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Herzogenaurach
Unser Thema der Woche // Wohnen & Bauen

Baustelle in Krisen-Zeiten

Die Pandemie sorgt für Lieferengpässe beim Material für die heimischen Baustellen. Flexibilität ist gefragt. Architekt Helmut Popp hat die Firmen auf einem Wohnprojekt in Herzogenaurach zudem eingewiesen.
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Sicherheitsabstand in Corona-Zeiten: Architekt Helmut Popp (rechts) bei der Einweisung von Firmenvertretern Fotos: Bernhard Panzer
Sicherheitsabstand in Corona-Zeiten: Architekt Helmut Popp (rechts) bei der Einweisung von Firmenvertretern Fotos: Bernhard Panzer
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Bernhard Panzer Das Leben auf den Baustellen geht auch in Zeiten der Corona-Krise weiter. Berufliche Tätigkeit wird auch nach der Ausgangsbeschränkung gewährleistet. Auch wenn gewisse Tätigkeiten durch das Virus nicht gerade erleichtert werden.

Der Herzogenauracher Architekt Helmut Popp hat zurzeit ein größeres Wohnbauprojekt am Laufen. 25 Wohneinheiten entstehen in den Gebäuden in der Dr.-Fröhlich-Straße nahe der Rehaklinik. "Sie müssen pünktlich fertig werden", sagt Popp. "Wir haben die notarielle Verpflichtung." Das bedeutet: Bis Juni müssen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Probleme nicht nur mit Asien

Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, die Firmen arbeiten ihre Aufträge ab. Und trotzdem schwingt eine gewisse Unsicherheit mit. Denn es gibt auch Lieferengpässe. Willi Brand aus Tuchenbach baut die Lüftungsanlagen ein. Mit Ventilen hat er inzwischen ein Problem. "Die kommen aus Asien, meine Restbestände sind fast aufgebraucht". Brand muss sich nach neuen Lieferanten umschauen.

Nicht lieferbar ist derzeit auch der Naturstein aus China, berichtet Architekt Popp. Auch hier ist ein Umdenken erforderlich, um flexibel zu bleiben. Das kostet aber auch. Denn es gibt für die Fliesen freilich auch fränkischen Granit, den man auch bekommt, aber der ist laut Popp um die Hälfte teurer.

Von Teuerungen weiß auch der Lüftungsbauer zu berichten. Auch Blech koste inzwischen fast das Doppelte als zuvor. Aber nicht nur Asien ist kein guter Markt derzeit. Es gibt auch Firmen aus Italien und Spanien, von denen nichts mehr eingeführt werden könne.

Schon einige Tage vor der Ausgangsbeschränkung, als beispielsweise die Lokale noch öffnen durften, hat Architekt Helmut Popp die Mitarbeiter der Firmen auf der Baustelle zusammengerufen. Es gab eine umfassende Einführung in die erforderlichen Hygienemaßnahmen auf der Baustelle.

Es sind alles Dinge, die inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen sind, die aber lebenswichtig sein können. "Keine Begrüßung durch Handschlag!" beispielsweise, oder die Anordnung "Keine Gruppenbildung, Mindestabstand anderthalb Meter" - auch das will auf einer Baustelle erst einmal eingehalten werden. Sechs einzelne Punkte hat er den Arbeitern mitgegeben. Auch den folgenden: "Hände waschen, WC sauber halten, Desinfektion benutzen!" Dafür sind die Baustellentoiletten entsprechend ausgestattet worden, mit Arztseife und Desinfektionsmittel.

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