Bad Staffelstein
Lesermeinung

Bebauungsplan Staffelstein-Nordost: Die Stadt zerstört Lebensraum

Zum Artikel: "Meilenstein der Stadtgeschichte" vom 18. April ging uns folgender Leserbrief zu: Zum Bebauungsplan Staffelstein-Nordost möchte ich doch ein paar Anmerkungen einbringen. Hier handelt sich...
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Zum Artikel: "Meilenstein der Stadtgeschichte" vom 18. April ging uns folgender Leserbrief zu: Zum Bebauungsplan Staffelstein-Nordost möchte ich doch ein paar Anmerkungen einbringen. Hier handelt sich um den Flurteil "Horlachen", eine Umschreibung für ein Feuchtgebiet. Dieses wurde zwar mit Bau der Bahnunterführung nach Unnersdorf zunehmend entwässert, dennoch ist es Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Hier wurde und wird das Volksbegehren "Rettet die Bienen" seit über 35 Jahren umgesetzt. Vielfältige Fruchtfolge, Wiesen ohne Pflanzenschutz, Altgrasbestände, Heu und Silonutzung im Wechsel. Ein Paradies für sechs bis zwölf Feldhasen, eine Rebhuhn-Kolonie, und sogar einen Feldhamster sieht man auch hin und wieder. Alles geschützte Arten!

Nun haben ja auch in und um Bad Staffelstein zahlreiche Leute ihr Kreuzchen bei obigem Volksbegehren gesetzt. Erschreckend ist, dass die Begeisterung des ganzen Stadtrates so ausfällt, ebenso bei den Vertretern des Natur- und Umweltschutzes. Der gewünschte Radweg ist da scheinbar Ablass genug. Auch wenn dieses Gebiet eigentlich nur dazu dient, die Häuser nordöstlich der Bahnhofstraße von der Unnersdorfer Straße zu erschließen, um die Bahnhofstraße zu entlasten (Flaniermeile) und hier noch versucht wird, junge Leute als mögliche Bauwerber vorzuschieben, ist es doch mehr als nur die Angst, ungenutzte Wohnmöglichkeiten in der bestehenden Stadt nicht zu nutzen. Im Bereich des Marktplatzes gibt es keine gute Wohnflächen- auslastung. Im Bereich Oberauer Straße gibt es viele Industriebrachen, die auch mit höheren Wohnblöcken bebaut werden konnten, das können dann mal schon sechs bis zwölf Stockwerke sein (Flächenverbrauch, Nähe zu öffentlichem Nahverkehr), ebenso das Gelände der alten Kläranlage, da passt entweder der Bauhof hin oder ein Wohnblock für junge und ältere Leute. Wenn dieses Gebiet baulich erschlossen wird, hat Staffelstein es geschafft, seine ganzen drei Feuchtgebiete (ein See ist kein Wiesen- und Acker-Feuchtgebiet) unwiederbringlich zu zerstören.

Ein Teilgebiet der Auwaldsiedlung wurde nach den Krieg durch Drainierung bebaubar gemacht. Im Bereich der Romansthaler Brücke war ein Feuchtgebiet und nun dieses nun gewünschte Baugebiet, somit hat nicht die Landwirtschaft zum Artenschwund beigetragen, sondern einzig und allein die Gier nach Steigerung des Bruttosozialprodukts. Im Gegenteil, unsere heimische Landwirtschaft schafft und erhält Lebensräume und erzeugt noch nebenbei hochwertige gesunde Lebensmittel.

Das Gebiet um den Staffelberg wurde erst kürzlich wieder für seine hervorragende Artenvielfalt gelobt, alles erhalten und gepflegt von unserer heimischen Landwirtschaft. Mit fast jedem Prospekt wirbt der Landkreis und die Stadt damit, um im Gegenzug Lebensraum zu zerstören ... Ablasshandel und Hexenverfolgung waren noch nie so salonfähig wie heute. Lothar Teuchgräber

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