Forchheim

Beratungsklau gab es auch früher

Wie soll der Einzelhandel mit der Digitalisierung umgehen? Dazu gibt es nächste Woche eine Veranstaltung der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim.
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Thomas Hörner
Thomas Hörner

Was muss ein Einzelhändler tun, um auch im Internet gefunden zu werden? Wie wichtig ist der Online-Auftritt für stationäre Händler? Und welche Kanäle müssen hierfür bespielt werden? Diesen und weiteren Fragen geht Thomas Hörner in dem kostenfreien Vortrag "Kunde quo vadis? Wie erfahren Kunden, dass es mich gibt?" am Mittwoch, 19. September, um 18.30 Uhr in den Räumen der Volksbank Forchheim auf den Grund.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Offensive Einzelhandel", die die Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim (WiR) gemeinsam mit dem Stadtmarketing Bamberg und dem Citymanagement Forchheim veranstaltet. Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe sind im Internet zu finden unter www.wir-bafo.de.

Thomas Hörner ist seit vielen Jahren Berater zum Thema E-Commerce, Unternehmer, Buchautor und Lehrbeauftragter an der Hochschule Hof und der FOM Nürnberg (Hochschule für Ökonomie und Management). Im Interview geht er auf das Phänomen Beratungsklau und die scheinbare Übermacht der großen Online-Händler ein. Wie muss sich ein Einzelhandelsgeschäft mindestens im Netz präsentieren, um gefunden zu werden? Thomas Hörner: Das Entscheidende ist, dass man beim Suchen im Internet auch gefunden wird. Was früher 1-A-Lage war, ist heute das "Im-Internet-Präsent-Sein". In Google steigen die Suchanfragen zu Unternehmen vor Ort massiv und Google selbst richtet sich immer mehr auf den stationären Handel aus, wie ich vor kurzem wieder im Gespräch mit leitenden Mitarbeitern dort erfahren durfte. Deshalb braucht ein Händler mindestens eine inhaltlich gute Website, muss an den richtigen Stellen bei Google und an verschiedenen anderen Punkten aktiv sein - sonst existiert er für 70 Prozent der potenziellen Kunden quasi gar nicht. Häufig beklagen Händler einen Beratungsklau - Kunden lassen sich im Geschäft beraten und kaufen dann doch online. Gibt es diesen Beratungsklau tatsächlich so häufig und kann man diesem entgegentreten? Man kann Beratungsklau nicht verleugnen. Aber er ist auch nicht neu - früher haben Kunden nach der Beratung auch beim billigeren Markt nebenan gekauft. Beratungsklau ist ärgerlich, trifft aber nicht auf die Mehrheit der Kunden zu. Im Gegenteil: Studien zeigen, dass doppelt bis dreimal so viele Kunden durch das Internet in den Laden gelockt werden. Das Internet ist erwiesenermaßen Frequenzbringer für den stationären Händler - aber eben nur, wenn er online aktiv ist. Haben stationäre Händler überhaupt eine Chance gegen den scheinbar übermächtigen Onlinehandel? Aber sicher! Allerdings nur, wenn sie sich anpassen an das neue Verhalten und die Erwartungen der heutigen Kunden. Probleme bekommt, wer einfach weitermacht wie bisher. Wer nur auf Kunden wie früher wartet, wartet vergeblich. Genau genommen erübrigt sich die Frage. Diese Trennung gibt es so nicht mehr. Erfolgreiche Händler machen heute immer beides: Sie sind online wie stationär auffindbar und aktiv. Viele reine Onlinehändler - auch Amazon, Zalando oder Cyberport - merken inzwischen, dass sie stationäre Niederlassungen brauchen und eröffnen deshalb Läden. Der stationäre Einzelhandel muss die neuen Herausforderungen annehmen und sich entsprechend verändern. Das Gespräch führte Tobias Alt,

Regionalmanager WiR.



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