Coburg
Kindertagesbetreuung

"Bergwichtel" bezogen Kinderhaus auf dem Gelände von Schloss Hohenfels

Die Coburger "Bergwichtel" bezogen am vergangenen Samstag ihr Kinderhaus auf dem Gelände von Schloss Hohenfels in Coburg. Momentan finden auf dem Gelände bei der Medau-Schule 20 "Bergwichtel" zwischen...
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Der skeptische Blick täuscht: Josephine, die Tochter von Ina Braungart, zeigt Interesse am Kinderhaus der "Bergwichtel". Foto: Edwin Meißinger
Der skeptische Blick täuscht: Josephine, die Tochter von Ina Braungart, zeigt Interesse am Kinderhaus der "Bergwichtel". Foto: Edwin Meißinger
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Die Coburger "Bergwichtel" bezogen am vergangenen Samstag ihr Kinderhaus auf dem Gelände von Schloss Hohenfels in Coburg. Momentan finden auf dem Gelände bei der Medau-Schule 20 "Bergwichtel" zwischen drei und sechs Jahren ein Zuhause. Nächstes Jahr werden es bis zu 35 "Bergwichtel" sein und 2021 sogar 50. Diese "Bergwichtel" sind aus einer Gruppe der "Bergwichtel"-Kinderkrippe hervorgegangen.

Angeleitet durch die Erzieherinnen des "Bergwichtel"-Kindergartens wachsen die Kinder ganz im Sinne Montessoris zu Schulkindern heran. Maria Montessori stellte die persönliche Entwicklung der Kinder in ihrem pädagogischen Konzept in den Mittelpunkt der Erziehertätigkeit. Peer Medau stellte in seiner Begrüßungsrede dieses Konzept in den Mittelpunkt seiner Rede. Er zitierte: "Hilf mir, es selbst zu tun. - Zeige mir, wie es geht. - Tu es nicht für mich. - Ich kann und will es alleine tun. - Hab Geduld, meine Wege zu begreifen. - Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. - Mute mir Fehler und Anstrengungen zu, denn daraus kann ich lernen!"

Wie Medau mitteilte, befänden sich bereits seit 2010 Kinder bis zu drei Jahren auf dem Gelände in der Montessori-Einrichtung "Haus für das junge Kind". In den letzten Jahren seien Wege gesucht worden, mit einem Kinderhaus diese pädagogische Linie fortzusetzen. Schließlich sei in diesem Jahr der Bedarf anerkannt worden.

Reinhold Ehl, Leiter des Amtes für Jugend- und Familie der Stadt Coburg, und Dritter Bürgermeister Thomas Nowak überreichten diese Bedarfsanerkennung. Seit dem 2. September befinden sich bereits 16 "Bergwichtel" im Kinderhaus. Vier weitere dürften bald folgen.

Noch in einem Provisorium

Allerdings steht das Kinderhaus momentan als Provisorium auf der Bergspitze. Zwölf Container bilden die Aufenthalts- und Sanitätsräume der "Bergwichtel". Drei weitere Container kommen demnächst dazu.

Die Leiterin Julia Gerlach führte durch die Einrichtung, erklärte die Bedeutung der zahlreichen Flaggen und des Weltatlasses, wies auf die musikalische Gehörbildung mittels der zahlreichen Klangglocken hin und zeigte auf, wie man gut und auch lenkend auf die Wünsche der "Bergwichtel"-Kinder eingehe.

"Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern die Umgebung soll sich dem Kind anpassen", betonte Peer Medau. Er würdigte den großartigen Einsatz des ausführenden Architekten Peter Kammerscheid und aller beteiligten Firmen. Spannend für Kinder und Erwachsene werde wohl die kommende Zeit, wenn im Frühjahr die Bagger auftauchen, um das Grundstück kurz unterhalb der "Wichtel"-Container zu bearbeiten und "das richtige Kinderhaus" entstehen zu lassen.

Dritter Bürgermeister Nowak betonte, nicht mal ein Jahr habe man von der Äußerung der Idee einer Kindertagesbetreuung bis zur Umsetzung des Wunsches der "Bergwichtel", Kindergartenplätze anzubieten, gebraucht. Zugleich sei in dieser Zeit die Bedarfsanerkennung erreicht worden. Nowak: "Ich denke, wir haben wieder bewiesen, dass uns frühkindliche Bildung wichtig ist und wir weiterhin eine familienfreundliche Stadt sind." em

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