Ebermannstadt
Stadtentwicklung 

Bauland händeringend gesucht

Jeden Tag fragen in Ebermannstadt Einheimische und Fremde nach Bauland. Im Flächennutzungsplan sind mehr als 30 Hektar Bauland ausgewiesen, doch die Flächen stehen nicht zur Verfügung.
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JOsef Hofbauer

Eine Herzensangelegenheit nannte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) die Ausweisung von Bauland in Ebermannstadt. Es gehe darum, jungen Menschen eine Zukunft in Ebermannstadt und den dazu gehörenden Ortsteilen bieten zu können. "Bitte weisen Sie zusätzlich neues Bauland aus und entwickeln sie ein Baulandprojekt für junge Familien", hatten über 30 junge Niedermirsberger bereits 2015 in einem Schreiben an die Verwaltung gefordert.


Bauland im Überfluss

Dabei hat Ebermannstadt Bauland im Überfluss. Mehr als 30 Hektar sind in den Flächennutzungsplänen als Bauland ausgewiesen. Der errechnete Bedarf bis 2034 beträgt aber nur 17 Hektar. Das Problem dabei: Diese Flächen sind nahezu komplett in Privatbesitz. "Sie stehen dem Wohnungsmarkt nicht Verfügung", bedauert Stadtplaner Alexander Ebert. "Dabei fragen einheimische und auswärtige Interessenten beständig nach Bauplätzen. Auch Mietwohnungen sind sehr gesucht, vor allem Kleinwohnungen", ergänzt Bürgermeisterin Christiane Meyer. Sie unterstreicht: "Die Mobilisierung von Bauland gehört zu den vordringlichsten Aufgaben der Stadt."


Innen- vor Außenentwicklung

Dabei müsse der Grundsatz gelten: "Innenentwicklung vor Außenentwicklung." "Nachverdichtung" heißt also also Zauberwort. Die Bauleitplanung soll überarbeitet werden mit dem Ziel einer flächensparenden, bedarfsorientierten Siedlungsentwicklung. Grundstücksbesitzer sollen dadurch motiviert werden, einen Teil ihrer Flächen anzubieten, denn für den eigenen Bedarf hätten sie dann ja immer noch Bauland übrig.
Von einer Enteignung, wie das derzeit kolportiert werde, könne aber nicht die Rede sein. "Die Eigentumsverhältnisse bleiben unangetastet", unterstreicht Bürgermeisterin Meyer. Die Datenbank zum Flächenbmanagement, die aufgebaut werden soll, habe nur den Sinn, einen Überblick über das vorhandene Bauland Potenzial zu haben. Die Verwaltung trete hier ausschließlich als Berater und Vermittler zwischen Bau-Interessenten und Grundstücksbesitzern in Erscheinung. Ziel ist eine Börse für Baulandgrundstücke und Leerstände.
Neues Bauland soll künftig nur in Form von Ortsrandarrondierung ausgewiesen werden und an vorhandene Siedlungsstrukturen anbinden. Um in Zukunft zu verhindern, dass Baulücken in großem Maß entstehen, will die Stadt Bauland nur in solchen Bereichen auszuweisen, bei denen die Stadt im Besitzer der Flächen ist. Somit kann sie über die Verfügbarkeit und Verteilung von Bauland selbst bestimmen und ist nicht abhängig von der Verkaufsbereitschaft Dritter.


Bau-Verpflichtung

"Wäre dieser Grundsatz schon vor vielen Jahren eingeführt worden, hätten den Bauwilligen in Ebermannstadt in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl von Baugrundstücken zur Verfügung gestanden", erklärt Alexander Ebert. Möglich seien aber auch im Bebauungsplan verankerte Bauverpflichtungsfristen.
Diese Möglichkeit sieht vor, dass die Baugrundstücke nicht von der Kommune veräußert werden, sondern von den Grundstücksbesitzern. Die Bebauungsfrist stellt sicher, dass das Grundstück beispielsweise innerhalb der nächsten fünf Jahre bebaut werden muss. So könnten keine weiteren Baulücken mehr entstehen, Wir das Grundstück nicht innerhalb der vereinbarten Frist bebaut, behält sich die Kommune ein Vorkaufsrecht für dieses Grundstück vor, das sie dann an einen anderen Bauwerber veräußern kann.
"Das Baurecht ist schließlich auf Vollzug ausgelegt, nicht auf eine Hortung der Grundstücke", erläutert Stadtplaner Ebert. Aber alle Maßnahmen, die wir in Erwägung gezogen haben, funktionieren nur zusammen mit den Grundstücksbesitzern", verdeutlicht Bürgermeisterin Meyer. In einem Rahmenplan soll dargestellt werden wo, in welchem Umfang und zu welchen Konditionen Bauland ausgewiesen werden kann. Dieser Rahmenplan, so Meyer, bilde auch die Voraussetzung, um ein Baulandmodell entwickeln und anwenden zu können.
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