Neundorf bei Coburg
Menschlichkeit

Beim Kreisseniorentreffen des VdK gab es eine Ohrfeige für die Politik

Der Sozialverband VdK hatte am Kirchweihmontag im Weitramsdorfer Gemeindeteil Neundorf zu seinem diesjährigen Kreisseniorentreffen eingeladen. Bei aktuell rund 10 500 Mitgliedern reicht schon lange ke...
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Für gute Laune mit volkstümlichen Weisen aus Böhmen, Bayern und Thüringen sorgte die Blaskapelle Neundorf. Fotos: Martin Koch
Für gute Laune mit volkstümlichen Weisen aus Böhmen, Bayern und Thüringen sorgte die Blaskapelle Neundorf. Fotos: Martin Koch
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Der Sozialverband VdK hatte am Kirchweihmontag im Weitramsdorfer Gemeindeteil Neundorf zu seinem diesjährigen Kreisseniorentreffen eingeladen. Bei aktuell rund 10 500 Mitgliedern reicht schon lange kein normaler Wirtshaussaal mehr aus. So sind die VdK-Mitglieder traditionell in Neundorf zu Gast. Um das Wohl der Gäste kümmert sich die Feuerwehr Neuses. Und im Festzelt sorgt die Neundorfer Blasmusik für die zünftige musikalische Unterhaltung. Die ursprüngliche Idee zu dem Seniorentreff hatte einst Franz Vollkommer vom VdK Gemünda. Jetzt laden die Gemündaer quasi auf fremdem Territorium zu der von ihnen ja erfundenen Feier ein. Doch die Verbandsfreunde aus Weitramsdorf packen mit an.

Der Weitramsdorfer Bürgermeister Wolfgang Bauersachs freute sich über ein volles Bierzelt. Landtagsabgeordneter Martin Mittag war ebenfalls da, auch als VdK-Ortsverbandsvorsitzender. Und er hatte noch seinen Vorgänger, Sozialstaatssekretär a. D. Jürgen Heike, mitgebracht. Auch Stellvertretender Landrat Rainer Mattern sowie viele langjährige und neuere Bürgermeister und Kreisräte waren nach Neundorf gekommen.

Licht und Schatten spiegelten sich in der Begrüßungsansprache von Oberfrankens VdK-Bezirksgeschäftsführer Roland Sack wider. Dieser freute sich über das anhaltende Wachstum des VdK (Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner Deutschlands): "In Oberfranken sind 8,4 Prozent der Bevölkerung Mitglied bei uns. Das ist ein Spitzenwert in Bayern und in Deutschland."

"Soziale Kälte"

Aber der Blick auf Sinn und Zweck des VdK dämpfte dann doch wieder die Euphorie: "Die Hitzewelle hat die soziale Kälte im Freistaat nicht vertreiben können." Sack forderte die Politik auf, sich wieder mit den Themen zu beschäftigen, die für die Bürger relevant sind: Niedriglohn, hohe Mieten, Altersarmut, Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Dem setzte er das Verbandsmotto "Zukunft braucht Menschlichkeit" entgegen. Menschlichkeit sei genauso unteilbar wie Menschenwürde. "Deshalb erteilen wir jeglicher Form von Hetze gegen Minderheiten eine klare Absage, seien es Menschen mit Behinderung oder Flüchtlinge." mako

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