Coburg

Beide hatte es nach Westdeutschland gezogen

Das Coburger Ehepaar Ursula und Rolf Neumann feierte am vergangenen Mittwoch diamantene Hochzeit. Auf die Frage nach dem schönsten Erlebnis in ihrer 60-jährigen Ehe antwortete die diamantene Braut: "D...
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Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (links) und die Tochter Ulrike Neumann (rechts) gratulieren Rolf und Ulrike Neumann zu ihrer diamantenen Hochzeit von Herzen.  Foto: Edwin Meißinger
Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (links) und die Tochter Ulrike Neumann (rechts) gratulieren Rolf und Ulrike Neumann zu ihrer diamantenen Hochzeit von Herzen. Foto: Edwin Meißinger

Das Coburger Ehepaar Ursula und Rolf Neumann feierte am vergangenen Mittwoch diamantene Hochzeit. Auf die Frage nach dem schönsten Erlebnis in ihrer 60-jährigen Ehe antwortete die diamantene Braut: "Das schönste Erlebnis hatten wir nicht. Wir hatten viele schöne Erlebnisse."

Ein Höhepunkt war die Geburt der Tochter Ulrike. Damals lebte die junge Familie auf der Schwäbischen Alb. Die Eltern arbeiteten in einem Kindererholungsheim der Arbeiterwohlfahrt. Rolf Neumann fand eine Arbeit als Gärtner und seine Frau zur gleichen Zeit eine Stelle in der Verwaltung.

Einfach hatte es das junge Ehepaar in den Anfangszeiten nicht. Rolf Neumann, Jahrgang 1939, stammte aus Oederau in Sachsen. Seine Gärtnerlehre absolvierte er in Dresden. Danach fand er eine Arbeit in Ost-Berlin und floh von dort im Frühjahr 1958 nach Westdeutschland. Seine künftige Frau wurde 1934 in Darmstadt geboren, wuchs allerdings in Halle/Saale auf und setzte sich im Herbst 1953 nach Westdeutschland ab. Getroffen haben sich beide im Sommer 1958 in Rüsselsheim. Hier arbeitete die junge Ursula in der Verwaltung der Firma Opel. "Als ich ihn das erste Mal sah, sagte ich, er hat sehr schöne Augen", erzählte Ursula Neumann. Und auch er zeigte sich begeistert von der jungen Motorradfahrerin. Und so fuhr sich die junge Ursula in das Herz ihres Rolfs. Etwas später machte der junge Mann auch seinen Motorradführerschein und entwickelte sich zum begeisterten Biker.

Die beiden heiraten am 18 Dezember 1959. Bis dahin hatten die jungen Leute immer möbliert gewohnt. Dann bezogen sie ihr eigenes Zuhause. Als junges Ehepaar und später als junge Familie waren sie ganz auf sich selbst gestellt. Beide Großmütter lebten in der DDR und konnten nicht zur Seite stehen.

Sie mussten sparsam leben. Vernünftig und doch relativ frei zu sein, zog sich wie ein roter Leitfaden durch das Leben der Familie. Mobil waren sie auch, mit Motorrad und Beiwagen. Urlaub wurde im Zelt gemacht. Bis vor etwa drei Jahren zelteten sie regelmäßig. Die Motorradleidenschaft übertrug sich auch auf Tochter Ulrike. Und Rolf und Ulrike Neumann fahren immer noch mit ihrem BMW-Gespann, Baujahr 1986, durch die Lande. "Ich allerdings nicht mehr als Sozia auf dem Rücksitz", erzählte Ursula Neumann. Das Ehepaar zog 2002 zu Tochter Ulrike nach Coburg. Davor hatten sie in Kronberg gewohnt, bis sie in Rente gingen.

Rat: Miteinander reden

Beide geben jungen Paaren den Rat, aufeinander zu achten, viel miteinander zu reden und sich finanziell nicht zu übernehmen. Als ein Traumziel haben sie sich noch vorgenommen, mit dem Motorrad und Beiwagen über die Alpen nach Italien zu fahren. Als Rolf Neumann hervorhob, dass so eine Fahrt aus gesundheitlichen Gründen die letzten zwei Jahre nicht geklappt habe, sprach seine Frau ihm Mut zu: "Das schaffen wir auch noch!" Wichtig war beiden, in ihrer Ehe gemeinsam an einem Strang zu ziehen. So kommen sie bislang 60 Jahre miteinander, dann mit Tochter Ulrike und inzwischen mit vier Katzen gut aus.

Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber überbrachte die besten Glückwünsche der Stadt Coburg und einen bunten Blumenstrauß. Sie unterhielt sich gut mit dem Jubelpaar. em

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