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Kronach
Diamantene Hochzeit

Beim Blick auf 60 Ehejahre und fünf Kinder kamen viele lustige "Gschichtla" zusammen

Kronach —  "Diesen Verein mag ich", sagt Ursula Eckert-Hetzel und blickt lächelnd auf zwei ihrer Töchter und auf ihren Mann Wolfgang. "Kein Wunder Mutter, du bist ja Gründungsmitglied", antworten Birg...
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Mit einem Präsent gratulierte Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann dem Ehepaar Eckert-Hetzel zu 60 Ehejahren. Foto: Maria Löffler
Mit einem Präsent gratulierte Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann dem Ehepaar Eckert-Hetzel zu 60 Ehejahren. Foto: Maria Löffler

Kronach —  "Diesen Verein mag ich", sagt Ursula Eckert-Hetzel und blickt lächelnd auf zwei ihrer Töchter und auf ihren Mann Wolfgang. "Kein Wunder Mutter, du bist ja Gründungsmitglied", antworten Birgit und Barbara lachend. Mutter Ursula sitzt im feschen Dirndl am Tisch und freut sich über 60 Jahre Ehe mit ihrem Mann Wolfgang.

Die Erinnerungen nehmen sie vor allem mit Humorm und so manch lustige Geschichte machte die Runde. Von der Hochzeitsreise per Anhalter zum Beispiel oder die von der Hochzeit selbst. Da standen die beiden nämlich vor dem Standesbeamten und der stellte gerade die entscheidende Frage: "Johann Baptist Wolfgang Eckert-Hetzel, willst du..." Sie unterbricht die Zeremonie, blickt ihn fassungslos an und meinte: Wie heißt du?" Noch heute können die beiden Tränen darüber lachen und gescheitert sei die Eheschließung daran nicht.

Sein Rufname sei Wolfgang und so kenne ihn auch jeder. Der Sozialarbeiter, der bei offiziellen Anlässen Lucas Cranach verkörpert, war für seine Kinder immer eine Respektsperson. "Wir haben uns halt nie gegeneinander ausspielen lassen", lächelt er und blickt in Richtung seiner "Ursel". Die nickt energisch und seine Töchter tuscheln plötzlich über das Bürgerliche Gesetzbuch. Und wieder taucht eine Geschichte auf: "Unser Vater hat uns damals immer den Paragraf 1619 vorgelesen. Der besagte nämlich Folgendes: Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten." Und wieder lachte die Runde bei dieser Erinnerung. Es habe freilich immer ein paar Regeln gegeben (nach dem Jugendschutzgesetz, wie die beiden Töchter grinsend versichern) und auch mal eine Watschn, aber nie größere Sanktionen als Hausarrest. Barbara erinnert sich an eine ganz bestimmte Situation: "Ich war gerade 14 und wurde zur ,Miss Volleyball'gewählt. Darüber habe ich etwas die Zeit vergessen und irgendwann stand meine Mutter im Pelzmantel und wie ein Racheengel in der Tür. Zu spät kam ich dann nie wieder."

Und prompt fällt Wolfgang Eckert-Hetzel dann noch "a Gschichtla" ein, das sich am 18. Geburtstag der jüngsten Tochter Beate zugetragen habe. "Wir haben ihr zur Volljährigkeit gratuliert, und da ist mir eingefallen, dass sie als einzige nie eine Watschn bezogen hat. Das wollte ich mit einem liebevollen Streich nachholen und hab sie so unglücklich erwischt, dass sie wahnsinniges Nasenbluten bekam. Noch heute erzählt sie, dass ihr Vater sie blutig geschlagen habe." Das meinte sie freilich nur im Scherz und die Birgit und Barbara können sich vor Lachen kaum noch halten.

Ursula Eckert-Hetzel, die ihren Mann liebevoll als "Dauerbrenner" bezeichnet, hatte ihn in einem Soldatenheim kennengelernt, in dem er verkehrt habe. "Meine Mutter war da Wirtschafterin und hat mich immer mitgenommen", erklärt sie, und er ergänzt: "Meine Frau war ein Souvenir der Bundeswehr, aber nicht alle Souvenirs sind kitschig."

Ursula Eckert-Hetzel wurde am 11. Februar 1941 in Rhaunen im Hunsrück geboren und Wolfgang Eckert-Hetzel am 29. Mai 1936 in Prag. Kennengelernt haben sich die beiden in Idar Oberstein, und im Jahr 1960 wurde geheiratet. Das Ehepaar bekam fünf Kinder und sieben Enkelkinder. Sie zogen 1966 in den Kronacher Landkreis, erst nach Reitsch, dann nach Kronach. Da wohnten sie kurzzeitig in der Rosenbergstraße, bevor sie sich 1972 ihr Haus in der Festungsstraße kauften.

Wolfgang Eckert-Hetzel studierte Sozialpädagogik, engagierte sich in vielen sozialen Bereichen. Seine Frau Ursula machte eine Sonderausbildung "für Menschen mit Englischkenntnissen" an der Uni Bamberg. Danach unterrichtete sie Englisch an der damaligen Lucas-Cranach-Schule. Ihre Kinder benannten die beiden immer nach Heiligen und all ihre Vornamen beginnen mit einem B.

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