Tettau

Bekommen die Glasbewahrer ein Glaskompetenzzentrum in der "Neuen Porzellanfabrik"?

Veronika Schadeck Bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie "Nördlicher Ortseingang Tettau" am Montagabend im Tettauer Gemeinderat hielt Michael Schoener vom Leipziger Architekturbüro Schoener und Pa...
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So könnte die "Neue Porzellanfabrik" nach der Sanierung aussehen.   Grafiken: Schoener und Panzer Architekten
So könnte die "Neue Porzellanfabrik" nach der Sanierung aussehen. Grafiken: Schoener und Panzer Architekten
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Veronika Schadeck Bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie "Nördlicher Ortseingang Tettau" am Montagabend im Tettauer Gemeinderat hielt Michael Schoener vom Leipziger Architekturbüro Schoener und Panzer das Vorhaben durchaus für möglich.

Besseres Depot für Flakons

Er denkt dabei daran, dieses "Zentrum" im Gebäude der "Neuen Porzellanfabrik" unterzubringen. Der Vorsitzende der Glasbewahrer und Gemeinderat, Carl-August Heinz (BfT) wies darauf hin, dass man Platz benötige. "Wir brauchen ein besseres Depot für die 5000 Glasflakons." Wie der Vorsitzende erläuterte, werden derzeit rund 2000 Flakons im Museum ausgestellt.

Die restlichen 3000, darunter auch die überarbeitete Dauerausstellung der Münchnerin Beatrice Frankl "Parfümflakons - eine Reise durch das 20. Jahrhundert", werden in einem Raum aufbewahrt. Jedes Jahr werden die ausgestellten Flakons im Museum gewechselt, erklärte er. Wie auf Anfrage vom zweiten Vorsitzenden Wolfgang Hammerschmidt zu erfahren war, sollen im Glaskompetenzzentrum nicht nur ein Depot für die Aufbewahrung von Glasflakons, sondern auch ein Veranstaltungsraum für Schulungen und Gedankenaustausch geschaffen werden. Weiterhin soll dort die Verwaltung des Flakonglasmuseums und die wissenschaftliche Betreuung untergebracht werden.

Hammerschmidt sprach zudem die DDR-Ausstellung an, die ab 2020 etabliert werden soll. Es geht dabei um Parfüm in der DDR bis zum Jahre 1989. Die Flakons sind vorhanden, es fehlt der Platz. Nun soll das Flakonmuseum um zwei Räume erweitert werden, davon soll einer für diese Ausstellung und der andere als Aufenthaltsraum genutzt werden. EU-Förderungen sind möglich, erklärte Wolfgang Hammerschmidt, aber die dafür erforderliche Bewältigung der Bürokratie sei enorm.

Für ihn, für seinen Vorsitzenden Carl-August Heinz und auch für den Bürgermeister steht fest, dass das Glasmuseum wachsen wird. Nicht zuletzt deshalb ist der Wunsch nach einem Glaskompetenzzentrum vorhanden. Durchaus können sich die Verantwortlichen auch vorstellen, Porzellan dort mit zu integrieren, allerdings müsste hierfür ein Trägerverein gefunden werden, erklärte Carl-August Heinz in der Sitzung.

Gute Statik

Am Planungsbüro scheitert das Vorhaben jedenfalls nicht. Michael Schoener sprach davon, dass die Statik in der "Neuen Porzellanfabrik" im Gegensatz zur "Alten Porzellanfabrik" sich in einem guten Zustand befinde.

Im Erdgeschoss könnten eine Bibliothek und ein Veranstaltungsraum geschaffen werden. Als sinnvoll erachtet er, das angrenzende freie Flurstück 89 für einen Skaterpark zu nutzen. Bei dem Flurstück 170/2 wird eine Parkscheune in Erwägung gezogen.

Dieses Vorhaben, so Michael Schoener, wertet das Staatliche Bauamt allerdings wegen des Kurvenbereichs als kritisch. Dies stieß im Gremium auf Unverständnis, da dieser Bereich schon bisher als Parkfläche genutzt wird. Die Kosten für die Verschönerung des "Ortseingangs Nord" bezifferte Schoener insgesamt auf 5,75 Millionen Euro. Das Gremium wurde nun beauftragt, die Fördermöglichkeiten im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung und der Förderoffensive Nordostbayern abzuwägen.

Bürgermeister Peter Ebertsch stellte klar, dass die Gemeinde nur bei einer 90-prozentigen Förderung das Projekt in Angriff nehmen könne. Der Eigenanteil von knapp 600 000 Euro könnte dann auf drei Haushaltsjahre verteilt werden.

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