Pettstadt

Bauherren bleibt "Hundeklo" erspart

Ein zehn Meter breiter Grünstreifen soll nun aus dem Bebauungsplan "Obere Lehenteile" in Pettstadt gestrichen werden.
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Mit der heißen Nadel wird am Bebauungs- und Grünordnungsplan "Obere Lehenteile" in Pettstadt gestrickt, damit die künftigen Bauherren bis Ende 2020 ihre Bauanträge einreichen und sich das Baukindergeld vom Staat sichern können. Um keine Zeit zu verlieren, wurde dieser Tage vom Gemeinderat ein Planungsentwurf beschlossen, der auf Papier noch gar nicht vorlag.

Der Bebauungsplan, der demnächst öffentlich zur Stellungnahme aufgelegt wird, muss von der Stadtplanerin Nadja Seebach aus dem Büro Wittmann, Valier und Partner nun der Beschlusslage angepasst werden.

Es wurde nämlich gewissermaßen in letzter Minute durch einen kuriosen 6:6-Beschluss ein markantes Detail aus dem Entwurf gestrichen: Ein neuer "Etterweg", der sich in einem bis zu zehn Meter breiten Grünstreifen in Nord-Süd-Richtung durch das Baugebiet schlängen sollte, fand keine Mehrheit im Gemeinderat.

Der Pfad hat sich auf dem Papier ganz gut gemacht und wäre nötig gewesen, um eine Bedingung für das "beschleunigte Genehmigungsverfahren" zu erfüllen. In dem etwa fünf Hektar großen Baugebiet darf die Summe der für Hauptwohngebäude versiegelten Fläche 10 000 Quadratmeter nicht überschreiten. Dieser Grünstreifen hätte einen Teil die Baugrundstücke so verkleinert, dass unter Berücksichtigung der Grundflächenzahl das Kriterium mit 9800 Quadratmetern erreicht war.

Keine Mehrkosten

Sechs Gemeinderäte wollten den Bauherren aber die Mehrkosten des öffentlichen Weges - mehr als 3000 Euro pro Grundstück - und auch, wie Alexander Hummel meinte, "ein Hundeklo" zwischen den Gartenreihen ersparen. Als Folge davon müssen nun 700 Quadratmeter Baufläche kompensiert werden. Gedacht ist dazu an die Vergrößerung der Gemeinbedarfsfläche, die am südlichen Rand des Baugebietes, zum Wald hin, freigehalten wird. Zusätzlich wird ein daran anschließendes Grundstück, das mit einem Mehrfamilienhaus bebaut werden soll, so reduziert, dass die Rechnung wieder aufgeht. Notfalls werden noch ein paar Parkplätze für Besucher ausgewiesen.

Schon heute zeichnet sich ab, dass sich die künftigen Bauherren auf höhere Erschließungskosten gefasst machen müssen. Sie werden nach Meinung von Bürgermeister Jochen Hack (FWG) um mehr als 20 Prozent über jenen im Baugebiet Zwiesler Weg liegen. Ursache dafür ist der erhebliche Mehraufwand für die Ableitung des Oberflächenwassers. Erschließungsplaner Hans-Joachim Brandt verwies auf ein Baugrund-Gutachten, wonach eine Versickerung von Dach- und Straßenwasser nicht möglich sei.

Viel Geld für's Wasser

Daher muss das Niederschlagswasser zu einer Füllkörperzisterne am Nordrand des Baugebietes geleitet werden. Hier wird es gepuffert und mithilfe einer Pumpe nach und nach der Oberflächenentwässerung der Mainbergstraße zugeführt, deren Kapazität auf 50 Liter/sek begrenzt ist. Zusätzlich wird eine Überflutungsmulde ausgeformt, die weiteres Wasser speichern kann. Dieses System werde rund 1,5 Millionen Euro verschlingen, rund 600 000 Euro mehr als die Rigolenlösung zur Versickerung für den Zwiesler Weg, erklärte Fachplaner Brandt.

Im Oberen Lehenteil sollen auf 51 500 Quadratmetern 50 Baurechte ausgewiesen werden. 90 Interessenten haben sich im Rathaus schon vormerken lassen. Die Vermarktung der meist rund 500 Quadratmeter großen Baugrundstücke wird Mitte nächsten Jahres beginnen.

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