Kronach

Bedarf an Kinderkrippenplätzen steigt

Die Schaffung eines ausreichenden Angebots stellt die Gemeinden im Landkreis vor große Herausforderungen. Aktuell könne aber fast allen Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen, geholfen werden, heißt es bei der Fachaufsicht am Landratsamt.
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Auch wenn die Krippenplätze knapp sind: Die Kleinen, wie hier beim Bürgerfest iim Kindergarten Windheim, können cool bleiben.  Foto: Schadeck/Archiv
Auch wenn die Krippenplätze knapp sind: Die Kleinen, wie hier beim Bürgerfest iim Kindergarten Windheim, können cool bleiben. Foto: Schadeck/Archiv

Veronika Schadeck Landkreis Kronach —  Wenn in wenigen Tagen die Ferien enden und die Kindertagesstätten wieder ihren Betrieb aufnehmen, wird dann jedes Kind einen Betreuungsplatz haben? Immerhin wurden in den letzten zwölf Jahren im Landkreis 500 Krippenplätze geschaffen. Zudem sind Plätze in Regelgruppen von unter Dreijährigen (ab 2,5 Jahren) belegt.

Fakt ist, dass im Landkreis Kronach Handlungsbedarf besteht, wenn es um die Betreuung von Kindern unter drei Jahren geht (U3). Denn der Bedarf ist höher als ursprünglich gedacht. Verfolgt man die Berichterstattungen über laufende Gemeinderatssitzungen, wird deutlich, dass viele Kommunen reagieren. Oftmals investierten sie mehr in die Betreuungseinrichtungen als ursprünglich geplant. Denn die Gemeinden unterliegen der Verpflichtung, ein bedarfsgerechtes Angebot an Betreuungsplätzen zu schaffen.

Beispielsweise wurden beziehungsweise werden in Gemeinden wie Mitwitz, Marktrodach, Küps und Steinbach am Wald zusätzliche Krippenplätze geschaffen. Die Trägerschaft dieser Einrichtungen haben die Kirche inne. Inwieweit sich diese aber an der Finanzierung der Maßnahmen beteiligen, ist pauschal nicht zu beziffern.

In Unterrodach konnten im Mai im Kindergarten "Unterm Regenbogen" neue Räume in Besitz genommen werden. Hier wurden 810 000 Euro investiert, davon gab es 410 000 Euro an staatlichen Zuschüssen. Die Kirchengemeinde beteiligte sich mit 150 000 Euro, den Rest in Höhe von 250 000 Euro übernahm die Gemeinde. Ursprünglich waren rund 100 000 Euro vorgesehen.

In Küps entsteht in der Kerngemeinde auf dem Gelände eines früheren landwirtschaftlichen Anwesens, das die Marktgemeinde erworben hat, ein neuer zweigruppiger Kindergarten mit zwei Krippengruppen. Bisher haben die Küpser Eltern ihre Kleinsten in den benachbarten Ortschaften untergebracht. Die Plätze reichen aber nicht aus. 24 Krippenplätze sollen für die Kleinsten geschaffen werden. Die Kosten belaufen sich nun, nachdem die Kommune über Kostenreduzierungen nachgedacht hat, auf 3 023 000 Euro.

In der letzten Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Bernd Rebhan von einer Fahrt nach München zur Landeskirche. Diese konnte nun dazu bewegt werden, einen Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro zu geben. Der Freistaat übernimmt einen Anteil in Höhe von 1 717 000 Euro, die evangelische Kirchengemeinde 225 000 Euro, der Rest in Höhe von 881 000 Euro entfällt auf die Kommune. Ursprünglich hatte man dafür nur 581 000 Euro eingeplant.

Container ken Dauerzustand

In Mitwitz soll der Kindergarten in Abstimmung mit der evangelischen Kirchengemeinde und dem Dekanat erweitert werden. "Wir haben einen regen Bedarf an Kinderkrippenplätzen", so Bürgermeister Hans-Peter Laschka. Er spricht davon, dass derzeit ein Teil der Regelkinder in Containern betreut wird, um Räumlichkeiten für die U3 zu schaffen. Das sei aber kein Dauerzustand. Außerdem laufe die Genehmigung im nächsten Jahr ab. Er spricht von Kostenschätzungen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Von Seiten der Kirche werde eine Kostenbeteiligung in Höhe von etwa 15 Prozent erwartet.

Laschka hofft nun auf eine großzügige Förderung durch den Freistaat. Er spricht davon, dass bis zum 30. August der Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken eingereicht werden müsse, um in den Genuss des Förderprogramms für Kindertagesstätten zu kommen. Er hofft auch darauf, dass der Freistaat dieses Programm, das im Jahr 2020 endet, verlängert und aufstockt.

Das hofft auch der Steinbacher Bürgermeister Thomas Löffler. In seiner Gemeinde gibt es in allen drei Kindergärten Betreuungsmöglichkeiten für U3. Insgesamt werden derzeit 30 Kinder unter drei Jahren betreut. Wie er auf Anfrage erklärte, sei in seiner Gemeinde ein steigender Bedarf zu verzeichnen. Handlungsbedarf gebe es vor allem bei den Kindergärten in Steinbach am Wald und Buchbach. Deshalb befinde man sich in Gesprächen mit den Trägern, der katholischen Kirche und den Kirchengemeinden. In den nächsten Wochen sollen konkrete Planungen und Kostenschätzungen erstellt werden.

Löffler weist auf die derzeit greifende Sonderregelung hin, aufgrund derer nahezu alle Kinder unter drei Jahren, falls von den Eltern gewünscht, betreut werden können. Diese Regelung sei aber nicht von Dauer. "In den nächsten drei Jahren muss etwas passieren!"

Tagesmütter können aushelfen

"Die Kommunen reagieren auf die immer weiter steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder im Krippenalter", so Michaela Schneider von der Fachaufsicht für die Kindertagesstätten am Landratsamt Kronach. Die Baumaßnahmen seien oftmals mit Hürden verbunden. Michaela Schneider räumt ein, dass es nicht immer möglich sei, dass Eltern in einer bestimmten Einrichtung und in unmittelbarer Wohnortnähe ihren Wunschplatz finden. Es sei aber gelungen, nahezu allen Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihre Kinder suchen, auch einen Platz zur Verfügung zu stellen. "Die gesetzlich zumutbare Fahrzeit von 30 Minuten muss dabei keiner auf sich nehmen!"

Wie Schneider weiter erklärt, stehe für den Fall, dass kurzfristig tatsächlich einmal ein Engpass im Bereich "Krippe" bestehen sollte, ein ergänzendes Angebot von qualifizierten Tagesmüttern zur Verfügung. Dieses Angebot für die unter Dreijährigen würde auch von den Eltern angenommen, da hier weniger Kinder gleichzeitig zusammen betreut werden.

Bei den Gesprächen mit den Bürgermeistern wurde deutlich, dass jeder Kommune daran gelegen ist, die Herausforderungen bezüglich Kinderbetreuung zu bewältigen. Dankbar sind sie den Kirchen für die Übernahme der Trägerschaft. Denn, so Rebhan, dadurch würden die Kommunen entlastet. So kümmere sich die Kirche um Bürokratisches und Personal. Hans-Peter Laschka spricht von christlichen Werten, die die Kirche vermittelt. Und Thomas Löffler meint, dass sich die Strukturen bewährt haben. Er hoffe, dass diese und auch die gute Zusammenarbeit mit der Kirche Bestand haben werden. Und was die Verlängerung des Förderprogramms für Kindertagesstätten betrifft, so ist MdL Jürgen Baumgärtner überzeugt, dass dieses demnächst verlängert wird.

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