Rödental

Bayern schwimmt - Rödental auch

In einer Art Crash-Kurs bringen Mitglieder der Wasserwacht Rödental Viertklässlern aus drei Schulen das Schwimmen bei.
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Mit sieben Aktiven übte die Wasserwacht Rödental mit Schülern der vierten Klassen intensiv das Schwimmen. Bürgermeister Marco Steiner (am Startblock) sah sich in der Schwimmhalle um.  Foto: Martin Rebhan
Mit sieben Aktiven übte die Wasserwacht Rödental mit Schülern der vierten Klassen intensiv das Schwimmen. Bürgermeister Marco Steiner (am Startblock) sah sich in der Schwimmhalle um. Foto: Martin Rebhan

Ertrinken ist die häufigste tödliche Unfallursache bei Kindern bis fünf Jahren, die zweithäufigste bei älteren Kindern. Mit dieser traurigen Feststellung will sich die Wasserwacht in Bayern nicht zufrieden geben. Aus diesem Grund rief man die Schulschwimmwoche ins Leben. Schülern der vierten Klassen soll die Gelegenheit gegeben werden, ihre Schwimmfähigkeiten zu verbessern und auch Schwimmabzeichen zu erwerben.

Steiner: Absolut notwendig

Für den Rödentaler Bürgermeister Marco Steiner ist es eine unverzichtbare Notwendigkeit, dass Kinder das Schwimmen lernen. Er sieht aber auch die Probleme der Schulen, für den Schwimmunterricht ausgebildetes Personal bereitzustellen. Der Bürgermeister, die Stadtwerke, als Betreiber des Rödentaler Bades und die Rödentaler Wasserwacht standen voll und ganz hinter der Idee. Aber die Umsetzung war nicht ganz so einfach. Wie Petra Philipp, Vorsitzende der Wasserwacht Rödental, wissen ließ, mussten sich sechs der sieben Helfer extra Urlaub nehmen.

Schwimmunterricht bekommen Kinder der Grundschule Rödental Mitte, der Grundschule Einberg und der "Heinrich-Schaumberger-Schule" aus Coburg. Dass die Coburger Schüler nach Rödental kommen, liegt wohl auch daran, dass die Rödentaler Wasserwacht die einzige im Landkreis ist, die sich an der Schulschwimmwoche beteiligt. Dass die Resonanz trotz der Wichtigkeit dieser Aktion gering ist, führt Petra Philipp auch darauf zurück, dass die Aktion sehr kurzfristig von der Wasserwacht Bayern publik gemacht wurde.

Suki Schneider von der Grundschule Einberg berichtete stolz über den besonderen Unterricht: "Ich habe jetzt keine Angst mehr vor einem Köpfer." Dass am Ende noch das bronzene Schwimmabzeichen für sie heraussprang, machte die Schülerin besonders zufrieden. Ihre Lehrerin Claudia Dietz zeigte sich begeistert: "Einen so intensiven und umfassenden Schwimmunterricht können wir von der Schule her nicht leisten."

Seepferdchen reicht nicht

Petra Philipp räumte mit einem Irrglauben auf: "Wer sein Seepferdchen hat, kann sich über Wasser halten, aber noch nicht schwimmen", erklärte die Vorsitzende. Für sie ist es daher wichtig, dass die Kinder mindestens das bronzene Schwimmabzeichen erlangen.

Der Leiter der Stadtwerke, Michael Eckert, sagte anerkennend, dass die Wasserwacht Rödental etwas gegen den Trend tue, den Schwimmunterricht zu vernachlässigen. Er bezeichnete das Engagement der Wasserwacht als einen "Leuchtturm". Unterstützung fand das Projekt durch den Rödentaler Rewe-Markt, der die Kinder mit gesunder Verpflegung versorgte.

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