Nordhalben
nordhalben.inFranken.de  In der Jahreshauptversammlung des FC Nordhalben stand Vorsitzender Helmut Hellgoth in der Kritik.

Beim FC kochten die Emotionen hoch

Der FC Nordhalben mit seinen aktuell 251 Mitgliedern hat mit Oswin Michel, Gerhard Wachter und Roland Witurka drei neue Ehrenmitglieder in seinen Reihen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung in der Ga...
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Der FC Nordhalben hat mit Oswin Michel, Roland Witurka und Gerhard Wachter (ab Vierter von links) drei neue Ehrenmitglieder. Michel und Wachter wurden zudem für 50 Jahre Treue geehrt, ebenso wie (von links) Hans-Michael Köstner, Hilmar Stumpf und Reiner Kürschner. Rechts Vorsitzender Helmut Hellgoth
Der FC Nordhalben hat mit Oswin Michel, Roland Witurka und Gerhard Wachter (ab Vierter von links) drei neue Ehrenmitglieder. Michel und Wachter wurden zudem für 50 Jahre Treue geehrt, ebenso wie (von links) Hans-Michael Köstner, Hilmar Stumpf und Reiner Kürschner. Rechts Vorsitzender Helmut Hellgoth
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Der FC Nordhalben mit seinen aktuell 251 Mitgliedern hat mit Oswin Michel, Gerhard Wachter und Roland Witurka drei neue Ehrenmitglieder in seinen Reihen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung in der Gastwirtschaft Wagner wurde dem Trio vom Vorsitzenden Helmut Hellgoth die Ernennungsurkunde unter dem Beifall der zahlreich anwesenden Mitglieder überreicht. Geehrt wurden weiterhin Frauen und Männer, die dem Verein schon 50 beziehungsweise 25 Jahre lang die Treue halten.

Bevor es zu den Ehrungen kam, hatten sich nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden und des Kassiers die Gemüter zusehends erhitzt. Es war zu befürchten, dass die Zusammenkunft aus dem Ruder läuft. Einige Gründe hierfür waren, dass ein Antrag auf Neuwahlen - die letzte Jahresversammlung hatte 2016 stattgefunden - viel Diskussionsstoff ergab. Hinzu kam, dass im Kassenbericht eine fünfstellige Forderung im unteren Bereich des Vorsitzenden wegen seiner Tätigkeit als Steuerbearbeiter in den vergangenen rund zwei Jahrzehnten keinen Niederschlag fand.

Hellgoth selbst hatte in einem Schreiben an verschiedene verantwortliche Mitglieder im November des vergangenen Jahres seinen Unmut darüber geäußert, dass ihm offiziell seitens des Vereins nicht zum 60. Geburtstag gratuliert wurde, obwohl er den FC unter anderem seit 20 Jahren als Vorsitzender führe. "Da ist es doch nicht vermessen, wenn man an einem 60. Geburtstag zumindest eine kleine Vereinsabordnung erwartet." Da am Schluss dieses Schreibens stand, dass er daraus seine entsprechenden Konsequenzen ziehen würde, wurde dies von Mitgliedern dies so gedeutet, als würde Hellgoth sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung stellen. Daraufhin hatte in der Versammlung Dieter Schultes seinen Hut als Nachfolger in den Ring geworfen.

Hellgoth erklärte, dass er mit den angedrohten Konsequenzen nicht seinen Rücktritt gemeint hatte, sondern er aufgrund von Vorkommnissen an ein Auswechseln von Vorstandschaftsmitgliedern dachte.

Neuwahl Anfang 2019

Nach vielem Hin und Her, ob dem schriftlich eingereichten Antrag von Harald Wunder zur Durchführung der überfälligen Neuwahlen zugestimmt werde, wurde beschlossen, dass die nächste Jahresversammlung im ersten Quartal des kommenden Jahres 2019 mit Neuwahlen stattzufinden habe. Eine Neuwahl noch am gleichen Abend durchzuführen, wurde nicht zuletzt deshalb verworfen, weil dies nicht mit der Satzung vereinbar wäre.

Kassier Sebastian Hellgoth zeigte in seinem Bericht auf, dass der Schuldenstand um 8700 Euro reduziert worden sei. Wenn es weiter so gut laufe, könne der Verein in zwei Jahren schuldenfrei sein. Als weitere Prüferin ergriff Stefanie Birke das Wort. Sie habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass aufgrund eines Vorstandsbeschlusses im Jahre 1999 dem Vorsitzenden für seine Tätigkeiten im steuerlichen Bereich eine Entschädigung zustehe, diese aber bis heute noch nicht eingefordert worden sei. Wenn diese Zahlung fällig sei, dann würde dies den Verein mit über 20 000 Euro belasten. "Da wird doch etwas unter den Tisch gekehrt."

Hellgoth ergänzte zunächst, dass dieser Beschluss gefasst worden sei, da ein amtlicher Steuerberater für den wirtschaftlichen Umfang beim FC Nordhalben wesentlich teurer gekommen wäre. Er selbst habe bisher auf diese Forderung mit Rücksicht auf den Verein verzichtet. Nun wurde es in der Versammlung immer hektischer. Ronald Persicke appellierte, aufeinander zuzugehen, und fragte den Vorsitzenden, ob er mit seiner Forderung dem FC entgegenkommen würde. Hellgoth sicherte dies zu.

Die Ehrungen

Schließlich wurde es wieder friedlicher, so dass Helmut Hellgoth die Ehrungen vornehmen konnte. Für eine 50-jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet wurden: Reiner Kürschner, Oswin Michel, Gerhard Schneider, Hilmar Stumpf, Gerhard Wachter und Hans-Michael Köstner. Nachgereicht wird die Auszeichnung für die nicht anwesenden Mitglieder Karl-Otto Hader, Reinhard Müller, Reinhard Vogel und Helmut Wachter.

Die Ehrung für 25-jährige Vereinszugehörigkeit erhielten: Stefanie Birke, Stefanie Deckelmann, Jessica Kürschner, Hans Franz (Nurn), Sebastian Hellgoth, Marcel Michel, Janina Färber, Frank Fischer, Patrick Kotschenreuther und Björn Müller.

Mit besonderer Freude verkündete der Vorsitzende, dass nach einstimmigen Beschlüssen des erweiterten Vorstandes drei Vereinsangehörige zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. So habe sich Oswin Michel über viele Jahre hinweg stark für die Fußballabteilung engagiert und im Jugendbereich schon früh Verantwortung übernommen.

Gerhard Wachter ist nach den Worten des Vorsitzenden seit gefühlten 100 Jahren ein ganz wichtiger Mann der TT-Abteilung. Er habe nach seiner Jugendspielzeit im Trikot des FC alle Mannschaft durchlaufen und inzwischen weit über 1000 Spiele bestritten.

Roland Witurka sei, wie Wachter, ein Urgestein des FC. Als aktiver Fußballer und TT-Spieler habe er seit der Jugend weit über 1000 Spiele für den FC absolviert. Seit Jahrzehnten stelle er sich als Funktionär zur Verfügung und sei derzeit Platzkassier der Fußballer.

Bürgermeister Michael Pöhnlein wünschte sich angesichts der hitzig verlaufenen Versammlung, dass man doch bemüht sein möge, dass FC-Vereinsschiff in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Abschließend baten auch noch einige Mitglieder darum, doch an einem Strang zu ziehen. Dem in die Kritik geratenen Vorsitzenden wurde schließlich bestätigt, dass er eine immense Arbeit geleistet habe. Hans Franz



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