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Beutelsdorf

Baulücke mit alter Eiche

In Beutelsdorf soll ein kleines privates Baugebiet entstehen. Der Lückenschluss mit einer Bebauung auf vier Teilflächen wurde begrüßt. Der Haundorfer Stadtrat Christian Polster sorgt sich um den Baumbestand.
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Am Ende der Schmiedstraße in Beutelsdorf soll eine Baulücke gefüllt werden. Dort steht auch eine stattliche alte Eiche (rechts).  Foto: Bernhard Panzer
Am Ende der Schmiedstraße in Beutelsdorf soll eine Baulücke gefüllt werden. Dort steht auch eine stattliche alte Eiche (rechts). Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Im Grunde waren sich alle Mitglieder des Bauausschusses einig und stimmten einer Bauvoranfrage zu. Auf einem Gelände am Ende der Schmiedstraße darf ein kleines privates Baugebiet entstehen. Laut Antrag auf Vorbescheid ist dort der "Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern auf vier möglichen hinterliegenden Teilflächen" vorgesehen. Gut denkbar, dass zunächst ein Haus realisiert wird, und die anderen dann später nachfolgen.

Dieser "Lückenschluss" draußen in einem Ortsteil wurde nicht nur von Bürgermeister German Hacker (SPD) begrüßt. Auch der Haundorfer Stadtrat Christian Polster (CSU) sah das so: "Eine Nachverdichtung im Ortsteil ist vernünftig." Auch wenn es sich eigentlich um einen Außenbereich handelt. Doch noch weiter außerhalb stehen bereits seit vielen Jahren Häuser. Die Entscheidung über eine Zulässigkeit des Vorhabens sei, so Polster, im Grunde schon damals getroffen worden. "Denn so entstand eine Baulücke. Und die schließen wir jetzt".

"Ortsbildprägende Bäume"

Allerdings richtete der CSU-Stadtrat auch eine Frage nach dem Wert der Bäume, die da stehen. Im Flächennutzungsplan, der immerhin auch schon um die 20 Jahre alt sei, "sind fünf große Bäume verzeichnet, die als ortsbildprägend bezeichnet werden." Polster schaute sich vor Ort um und hat nur noch einen Baumriesen entdeckt, nebst mehreren kleineren Bäumen. In der Stellungnahme der Stadt zu dem Antrag auf Vorbescheid ist unter anderem festgehalten, dass die städtische Baumschutzverordnung einzuhalten sei.

Tatsächlich steht dort eine stattliche Eiche. "Die ist bestimmt 250 Jahre alt", sagte Franz Kern, der in dem Anwesen in der Schmiedstraße wohnt, gegenüber dem FT. "Das wissen wir schon auch, dass der Baum stehen bleiben soll." Des Weiteren stehen auf dem Gelände mehrere Obstbäume.

Kein Schutz für Obstbäume

In der Baumschutzverordnung ist geregelt, dass Laubbäume mit einem Stammumfang von mehr als 60 Zentimeter schützenswert sind, sagte die städtische Umweltschutzbeauftragte Monika Preinl. Obstbäume seien von der Regelung ausgenommen und genießen keinen besonderen Schutz. Allerdings wies Preinl im FT-Gespräch auch darauf hin, dass das Baurecht Vorrang habe. Abgeklärt werden müsste als erstes, welche Bäume direkt im Baufeld stehen und welche außerhalb. Gegebenenfalls müsse man dann Befreiungen aussprechen. Auf jeden Fall schaue sie sich Fälle, in denen es um schützenswerte Bäume geht, immer auch vor Ort an.

Zu dem vorgelegten Antrag hatte die Stadtverwaltung noch eine lange Stellungnahme an beachtenswerten Auflagen angefügt. Unter anderem müsse der Wohnweg eine Wendeanlage haben und bei der Gestaltung müssten Satteldächer zum Tragen kommen. Ein Toskanadach würde man nicht genehmigen wollen, trug Bürgermeister German Hacker in der Sitzung vor.

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