Kronach

Baumgärtner: Mit dem Nein zum Nationalpark wurde eine Chance vertan

Wird der Landkreis Kronach nun eine Tourismusregion oder nicht? Jürgen Baumgärtner ist nach wie vor überzeugt, dass mit der Ablehnung des Nationalparks vor drei Jahren eine wichtige Chance für die Bel...
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Jürgen Baumgärtner
Jürgen Baumgärtner

Wird der Landkreis Kronach nun eine Tourismusregion oder nicht? Jürgen Baumgärtner ist nach wie vor überzeugt, dass mit der Ablehnung des Nationalparks vor drei Jahren eine wichtige Chance für die Belebung des Tourismus vertan wurde.

Laut Prognosen wären jährlich 400 000 Besucher in den Frankenwald gekommen. Er gehe davon aus, dass die Hälfte davon tatsächlich die Region besucht hätte. Diese Menschen hätten Geld in der Region gelassen. Vielleicht hätte dann die Schließung des Posthotels vermieden werden können. Er warte nun immer noch auf Antworten der Nationalparkgegner, was die Belebung des Tourismus betrifft.

"Den Tourismus zu beleben, ist nicht meine Aufgabe", so der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung, Georg Lindig. Außerdem habe er andere Sorgen, denn mit jedem Sonnentag sterben 1000 Festmeter an Holz in der Region.

"Unsere Aufgabe ist nicht der Tourismus, aber wir sind für jede Idee offen!", so der Leiter der Forstdienststelle Rothenkirchen, Peter Hagemann. Er weist darauf hin, dass die Staatsforsten in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Frankenwaldverein ein Wanderwegenetz ausgewiesen habe. Weiterhin sei ein Programm erarbeitet worden, in dem Urlauber auf Wunsch durch die heimischen Wälder geführt werden.

Im Ausstellungsraum des Freizeit- und Tourismuszentrums in Steinbach werden alle Baumarten des Frankenwaldes vorgestellt, teilweise sind Baumstämme zu bestaunen. Auch wirken die Staatsforsten bei der Gestaltung des Außenbereichs mit. In Nordhalben habe der Staatsforst das Forsthaus für Ferienwohnungen zur Verfügung gestellt. Diese werden nun von der Familie Wagner vom Wagner Hotel in Steinwiesen mit betrieben. Außerdem sei in Zusammenarbeit mit dem Frankenwaldverein Kleintettau und Ludwigsstadt ein Trekkingplatz entstanden, der gerne von Freizeittouristen als Zeltplatz genutzt wird. Drei weitere seien geplant.

"Ein Tourist kommt nicht nach Kronach, um einen toten Wald zu sehen!", so der Kreisobmann Erwin Schwarz. Für ihn steht fest, dass der Landkreis keine Touristenregion wird. Es seien schon viele Tausende von Euros in Projekte investiert worden, die aber letztendlich wenig gebracht hätten.

Erwin Schwarz sieht vor allem die Personalsituation in der Hotel- und Gaststättenbranche als sehr kritisch an. Im Landkreis gebe es eine florierende Industrie und Vollbeschäftigung. "Es gibt einfach keine Leute, die in der Gastronomie arbeiten wollen!" Und das sei auch der Grund, warum viele Gaststätten schließen. vs

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