Pfarrweisach

Begeisterte Jungbrauer zapfen an

Ludwig Müller brachten 13 jungen Nachwuchskräften in Junkersdorf das Bierbrauen bei. Ein bisschen rumort's.
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Ludwig Müller begutachtet den ersten Sud im Gegenlicht. "Sieht gut aus, gute Arbeit", lobte er die Jungbrauer.  Fotos: Simon Albrecht
Ludwig Müller begutachtet den ersten Sud im Gegenlicht. "Sieht gut aus, gute Arbeit", lobte er die Jungbrauer. Fotos: Simon Albrecht
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Ludwig "Lui" Müller und sein Team wollen die Geschicke des Brauhauses in Junkersdorf (Gemeinde Pfarrweisach) nach und nach in jüngere Hände geben. Deshalb hat er für 13 Jungbrauer einen Kurs im Bierbrauen angeboten, den die jungen Männer begeistert annahmen. Zuerst ging es nach Mellrichstadt, wo die Mälzerei Rhön-Malz besichtigt und die verschiedenen Malzsorten unter die Lupe genommen wurden, ehe Ludwig Müller das Team in einem Theorie-Abend mit den alten Braugeräten vertraut machte. Tage später wurde der erste Sud mit 15 Hektoliter Gerstensaft angesetzt.

Es soll nach Müllers Worten ein "fränkisches Kellerbier" werden, also untergärig und süffig. Mit der ersten Sichtprobe im Gegenlicht zeigte er sich zufrieden. "Sieht gut aus, gute Arbeit", lobte er die Jungbrauer. Im Jahr 1994 haben er, Kurt Adler und Axel Fella (beide aus Erlangen) das Brauhaus von der Gemeinde Pfarrweisach zu einem symbolischen Wert von einer D-Mark gekauft. In den Jahren danach ist es gründlich saniert und hergerichtet worden, sodass 1998 der erste Sud gebraut werden konnte. "Viele von den Jungs, die heut dabei sind, haben damals in dem großen Sudbottich gebadet", erinnert sich Müller. "Wir ham Wasser reingelassen, und dann sind die mit ihren Badehosen reingesprungen." Der jetzige erste Sud der Jungbrauer ist gleichzeitig der 38. seit 1998.

Der Wermutstropfen

Ein wenig verärgert ist Ludwig Müller über die Gemeinde Pfarrweisach, die für das Nachbargrundstück, auf der heuer ein Nebengebäude durch die Braufreunde errichtet worden ist, jährlich 20 Euro Pacht verlangt. In dem Gebäude sind ein Kühlraum und viele Abstellräume untergebracht, um damit alle Utensilien an einem Platz zu haben. Das Gebäude haben die Jungbrauer in Eigenleistung gebaut.

"Was mich ärgert", sagt Müller, "ist das, dass wir in vergangenen 25 Jahren, seit wir das Brauhaus betreiben, keinen einzigen Cent von der Gemeinde verlangt haben".

Bürgermeister Ralf Nowak bestätigte den Beschluss des Gemeinderates zu der Pacht, meint aber, dass von Seiten der Braugemeinschaft Junkersdorf, "um eine Veränderung in der Pacht zu erlangen, ein Antrag an den Gemeinderat gestellt werden kann". Erfahrungsgemäß, so Nowak, habe dies einen "besseren Erfolg nach einigen Jahren Laufzeit und einer guten Begründung".

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