Kulmbach
leserbrief

Befremdlicher Schandfleck

Zum geplanten Abriss und Neubau auf dem Gelände der Mälzerei Müller wird uns geschrieben: Ich bin keine gebürtige Kulmbacherin, sondern eine "Zuagroaste", wie man altbayerisch zu Neubürgern sagt. Umso...
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Zum geplanten Abriss und Neubau auf dem Gelände der Mälzerei Müller wird uns geschrieben: Ich bin keine gebürtige Kulmbacherin, sondern eine "Zuagroaste", wie man altbayerisch zu Neubürgern sagt. Umso mehr genieße ich die Vorzüge der Stadt Kulmbach, einer kleinen Stadt mit großem Flair. Gerade die Altstadt mit ihren vielen gut erhaltenen Gebäuden verleiht dieser Stadt ihren besonderen Reiz.

Schon deshalb kann ich die Diskussion um die ehemalige Mälzerei Müller nicht verstehen. Dieses Gebäude mag zwar einst gestanden haben für einen wesentlichen Teil der Industriekultur und der entsprechenden Architektur in dieser Stadt, aber heute, nach über drei Jahrzehnten der Verwahrlosung, ist es nur noch ein Schandfleck, und zwar ausgerechnet am Eingang der Innenstadt.

Wer nun auf einen Investor warten wollte, der dieses marode Gebäude saniert, der kann noch weitere drei Jahrzehnte warten. Niemand wird in ein utopisches Vorhaben investieren. Jeder Investor braucht eine wirtschaftlich darstellbare Lösung, und die ist nur möglich mit einem Neubau.

Was nun den Hinweis der Gegner dieses Projekts auf bereits begangene Bausünden angeht, so sind dieses nun einmal Fehler aus dem vergangenen Jahrhundert. Und da ist Kulmbach noch vergleichsweise ungeschoren davon gekommen. Als gebürtige Münchnerin weiß ich, wovon ich spreche.

Damit rede ich nicht der Wiederholung solcher Fehler das Wort. Vielmehr ist es Aufgabe der Stadt Kulmbach, den Investor davon zu überzeugen, dass es bei der Gestaltung der neuen Fassade mehr sein muss, als die kostengünstigste Lösung. Natürlich wird die jeder Investor zunächst bevorzugen, aber mehr gestalterischer Aufwand wäre hier schon erforderlich.

Wenn das gelingt, dann freue ich mich auf das Ergebnis. Allein schon deshalb, weil damit der befremdliche Schandfleck am Eingang zur Innenstadt verschwunden sein wird.

Brigitte Lange

Kulmbach

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