Bamberg

Bayern-Rap aus Berlin

Im Bamberger Live-Club gastiert heute abend das Rap-Duo "dicht & ergreifend". Fabian Frischmann alias Lef Dutti erklärt, was auf die Besucher zukommt.
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George Urkwell (Michael Huber, links) und Lef Dutti (Fabian Frischmann) sind "dicht & ergreifend". Foto: Stephan Buske
George Urkwell (Michael Huber, links) und Lef Dutti (Fabian Frischmann) sind "dicht & ergreifend". Foto: Stephan Buske
Sie sind dicht und ihre Texte ergreifend: Die beiden Niederbayern Michael Huber und Fabian Frischmann von "dicht & ergreifend" begeistern mit bayerischem Rap im Berlin-Style nicht nur Fans in ihrer Heimat.
Bayern-Rap aus Berlin. Klingt komisch, ist aber logisch. Denn wo gehen die Freigeister hin, denen es in der Provinz zu eng wird? In die Hauptstadt. So haben es auch die beiden Niederbayern, die sich George Urkwell und Lef Dutti nennen, gemacht. In der Ferne haben die beiden Mundart-MCs angefangen, sich mit ihrem Dialekt, mit Tuba, Trompete und Zither auseinanderzusetzen und mit Hip Hop in Symbiose zu bringen. Herausgekommen ist ein Sound, der sie ins Bayerische Fernsehen, mit LaBrassBanda auf Tour und zusammen mit Kraftklub nach Kiew brachte.
Die Resonanz war überall dieselbe: Begeisterte Anhänger, euphorisierte Neu-Fans und Standing Ovations vor und hinter der Bühne.
Hier ein Versuch von Fabian Frischman alias Lef Dutti zu erklären, was am 5. April im Live-Club auf die Besucher zukommt:

Man sagt, ihr macht "Bazi-Rap", das bayerische Pendant zum Berliner Atzen-Rap: Was ist das genau?
Lef Dutti: Man sagt das nicht. Das hat mal irgendwer gesagt und seitdem meinen alle, dass wir Bazi-Rap machen. Wir machen keinen Bazi-Rap und wir wissen auch nicht was Bazi-Rap sein soll. Wir machen Rap. Punkt.

Wie viel verstehen eure Fans, die nördlich des Weißwurstäquators leben, von euren Texten?
Fans die dort leben, aber eigentlich aus Bayern kommen, werden uns verstehen. Fans, die dort leben und der bayerischen Sprache nicht mächtig sind, werden maximal fünf Prozent von unseren Inhalten verstehen. Das macht aber nichts, denn die werden dann musikalisch weggeblasen. Man hört sich ja auch z. B. französischen Rap an, obwohl man vielleicht nur Baguette versteht.

Räumt ihr mit eurer Musik und eurem Auftreten mit Vorurteilen gegenüber Bayern auf?
Wir beobachten, versuchen zu verstehen und wenn uns nix anderes übrig bleibt, müssen wir am Ende kritisieren. Wir nörgeln aber nicht nur ständig rum, sondern nörgeln nur da, wo es wirklich sein muss.

Und das wäre?
Wenn ein ganzer Landkreis mit Industriehallen, überdimensional riesigen Feldern und Straßen zugeschissen wird, 60 Jahre alte Pappeln einfach so ohne Grund umgeschnitten werden und man im Dorf mit dem Auto zum Zigarettenautomaten fährt, aber dann von einem idyllischem Hügelland die Rede ist, kann man sich da gerne aufregen drüber.

Am 5. April spielt ihr im Bamberger Live Club. Auf was freut ihr euch bei diesem Franken-Besuch am meisten?
Auf einen Edelfan namens Gott. Der ist aus der Bamberger Gegend und reist uns in die entlegensten Winkel des Landes hinterher, um unsere Konzerte zu besuchen. Er ist auch Fan der befreundeten Bands Null8Sprachrohr und A.t.M. Bei dem Auftritt in Bamberg muss er endlich mal nicht so weit fahren.

Die Fragen stellte
Anna Bornschlegel
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