und dann natürlich die Brauereien und Wirtshäuser, mit denen der Lautergrund besonders gesegnet ist. Doch lassen wir einige Loffelder zu Wort kommen, warum sie gerne in ihrem Dorf leben.
Adelgunde Gagel ist Köchin in Kloster Vierzehnheiligen. Die 51-Jährige wohnt mit ihrer Familie in der Dorfmitte von Loffeld, gleich neben der Staffelberg-Bräu. In der Ortsgemeinschaft engagiert sie sich gern, unter anderem legt sie alljährlich einen Blumenteppich zu Fronleichnam mit aus.
Warum sie gern in Loffeld wohnt? "Der Blick auf den Staffelberg ist einfach klasse", sagt sie. Vom Esszimmer aus hat sie freien Blick auf den Berg. "Wir können schon beim Mittagessen entscheiden, ob wir nachmittags raufgehen oder nicht." Loffeld sei zudem günstig gelegen. Nach Bad Staffelstein sei es nicht weit, und in der Stadt finde man alles, was zum Leben notwendig ist: Schulen, Ärzte, Geschäfte, Supermärkte ...
Die Nähe zum Autobahnanschluss sei ebenfalls vorteilhaft, denn das erhöhe die Mobilität.

Wanderwege ziehen Touristen an

Die schöne Landschaft und die zahlreichen Wanderwege rund um Loffeld brächten zudem viele Touristen ins Dorf, die hier in Ferienwohnungen unterkommen. Der Tourismus sichere somit etlichen Loffeldern die Existenz.
Hans Böhmer stammt ursprünglich aus Pferdsfeld. Er hat nach Loffeld eingeheiratet, und 1981 baute das Paar hier ein Haus. "Wir sind so verwurzelt in diesem Ort, dass wir gar nicht wegwollen", sagt der 66-jährige Rentner, der bei der EVO als Elektromeister und Sachbearbeiter tätig gewesen ist. "Die Ortsgemeinschaft ist hervorragend - wenn man so eine gute Nachbarschaft hat, geht man nicht mehr von hier fort."
In die Ortsgemeinschaft hat sich Hans Böhmer immer wieder eingebracht. Als zum Beispiel vor wenigen Jahren die Alte Schule renoviert wurde, kümmerte er sich federführend um die Elektroinstallation.
Eines seiner Hobbys ist sein Garten. Viel Freude hat er zudem an seiner Obstwiese, die an einem Hang des Staffelbergs liegt. 129 Obstbäume hat er dort, und die spenden alljährlich viele Früchte, vor allem Kirschen.
Hans Böhmer ist vielen Menschen am Obermain aber auch bekannt durch sein musikalisches Talent. Zusammen mit Gerhard Müller bildet er das Duo "El Grachos" , das schon manche Feier mit Gesang und Gitarrenklängen bereichert hat. Aus Spaß an der Freud, wie er sagt, organisiert er zudem einmal im Jahr ein Wirthaussingen, das sich stets großer Beliebtheit erfreut.
Siegfried Teig schätzt an Loffeld vor allem die wundervolle Natur rund um den Ort: "Die Natur macht das Leben hier lebenswert." Der 66-Jährige war lange passionierter Imker, doch nun hat er die Bienenstöcke weggegeben.
Der Staffelberg ist sein Hausberg: "Wir gehen zum Gartentürla raus und sind in 25 Minuten oben." Auf dem Berg zu sein, sei für ihn immer wieder ein Erlebnis.
Meist laufe er in einer Rundwanderung zum Beispiel über den Karlssteig hinauf und übers Löwenthal herunter: "Schöner kann's in der Toskana auch nicht sein", lobt Siegfried Teig, der beruflich viele Länder dieser Erde bereist hat.
"Ihr seid hier im Paradies", lobe sein Sohn, der in einer Großstadt lebt, wenn er die Eltern besuche. Und er hat Recht, findet Siegfried Teig, denn im Lautergrund gebe es eine gastronomische Vielfalt und die Preisstruktur passe.
Anton Geldner gehört zu den Honoratioren in Loffeld. Der 74-jährige Braumeister war jahrzehntelang Inhaber der Staffelberg-Bräu, in der er auch heute noch hier und da mitwirkt. Der gebürtige Bamberger lernte das Brauerhandwerk in Ebelsbach. Dann kam er nach Loffeld, heiratete seine Frau Maria - und blieb: "Ich wohn' schon mein Leben lang in Loffeld", sagt er kurz und knapp, "das ist einer der schönsten Orte am Staffelberg - und es ist kein Wunder, dass so viele Fremde uns hier besuchen". Gern kümmert sich Anton Geldner um die Urlauber, die im "Bräustübl" oder auf den Sitzgarnituren vor der Brauerei sitzen. Mit vielen kommt er ins Gespräch, weist sie auf Sehenswürdigkeiten hin oder erklärt ihnen die Vorzüge des fränkischen Gerstensafts. Er ist stolz auf die Brauerei und die Gastwirtschaft, die nun von seiner Tochter Helga und Schwiegersohn Karl-Heinz Wehrfritz geführt werden. Immerhin finden rund 30 Menschen hier einen Arbeitsplatz. Das Bier wird bis Nürnberg und Sonneberg ausgeliefert.
Karl-Heinz Wehrfritz
hat zunächst das Metzgerhandwerk erlernt und dann die Braumeisterprüfung nachgezogen. Der 46-Jährige, der in Muggendorf bei Ebermannstadt aufwuchs, ist Inhaber der Loffelder Staffelberg-Bräu, einer von zehn Brauereien auf dem Staffelsteiner Stadtgebiet. "Ich bin eigentlich a Landbursche", sagt er, "ich war noch nie a Stadtmensch und möcht auch keiner werden." In Loffeld sei die umgebende Natur sehr schön: "Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen."

Gegenseitige Hilfe

Die Dorfgemeinschaft funktioniere gut, man kenne sich und helfe sich gegenseitig. Hinzu komme die Nähe zu Bad Staffelstein, wo gesellschaftlich viel geboten werde und wo die Obermain-Therme anziehend sei. Die Verkehrsanbindung Loffelds könnte nicht besser sein. Von hier aus sei man, wenn man das möchte, schnell in Bamberg oder Coburg.
Acht Sorten Bier hat Karl-Heinz Wehrfritz ständig im Programm. Im Juli, braut er den Doppelbock ein, der im November ausgeschenkt werden soll. "Ein guter Doppelbock braucht ein Vierteljahr, damit er ablagern kann", sagt er. Demnächst werde er eine besondere Edition von vier Sonderbieren auflegen, kündigt er an. Nur jeweils 800 Liter pro Sorte werde er einbrauen. In Flaschen mit besonderen Etiketten werde er vier speziell gehopfte Biere füllen: Ein mit Saphirhopfen veredeltes Bockbier; ein mit Champagnerhefe vergorenes Bier; ein unfiltriertes Kellerbier, das mit drei Hopfensorten gebraut wird; einen Jahrgangs-Doppelbock, der zwei Jahre reift. Die Biere, die in Spezialflaschen gefüllt werden, sind in der Brauerei erhältlich, wo das Bier auch ausgeschenkt wird.

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