Gädheim

Baulast ist viel zu groß

Gemeinderat Gädheim wehrt sich gegen hohe Beteiligung an Kirchensanierung.
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Bevor die Gemeinde Gädheim mit der Dorferneuerung in Ottendorf beginnen kann, muss die Sankt-Jodokus-Kirche saniert werden. Allerdings kann die Gemeinde ihre Baulast nicht in voller Höhe übernehmen, da sonst das Geld für die Dorferneuerung fehlen würde.  Foto: Ulrike Langer
Bevor die Gemeinde Gädheim mit der Dorferneuerung in Ottendorf beginnen kann, muss die Sankt-Jodokus-Kirche saniert werden. Allerdings kann die Gemeinde ihre Baulast nicht in voller Höhe übernehmen, da sonst das Geld für die Dorferneuerung fehlen würde. Foto: Ulrike Langer

Immer mehr Kommunen kommen in Bedrängnis wegen uralter Verträge, in denen festgeschrieben ist, wer die Baulast an Kirchtürmen und Kirchenschiffen trägt. Auch die Gemeinde Gädheim steht vor dem Problem, dass sie nicht nur die gesamte Baulast am Turm der Sankt-Jodokus-Kirche in Ottendorf hat, sondern auch 50 Prozent der Instandhaltungskosten am Kirchenschiff tragen muss. Nun hat der Gemeinderat die Reißleine gezogen.

Schwierige Lage

Die Situation ist recht vertrackt: So möchte die Gemeinde Gädheim die Dorferneuerung in Ottendorf beginnen und unter anderem den Platz um die Kirche renovieren. "Das ist aber nur sinnvoll, wenn die Außenrenovierung der Kirche abgeschlossen ist", teilte Bürgermeister Peter Kraus (CSU) dem Gemeinderat in dessen Sitzung in der alten Schule in Greßhausen mit.

Nun stehen für die Renovierung aber 430 000 Euro im Raum, von denen die Gemeinde 50 Prozent übernehmen müsste, während die Diözese nur 20 Prozent der Kosten tragen möchte und die Pfarrei Ottendorf die restlichen 30 Prozent stemmen müsste. Dies regelt ein Vertrag von 1844, der 1927 von der damals noch selbstständigen Gemeinde Ottendorf bestätigt wurde. "Sollten wir über 200 000 Euro finanzieren müssen, würde uns das Geld für die Dorferneuerung fehlen", stellte Peter Kraus fest. Auch könne die Pfarrei unmöglich 30 Prozent der Kosten übernehmen. "Wir haben unsere Baulast immer erfüllt und sind auch künftig bereit dazu. Aber wir können nicht über 200 000 Euro zahlen", so der Bürgermeister.

Das sieht auch der Gemeinderat so, der der Meinung ist, dass sich die Diözese finanziell stärker engagieren müsse. Daher fasste er den Beschluss, sich an den Kosten der Außenrenovierung der Kirche im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde zu beteiligen. Im Beschluss heißt es weiter: "Beträge von über 200 000 Euro sind nicht realistisch." Weiterhin möchte der Gemeinderat in die weiteren Planungen einbezogen werden.

Das Gremium traf sich in Greßhausen zur Sitzung, weil Bürgermeister Peter Kraus den Gemeinderäten zeigen wollte, dass in dem kleinsten Gemeindeteil auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück im Süden des Ortes vier bis fünf Bauplätze entstehen könnten. Die Hälfte der Fläche befindet sich im Besitz der Gemeinde und der Kauf der anderen Hälfte dürfte kein Problem sein. Peter Kraus berichtete, dass zur Entwässerung der Grundstücke in der alten Greßhäuser Straße ein Kanal gebaut werden müsste und auch die Straße, die als Feldweg ausgewiesen ist, ausgebaut werden müsste. Diese Arbeiten könnten sinnvollerweise dann ausgeführt werden, wenn die Kanalarbeiten in der Straße "Greßhausen" beginnen. "Es gibt schon verschiedene Anfragen von Bürgern aus Greßhausen, denen wir die Möglichkeit bieten wollen, auch hier zu bauen", sagte Peter Kraus. Zunächst jedoch werde geprüft, ob die Gemeinde dazu ein vereinfachtes Ortsabrundungsverfahren eröffnen könne.

Die Gemeinde Gädheim will die alten Bebauungspläne im Gemeindegebiet auf einen aktuellen Stand bringen und soweit möglich zumindest innerhalb eines Gemeindeteiles vereinheitlichen. So beschloss das Gremium, die Bebauungsplangebiete "Obere und untere Röthen" und "Eichelberg" in Gädheim an die Vorgaben des Bebauungsplanes "Eichelberg II" anzupassen. Daneben wird im Bebauungsplan "Obere und untere Röthen" ein zusätzliches Vollgeschoss grundsätzlich genehmigt. Allerdings wird noch abgeklärt, welche Firsthöhe bei bestehenden Gebäuden zulässig sein soll.

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