Eschenau bei Haßfurt
Ausstellung

Bedeutender Kunstpreis in Thüringen würdigt das Gesamtwerk des Herman de Vries

Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge/Eschenau —  Knetzgaus international bekanntester Bürger und der vermutlich eigenwilligste und naturverbundenste Vorreiter der Öko-Bewegung im Landkreis Haßberge wir...
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Hermann de Vries
Hermann de Vries
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Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge/Eschenau —  Knetzgaus international bekanntester Bürger und der vermutlich eigenwilligste und naturverbundenste Vorreiter der Öko-Bewegung im Landkreis Haßberge wird dieser Tage durch eine besondere Auszeichnung gewürdigt. Der Künstler Hermann de Vries wurde mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis 2019 bedacht, dem bedeutendsten Kunstpreis in Thüringen. Der Preis erinnert an den Lyriker, Grafiker und Maler Gerhard Altenbourgh (1926 bis 1989)

Der Preis ist, wie die Pressestelle des Lindenau-Museums in Altenburg mitteilt, mit 50 000 Euro dotiert, wobei ein Fünftel des Geldes dem 88-Jährigen als Preisgeld zufällt. Der Rest wird für einen Werkkatalog und eine Ausstellung verwendet, die vom 13. Oktober bis zum 1. Januar in dem kunsthistorischen Museum gezeigt wird, in dem vor allem die italienischen Tafelbilder sehenswert sind. Und jetzt natürlich die Sonderausstellung mit de-Vries-Werken aus mehr als sechs Jahrzehnten, Gemälde, Collagen, Grafiken, Textbilder, Skulpturen, Künstlerbücher und Installationen für den öffentlichen Raum. Titel: "all all all".

Internationale Aufmerksamkeit fand de Vries Werk bei der Biennale in Venedig 2015, aber auch bei Ausstellungen in Hamburg, Wien, Amsterdam Paris oder Tokio. Nun also Altenburg im östlichen Thüringen.

Das Kuratorium des seit 1998 elfmal vergebenen Preises, zusammengesetzt aus Sponsoren, Politikern und Kunstsachverständigen, zeichnet den im niederländischen Alkmaar geborenen und seit 1970 in Eschenau lebenden Botaniker, Naturphilosophen, Eremiten, Wanderer und Poeten für sein künstlerisches Gesamtwerk aus.

Die Welt der Pflanzen

"Sein Material", so die Museums-Pressestelle, "ist die Natur, insbesondere die Welt der Pflanzen, die er auf ausgedehnten täglichen Wanderungen sammelt, sortiert und collagiert. Dabei entstanden enzyklopädische Werke von tiefer poetischer Kraft." Die Vielfalt von Gräsern, Rinden, Blüten, Blättern, Erden und Steinen werde in raumgreifenden Installationen oder seriell fixiert auf großen Papierbögen ganz neu sinnlich erfahrbar.

Einst als Gärtner ausgebildet hatte de Vries in den 1950er Jahren über die informelle Malerei zur Kunst gefunden. Er gehörte zum Umfeld der Künstlergruppe "Zero", die sich in den 60er Jahren dem Ziel verschrieben hatte, die Kunst von übermäßigem Ballast zu befreien.

Aus der radikalen Reduktion entwickelte Hermann de Vries seine Faszination für das Spannungsfeld zwischen Natur und Kunst, die seine Arbeiten bis heute kennzeichnet. Bei ihm wir die Natur selbst zur Künstlerin.

"Die Arbeiten von Herman de Vries", verspricht die Ankündigung, "folgen einem umfassenden Kunstbegriff, der die Sinne und den Intellekt gleichermaßen anspricht und in Anspruch nimmt".

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