Eltmann

Bauland wird in Eltmann knapp

Die Stadt stößt langsam an ihre Grenzen. Ansonsten läuft es gut in der Kommune am Main.
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Große Bodenbewegungen sind notwendig, um weitere 27 Bauplätze im Wohngebiet "Am Hahn" in Eltmann entstehen zu lassen. Allerdings kündigte Bürgermeister Michael Ziegler bei der Bürgerversammlung an, dass Bauflächen langsam Mangelware werden.  Foto: Günther Geiling
Große Bodenbewegungen sind notwendig, um weitere 27 Bauplätze im Wohngebiet "Am Hahn" in Eltmann entstehen zu lassen. Allerdings kündigte Bürgermeister Michael Ziegler bei der Bürgerversammlung an, dass Bauflächen langsam Mangelware werden. Foto: Günther Geiling

Groß war das Interesse an der Bürgerversammlung in Eltmann. Fast 100 Bürger waren in die Stadthalle gekommen, um sich über die aktuelle Stadtpolitik zu informieren. Themen waren ein Hallenbad für Eltmann, Bauland, der Neubau des Zen-tralstandesamtes und kulturelle Angebote. Die Bürger scheinen mit der Stadtpolitik zufrieden zu sein; es gab nur wenige Beiträge zur Diskussion.

Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) sagte: "Wir können eigentlich sehr zufrieden sein mit unserer Entwicklung und hoffen das auch für die Zukunft." Dabei stellte er das aktive Vereinsleben heraus mit über 70 Vereinen und vielen Mitgliedern.

Mit Blick auf die finanzielle Situation ging er auf die Gewerbesteuer ein, die sehr schwankend sei und 2009 noch bei unter einer Million Euro lag. Einen Höchststand habe es mit 4,8 Millionen Euro 2018 gegeben. In diesem Jahr rechne Eltmann mit drei Millionen.

Der Mittelstand sei für die Stadt das Rückgrat, so Ziegler. Die Einkommenssteuer sei in den letzten Jahren gewachsen und mit aktuell 3,4 Millionen Euro eine der wichtigsten Einnahmen der Stadt. Darin spiegelten sich die geringe Arbeitslosenzahl und nahezu eine Vollbeschäftigung wider. Die Schulden seien rückläufig (aktuell 2,3 Millionen Euro).

Als eine wichtige Pflichtaufgabe bezeichnete er den Bereich Betreuung und Bildung für die Stadt mit dem Schulzentrum, in das täglich 1200 Schüler aus einem sehr großen Einzugsbereich nach Eltmann kommen. In den letzten Jahren seien 6,7 Millionen Euro in die Realschule und eine Million Euro in die Sporthalle investiert worden.

"Bei den Kindergärten platzen wir aus den Nähten, denn alle vier Einrichtungen arbeiten mit Ausnahmegenehmigungen. Wir müssen uns also Gedanken machen, wo wir unsere Kleinsten unterbringen. Deswegen wollen wir an der Straße Richtung Weisbrunn/Trossenfurt einen ganz neuen Kindergarten bauen mit zwei Kinderkrippen- und zwei Regelgruppen. Das ist notwendig, weil in letzter Zeit die Geburten jährlich um 20 bis 25 angestiegen sind und wir auch viele Zuzüge haben. Die Betreuung wird immer wichtiger, die Öffnungszeiten werden länger, und wir wollen ja familienfreundlich sein", betonte Michael Ziegler.

Außerdem wolle Eltmann ein neues Standesamt bauen, "denn wir sind inzwischen zu einem Zentralstandesamt auch für die Gemeinden Sand, Oberaurach und Rauhenebrach geworden und erledigen für diese Gemeinden von der Geburt bis zum Tod alles mit". Dies geschehe neben dem Rathaus, wo die Stadt eine alte Bäckerei abgerissen habe und noch ein Haus beseitigen werde. Auf diese Weise könne man einen Bau mit modernen Zimmern und einem schönen Umfeld verwirklichen. Schließlich kämen zum Standesamt bei Hochzeiten bis zu 100 Leute.

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Diskussion um die Bäderlandschaft, ausgelöst durch die Schließung des Zeiler Hallenbades Mitte 2019. In einem Gutachten habe man prüfen lassen, wo ein neues Bad sinnvoll sei, und dabei sei Eltmann als der ideale Standort herausgekommen. "Aber allein können wir das nicht schaffen. Das geht nur in einer Allianz mit den umliegenden Gemeinden und in einer Solidargemeinschaft mit Fördermitteln des Freistaates Bayern und des Bundes." Um eine Entscheidung zu treffen, müsse man nicht nur die Baukosten, sondern auch die Unterhaltungskosten ermitteln. Das werde noch einige Monate dauern, sagte Ziegler.

Eltmann wäre dabei

"Wir haben nichts dagegen und würden uns freuen, wenn Eltmann zum Zuge kommt. Auch der Stadtrat steht dahinter, aber es muss zu finanzieren sein. Wenn es nicht klappen sollte, wird die Stadt auf jeden Fall die Sanierung des Freibades angehen. Das Freibad gehört zu Eltmann", versicherte er.

Als erfreulich bezeichnete der Bürgermeister die Entwicklung im Gewerbegebiet, wo die Firma Tennet das Gelände der ehemaligen Steinindustrie Vetter übernommen habe mit einem Zentrallager für den bayerischen Raum. Außerdem habe die Firma Schwarzmüller (Aufbauten für Lastwagen) ihre Zentrale von Frankfurt nach Eltmann verlegt, und ein Steinverarbeitungsbetrieb wolle sich niederlassen, kündigte er an.

Im neuen Baugebiet "Am Hahn" in Eltmann werde die Straße bis Ende nächster Woche fertig, so dass Besucher ungehindert zur Bergweihnacht an der Wallburg fahren können. "Es gibt dort 27 Bauplätze und die Nachfrage ist sehr groß. Wir kommen langsam an unsere Grenzen und müssen vielleicht noch etwas mehr auf Baulücken und Altsubstanzen schauen."

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