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Kronach
Jugendhilfeausschuss

Bedarf steigt auf über fünf Millionen Euro

Karl-Heinz Hofmann Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Kronach gab in der Sitzung am Donnerstag im Landratsamt nach ausführlicher Information durch Jugendamtsleiter Stefan Schramm grünes Licht fü...
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Karl-Heinz Hofmann Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Kronach gab in der Sitzung am Donnerstag im Landratsamt nach ausführlicher Information durch Jugendamtsleiter Stefan Schramm grünes Licht für den Haushaltsplanentwurf 2020, dessen Zahlenwerk nach Beratung einstimmig zur Annahme durch den Kreisausschuss und den Kreistag empfohlen wurde.

Demnach besteht für das Jahr 2020 ein Zuschussbedarf von 5 068 985 Euro. Gegenüber dem Jahr 2019 hat sich der Zuschussbedarf insgesamt um 443 785 Euro erhöht. Ohne Berücksichtigung des Personalaufwands wurden die Haushaltsansätze gegenüber dem Vorjahr um 328 585 Euro erhöht.

Geringere Einnahmen erwartet

Der Haushaltsplanentwurf 2020 sieht bei den Ausgaben gegenüber dem vorläufigen Ergebnis 2019 eine Reduzierung gegenüber den Ansätzen um 277 318 Euro vor. Das entspricht einer Senkung um 5,99 Prozent. Im Jahr 2020 werden jedoch geringere Einnahmen in Höhe von 1 470 682 Euro gegenüber dem Ergebnis von 2019 erwartet. Dadurch reduzieren sich die Einnahmen um 65,5 Prozent. Daraus ergibt sich für den Haushalt 2020 ein sächlicher Mehraufwand gegenüber dem vorläufigen Ergebnis von 2019 in Höhe von 1 193 364 Euro und in Höhe von 328 885 Euro gegenüber dem Haushaltsplan von 2019. Mehrausgaben für das Jahr 2020 sind zu erwarten, in Klammern der Zuschussbedarf für 2020. In der Erziehung in einer heilpädagogischen Tagesgruppe (Planansatz 268 500 Euro), weil mit einer Anpassung des Entgeltsatzes in der Heilpädagogischen Tagesstätte zu rechnen ist und für keines der Kinder Erstattungsansprüche bestehen. In der Vollzeitpflege (568 000 Euro), weil zum 1. Januar 2020 nochmals eine Anpassung der Pflegepauschale erfolgte und die Zahl der Kinder in Vollzeitpflege, insbesondere die Anzahl der Erstattungsfälle, gegenüber anderen Trägern gestiegen ist.

Heimerziehung Kinder und Jugend (943 835 Euro), weil durch Zuzüge mehrere Fälle von Heimerziehung übernommen werden mussten. Hilfen für junge Volljährige: (Heimerziehung etc.) geschätzter Zuschussbedarf (183 300), weil mehrere stationäre Maßnahmen nicht mit Erreichen der Volljährigkeit beendet werden können und für volljährige unbegleitete Ausländer eine ambulante Nachbetreuung erforderlich sein wird. Vorläufige Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen (109 300 Euro), weil nicht auszuschließen ist, dass wieder unbegleitete minderjährige Ausländer zugewiesen werden und die Unterbringung im Rahmen der Inobhutnahme in einer Jugendhilfeeinrichtung erforderlich wird.

Eva Wicklein von der Kommunalen Jugendarbeit berichtete über das erfolgreiche Projekt "Elterntalk". Das Projekt wurde 2010 mit Beschluss des Jugendhilfeausschusses im Landkreis Kronach eingeführt. Das lebensweltorientierte und niederschwellige Elternbildungsprojekt fördert die Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern und unterstützt sie bei ihrer Alltags- und Konfliktbewältigung. Es werden moderierte Gesprächsrunden angeboten zu den Themen Medien, Konsum, Suchtvorbeugung und gesundes Aufwachsen in der Familie und richtet sich an alle Eltern mit Kindern bis 14 Jahren.

Das Projekt wird über die Aktion Jugendschutz-Landesarbeitsstelle Bayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit bis zu 7600 Euro jährlich gefördert. Als Regionalbeauftragte im Landkreis Kronach ist Diplom-Sozialpädagogin und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Svenja Prodinger-Pilipp auf Honorarbasis angestellt. Ihre Aufgabe ist die Schulung und Koordinierung der Moderatorinnen und Moderatoren. Im vergangenen Jahr waren acht Moderatorinnen für Elterntalk tätig und haben 78 Talks mit insgesamt 262 deutschen, zwölf türkischen, vier syrischen, 28 arabischen und 16 russischen Eltern durchgeführt.

Landrat Klaus Löffler dankte ausdrücklich für die gute kommunale Jugendarbeit und befürwortete eine Fortführung des Projekts Elterntalk, das zum 31. Dezember 2020 ausläuft, und das Gremium stimmte dem Haushaltsansatz von 9000 Euro pro Jahr für die Jahre 2021 und 2022 zu.