Höchstadt a. d. Aisch

Bereicherung fürs Kulturleben

Der Bezirk Mittelfranken hat das Höchstadter Gasthaus "Töpfla" als gelungene Sanierung ausgezeichnet.
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Dem konstruktiven Zusammenwirken aller Beteiligten sowie dem starken Willen und der Begeisterungsfähigkeit ihrer neuen Eigentümerin verdankt sich die vorbildliche Rettung und Wiederbelebung einer Höchstädter Institution, des Gasthauses "Töpfla" in der Hauptstraße 23. So beschreibt Anke Schlecht für den Bezirk Mittelfranken die Sanierung der Kultkneipe. In Ansbach wurde das Objekt als Denkmal prämiert.

Das historische Wirtshausgebäude, ein zweigeschossiger Walmdachbau, war extrem heruntergekommen. Trotz des maroden Zustands bewies die Eigentümerin Mirjam Wellein den Mut, die umfassende Generalsanierung in Angriff zu nehmen. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten des bislang auf 1760 datierten Fachwerkbaus stellte man fest, dass das verwendete Bauholz bereits 1722/1723 geschlagen wurde.

Glücklicherweise hatten nur wenige Modernisierungen aus dem 20. Jahrhundert die Gebäudesubstanz kaum beeinträchtigt. Zahlreiche Baudetails waren daher erhalten geblieben, unter anderem eine in ihrer massiven Konstruktion auch von außen sichtbare, durchgehende Bohlendecke, eine sogenannte Mann-an-Mann-Decke.

Nach eingehender Bestandsaufnahme und in enger Abstimmung mit den Behörden wurde ab 2015 saniert und instandgesetzt. Die Dachkonstruktion hat man ertüchtigt und das Dach mit Biberschwanzziegeln neu gedeckt. In handwerklicher Zimmermannsarbeit behob man die umfangreichen Schäden am Fachwerk, das anschließend freigelegt blieb und nach Befund gefasst wurde. Die sensationellerweise im Obergeschoss erhaltenen Fenster mit seltenem Würfeldekor dienten als Vorbild für qualitätvolle Fensterrekonstruktionen im Erdgeschoss.

Von derselben Sorgfalt für überlieferte Details war auch der Innenausbau geprägt. Von den Holz- und Steinböden bis hin zu den wieder freigelegten Stuckdecken: Sämtliche der zahlreichen historischen Ausstattungsdetails wurden fachgerecht aufgearbeitet.Einen in den 1950er Jahren rückseitig angefügten Anbau hat man durch einen Neubau ersetzt und hier Haustechnik und Sanitärräume untergebracht.

Schließlich erhielt sogar die barocke Hausmadonna, die die neue Wirtin von der Vorbesitzerin erhalten hatte, nach fachgerechter Restaurierung wieder ihren ursprünglichen Platz am Fassadeneck. Das aus seinem Dornröschenschlaf erwachte Töpfla bereichert nun das Stadtbild und von der Wiederbelebung der Gasthaustradition profitiert das Kulturleben. red

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